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Bibersee schafft es auf Google Maps

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Tierisches Bauwerk - Bibersee schafft es auf Google Maps

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Ein kleiner See nahe Heilbronn sorgt für Aufsehen: Er wurde von Bibern errichtet. Doch das Gewässer könnte zum Problem werden.

Biber stauen Bach zu kleinem See auf
Eppingen im Biber-Fieber: Jemand hat ein selbstgebasteltes Schild am Bibersee aufgestellt.
Quelle: dpa

Hier nimmt der Biber noch ein wenig Holz, dort einen Ast, ein bisschen Laub vielleicht oder gleich einen ganzen Baumstamm: Stück für Stück haben es fleißige Nager im Kraichgau geschafft, mit einem überaus erfolgreichen Dammbau einen See zu bilden. Eine große Sache für die Region: Die Beamten der Stadt entwerfen ein Konzept für das Gewässer. Die Wasserfläche in der Nähe von Eppingen hat es sogar auf das Internet-Kartenwerk Google Maps geschafft.

Der See war nach Angaben der Stadt Eppingen durch den Rückstau des Dammes am kleinen Hilsbach entstanden. Wochenlang hatten die Nager penibel Äste und Kleinholz aufeinandergestapelt und das Wasser angestaut. Der Damm reguliere den Wasserstand an der Lebensstätte der Biber, sagt Frank Edlinger, der für die Biotopvernetzung in der Region zuständig ist. Deshalb habe er eine schützende Funktion für die Tiere. Zuerst hatte die "Heilbronner Stimme" über den "Bibersee" berichtet.

Kartenansicht: Bibersee
Erfolgreiche Biber: Ofizieller Eintrag auf Google Maps.
Quelle: google.com

Ein Bibersee polarisiert

Es gebe reges Interesse an den Tieren und dem neuen Gewässer, sagt Eppingens Baubürgermeister Peter Thalmann. "Es entwickeln sich da aus naturschutzrechtlicher Sicht tolle Auenlandschaften." Doch die Reaktionen auf die pelzigen Bauherren schwanken - zwischen Bewunderung und vorsichtigen Warnungen vor den Folgen für den menschlichen Nachbarn. Denn der Bibersee könnte Hochwasser begünstigen - und damit die Ernte der nahegelegenen Felder beschädigen. Betroffene Bauern wäre dann machtlos: Das Naturschutzrecht verbietet es, den Damm zu zerstören.

Ein Problem stellt der "Bibersee" aber nach Ansicht der Experten noch nicht dar. Ein Drainagerohr hilft dabei, den Wasserstand am Biberdamm zu regulieren. Er dürfe aber nicht beliebig gesenkt werden, sagt Edlinger von der städtischen Biotopvernetzung. "Die Biberburg muss funktionsfähig und zum Schutz vor Feinden unter Wasser bleiben."

Der Biber ist zurück

Dennoch müsse man darauf achten, dass die Interessen aller geschützt seien, sagt Uwe Genzwürker, der Naturschutzbeauftragte des Landratsamtes Heilbronn. Besonders in puncto Entschädigung: Der Bauer könne wegen des kleinen Sees nicht mit der Ernte des überschwemmten Zuckerrübenfeldes rechnen und bekomme keine Entschädigung. Der Besitzer der Mühle dagegen habe einen Anspruch darauf, dass sein Werk am Wasserlauf funktioniere.

"Biber sind äußerst begabte Wasserbauer, sie haben ein feines Gespür und sie wissen genau, wie sie sich ihren Lebensraum gestalten können", sagt Genzwürker. Für die Region sind Biber nichts Neues: "Der einst ausgerottete Biber ist zurück, er breitet sich aus und er hat noch nicht alle Gewässer besetzt." Seit Ende der 1990er-Jahre wandert der Nager über Donau und Main in seine früheren Reviere zurück.

Experten rechnen mit Nachwuchs

Werden die Biber nun zu Stammgästen? Da gehen die Meinungen auseinander. Fachmann Edlinger rechnet nicht damit, dass die tierischen Bauherren es lange am mehrere Dutzend Zentimeter tiefen "Bibersee" aushalten werden: "Ich schätze, die ziehen weiter, weil ihnen auf Dauer zu viel los sein wird an der Landstraße."

Baubürgermeister Thalmann ist sich da nicht so sicher: "Biber fühlen sich dort wohl, wo sie Nahrung haben", sagt er. Und weil das aufgestaute Wasser Teile eines Zuckerrübenfeldes überspült habe, würden die Pelztiere da so bald nicht wieder verschwinden. "Die haben an den Rüben große Freude."

Abgesehen davon dürfte die Population größer werden, es sei dieses Jahr mit Nachwuchs zu rechnen, sagt Thalmann. "Und wenn der eine Biber dann doch weiterzieht, wird das Thema sicher nicht verschwinden. Dann zieht der nächste her."

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