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Drei Auszeichnungen für ZDF-Koproduktionen

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Preisverleihung der Berlinale - Drei Auszeichnungen für ZDF-Koproduktionen

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Die ZDF-ARTE-Koproduktion "Es gibt kein Böses" des iranischen Regisseurs Mohammed Rassulof hat den Goldenen Bären der 70. Berlinale gewonnen. Ein Überblick zur Preisverleihung.

Berlinale verleiht Goldenen Bären an iranischen Film "Es gibt kein Böses"
Quelle: Reuters

Bei den 70. Filmfestspielen in Berlin ist die ZDF-ARTE-Koproduktion "Es gibt kein Böses" mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden. Die Entscheidung für den Film des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof gab die Internationale Jury unter Leitung des Briten Jeremy Irons bei einer Gala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz bekannt. Rasoulof konnte selbst nicht an der Preisverleihung teilnehmen.

In "Es gibt kein Böses" umsorgt ein netter und pflichtbewusster iranischer Familienvater tagsüber seine Lieben, nachts ist er an Hinrichtungen beteiligt. Ein Wehrpflichtiger möchte sich von seiner Teilnahme an Hinrichtungen freikaufen. Ein Soldat hat als Mitglied eines Erschießungskommandos Sonderurlaub erhalten. Eine in Deutschland lebende junge Iranerin erfährt bei einem Besuch in ihrem Heimatland die Wahrheit über ihre Eltern.

Dritter Goldener Bär für einen Regisseur aus dem Iran

In vier eindrucksvollen und bewegenden Geschichten zeigt der Film die Gehorsamkeitsbereitschaft gegenüber Autoritäten, die Möglichkeit der Rebellion und die Banalität des Bösen. Die Redaktion für den Film des regimekritischen iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof hat Alexander Bohr (ZDF/ARTE). ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler erklärte:

Ich freue mich mit unseren Redaktionen über die insgesamt drei Auszeichnungen bei der Berlinale.
ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler

Weiter sagte er: "Die ZDF/ARTE-Redaktion sowie das kleine Fernsehspiel haben einmal mehr gezeigt, welch glückliches Händchen sie bei der Zusammenarbeit mit den besten Kreativen der deutschen und internationalen Filmbranche haben."

Wirklich? Der Film Sheytan vojud nadarad hinterfragt das: Kann es Auswege zwischen Widerstand und Überleben unter einem despotischen Regime geben, wenn man mit der Todesstrafe konfrontiert ist? Vier Menschen sind das. Das Berlinale-Publikum ist gespannt. …

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3 min
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Es ist der dritte Goldene Bär für einen Regisseur aus dem Iran: 2011 gewann "Nader und Simin - Eine Trennung" von Asghar Farhadi, 2015 "Taxi Teheran" von Jafar Panahi. Wer mit einem Silbernen Bären geehrt wurde: ein Überblick.

Großer Preis der Jury

Der Film "Never Rarely Sometimes Always" von der US-Amerikanerin Eliza Hittman hat bei der Berlinale den Großen Preis der Jury gewonnen. In ihrem Film erzählt Hittman von einer ungewollten Schwangerschaft. Eine 17-Jährige macht sich mit ihrer Freundin auf nach New York, um dort eine Abtreibung vornehmen zu lassen.

Beste Regie

Der Südkoreaner Hong Sangsoo ist mit einem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet worden. Die Internationalen Filmfestspiele ehrten ihn für sein Werk "Die Frau, die rannte" ("Domangchin yeoja"). Der Film handelt von einer Frau, die nach Jahren erstmals wieder etwas ohne ihren Mann unternimmt und frühere Freundinnen trifft.

Beste Darstellerin

Der Silberne Bär für die Beste Darstellerin ging an Paula Beer für ihre Rolle in Christian Petzolds Film "Undine" (Redaktion Caroline von Senden, ZDF, Andreas Schreitmüller, ARTE, Alexander Bohr, ZDF/ARTE). In dem Liebesfilm mit Franz Rogowski spielt sie eine Historikerin, die Touristen architektonische Stadtmodelle erklärt. Angelehnt ist ihre Figur an einen alten Nixen-Mythos. Mit Petzold hat in Berlin lebende Beer auch schon das Drama "Transit" gedreht.

