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Unglück auf der A3 - Betonplatten-Unfall: Behörden-Versäumnisse?

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Versäumnisse bei der Prüfung und Abnahme einer Lärmschutzwand könnten "mitursächlich" für einen tödlichen Unfall auf der A3 gewesen sein. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Behörden-Versäumnisse «mitursächlich» für Betonplatten-Unfall.
Verkehrsausschuss durchleuchtet Betonwand-Unfall und Auftragsvergabe
Quelle: Daniel Evers/WupperVideo/dpa

Versäumnisse beim Landesbetrieb Straßen.NRW könnten nach Erkenntnissen des Verkehrsministeriums mindestens "mitursächlich" für den tödlichen Unfall mit einer Betonplatte auf der Autobahn 3 gewesen sein.

Bericht des Verkehrsausschusses NRW

Laut einem Bericht an den Landtag kam es zu Fehlern bei Prüf- und Abnahmeprozessen der Schallschutz-Konstruktion. So hätte die Platte laut Ministerium nie eingebaut werden dürfen. Auch danach kam es demnach zu Fehlern.

Die Betonplatte hatte Mitte November eine Kölnerin (66) in ihrem Wagen erschlagen.

Fehlerhafte Verankerung der Betonplatte

Das Verkehrsministerium hatte bereits kurz nach dem Vorfall eine fehlerhafte Verankerung der Betonplatte in der Schallschutz-Konstruktion als Ursache ausgemacht.

"Anders als zunächst nach dem Unfall angenommen, musste nach Auswertung der Bauakten festgestellt werden, dass diese nicht richtlinienkonforme Befestigung einiger Lärmschutzelemente der örtlich zuständigen Bauüberwachung des Landesbetriebes bekannt gewesen war", heißt es im aktuellen Bericht des Verkehrsministeriums.

Statik war nachgefragt worden

Tatsächlich seien die improvisierten Verankerungen bereits im Juli 2008 vier Wochen vor dem Einbau der Platten aufgefallen und die Baufirma per E-Mail gefragt worden, ob sie die sichere Statik nachweisen könne.

Ohne eine Antwort darauf wurden die Betonplatten in der Nacht zum 28. August 2008 eingebaut und die Strecke Stunden später feierlich eröffnet.

"Auch nach dem Einbau der Lärmschutzelemente wurde die Vorlage geprüfter statischer Nachweise für die veränderte Verankerungskonstruktion mehrfach schriftlich eingefordert", heißt es im Bericht des Ministeriums. Die Abnahme sei nur unter Vorbehalt erfolgt.

Nachdem die Firma nicht antwortete, habe man - so das Fazit des Berichts - irgendwann auch nicht mehr nachgefragt. Auch eine Prüfung durch Dritte habe es nicht gegeben. Die Firma meldete 2013 Insolvenz an.

An der Unfallstelle
Unfallstelle an der A3
Quelle: Feuerwehr Köln/dpa

Konstruktion an der A3 bekam die Note 1

Bei der Hauptprüfung 2013 bekam die Konstruktion die Note 1. Die Akten - wonach es nur eine vorbehaltliche Abnahme gab - waren 2013 laut dem Bericht nicht bekannt. Die nächste turnusmäßige Prüfung 2019 wurde verschoben, weil zu viel los war.

Das Verkehrsministerium hat nach eigenen Angaben ein Bündel von Maßnahmen veranlasst. Unter anderem soll ein externer Gutachter die internen Abläufe checken. Der Stau an Prüfmaßnahmen soll abgebaut werden.

Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Unbekannt

Wer oder welche Umstände letztlich schuld waren, lasse sich demnach bislang nicht erkennen: Auch nachgereichte Unterlagen hätten "keine weiteren Erkenntnisse" darüber ergeben, warum der bekannte Mangel nicht weiter verfolgt worden sei. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Unbekannt. "Wir warten zunächst unser Gutachten ab", sagte Sprecher Ulrich Bremer.

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