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Kampf gegen Pandemien - Frühwarnzentrum der WHO in Berlin eröffnet

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Die nächste Pandemie ist nur eine Frage der Zeit: Um Signale früh zu sehen und Risiken besser einschätzen zu können, hat die WHO in Berlin ein Frühwarnzentrum eröffnet.

Angela Merkel am 01.09.2021 in Berlin
Merkel bei der Eröffnung des WHO-Zentrums in Berlin.
Quelle: epa

Im neuen Pandemiefrühwarnzentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Berlin sollen die Fäden aus aller Welt zusammenlaufen, um Bedrohungen wie durch das Coronavirus früh zu erkennen. So sollen Regierungen rechtzeitig Maßnahmen ergreifen können und etwa Verhaltens- oder Reiseempfehlungen aussprechen.

Erster Leiter des Zentrums ist Chikwe Ihekweazu, der bislang dem "Zentrum für Seuchenkontrolle" in Nigeria vorstand.

Merkel: Hoffnung in schwierigen Zeiten

Das Zentrum werde sich mit voller Kraft für eine bessere weltweite Gesundheit einsetzen und sei ein Stück Hoffnung in schwierigen Zeiten, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung mit WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Der Wissenschaftsstandort Berlin sei ein idealer Standort für das neue WHO-Zentrum, hielt Gesundheitsminister Jens Spahn fest. Deutschland werde jährlich 30 Millionen Euro dafür bereitstellen.

Niemand habe mehr zur Errichtung des Zentrums beigetragen als die Bundeskanzlerin, unterstrich Tedros. Die Idee zu dem Hub sei bei einem Gespräch zwischen ihm und Merkel 2020 entstanden und zügig umgesetzt worden.

In Anerkennung ihrer Leistungen für die globale Gesundheit verlieh Tedros der Kanzlerin eine WHO-Auszeichnung. In den vergangenen Jahren habe die Organisation keinen besseren Freund als Deutschland gehabt.

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Experten: Signale für Pandemien frühzeitig erkennen

Gesundheitsexperten warnen, dass das Auftauchen eines neuen Virus mit weltweiten Gefahren nur eine Frage der Zeit sei. Signale müssten systematisch überwacht werden. Die Hoffnung ist, dass dann früher und konsequenter gehandelt wird als nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang vergangenen Jahres.

Eine wesentliche Grundlage für den Kampf gegen zukünftige Pandemien sind Daten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel

"Daten, die, wenn sie mit den richtigen Analysewerkzeugen gebündelt und verarbeitet werden, Erkenntnisse liefern, die wir niemals alleine oder zumindest nicht so schnell entdecken könnten," hatte Merkel im Mai gesagt, als der Beschluss für dieses Zentrum fiel.

Sammelbecken für weltweite Daten

Das Zentrum soll mithilfe von künstlicher Intelligenz Unmengen von Daten analysieren. Dabei geht es etwa um Tiergesundheit, ungewöhnliche Krankheiten bei Menschen, Verhaltensänderungen der Menschen, Klimawandelfolgen oder Bevölkerungsverschiebungen. Modelle sollen helfen, mögliche Risiken besser einzuschätzen.

Unter anderem soll die Expertise des Robert-Koch-Instituts, der Berliner Charité - sie ist eine der größten Universitätskliniken Europas - sowie des Hasso-Plattner-Instituts für Digital Engineering einfließen. Solche Daten sammeln bislang neben der WHO auch die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). Das Zentrum braucht aber auch Zulieferungen durch Regierungen, Labore und wissenschaftlichen Institute.

Die WHO-Untersuchung über den Ursprung des Coronavirus wirft generell kein gutes Licht auf den Kooperationswillen. China hat dem WHO-Team bei seinem von Peking monatelang hinausgezögerten Besuch wichtige Daten über die ersten bekannten Corona-Patienten vorenthalten. Als Grund wurde der Persönlichkeitsschutz der Patienten angegeben, obwohl solche Daten völlig anonymisiert aufbereitet werden können.

Der erste Corona-Ausbruch geschah im chinesischen Wuhan. Weiterhin ist aber der genaue Ursprung des Virus unbekannt. Allerdings kursieren in der Öffentlichkeit unterschiedliche Thesen über die Entstehung der Pandemie.

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