Im Kulturzeit-Interview mit Vivian Perkovic, die für uns von der Berlinale vor Ort berichtet, spricht Schauspielerin Paula Beer über ihren Film "Undine".

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Bester Darsteller

Als bester Darsteller ist der italienische Schauspieler Elio Germano ausgezeichnet worden. Er bekam den Silbernen Bären für seine Rolle im Künstlerdrama "Hidden Away" ("Volevo nascondermi"). In dem Film spielt er einen Maler, der lange als Ausgestoßener lebte.Germano war auch noch in einem zweiten Wettbewerbsfilm zu sehen - als brutaler Familienvater in "Favolacce". Bereits 2008 gehörte er zu den Shooting Stars der Berlinale - also zu den europäischen Nachwuchstalenten, die das Festival ehrt. Er spielte zum Beispiel auch an der Seite von Bruno Ganz in "Das Ende ist mein Anfang".

Bestes Drehbuch

Die italienischen Filmemacher Fabio und Damiano D'Innocenzo bekommen den Silbernen Bären für das beste Drehbuch. Die Geschwister wurden für ihren Film "Bad Tales" ("Favolacce") ausgezeichnet. Das beklemmende Drama über mehrere Familien in einem Vorort ging auf der Berlinale als einer von 18 Filmen ins Rennen um die Auszeichnungen.

Herausragende künstlerische Leistung

Der deutsche Kameramann Jürgen Jürges ist mit einem Silbernen Bären für eine "herausragende künstlerische Leistung" ausgezeichnet worden. Geehrt wurde der 79-Jährige für seine Arbeit am Experimentalfilm "DAU. Natasha" der russischen Regisseure Ilja Chrschanowski und Jekaterina Oertel. Jürges hat in der Vergangenheit unter anderem mit Größen wie Wim Wenders und Rainer Werner Fassbinder gedreht.

Sonderpreis der Berlinale

Die französische Komödie "Delete History" ("Effacer l'historique") ist mit einem Sonderpreis der Berlinale ausgezeichnet worden. Der Film bekam den "Silbernen Bären - 70.
Berlinale". Die Regisseure Benoît Delépine und Gustave Kervern erzählen von drei Menschen, die gegen die Allmacht des Internets und den Konsumterror kämpfen.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. In diesem Jahr konkurrierten 18 Beiträge im Wettbewerb. Erstmals leiteten die Niederländerin Mariette Rissenbeek und der Italiener Carlo Chatrian die Filmfestspiele.

Special Jury Award der Reihe Encounters

Mit dem Special Jury Award der neuen Reihe Encounters wurde der von ZDF/Das kleine Fernsehspiel koproduzierte experimentelle Spielfilm "The Trouble With Being Born" ausgezeichnet. In dem Film von Regisseurin Sandra Wollner lebt Elli (Lena Watson), ein Android, bei einem Mann (Dominik Warta), den sie Papa nennt.

Sie lassen sich durch den Sommer treiben, schwimmen tagsüber im Pool und abends nimmt er sie mit ins Bett. Sie macht ihn glücklich, dazu ist sie da. Er hat sie nach einer Erinnerung erschaffen. Eine Erinnerung, die ihr nichts und ihm alles bedeutet. Für sie ist es lediglich eine Programmierung, der sie folgt - eines Nachts, tief in den Wald hinein, einem verblassenden Echo hinterher. Die Geschichte einer Maschine und der Geister, die wir alle in uns tragen. Die Redaktion hat Burkhard Althoff (ZDF/Das kleine Fernsehspiel).

Claudia Tronnier, Leiterin der Redaktion Das kleine Fernsehspiel: "Wir gratulieren Sandra Wollner und freuen uns besonders, dass gerade der Special Jury Award der neuen Reihe Encounters an einen so mutigen und zukunftsweisenden Nachwuchsfilm einer jungen Regisseurin vergeben wurde."

Hier eine Übersicht über die Wettbewerbsfilme:

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