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Pisa-Sonderstudie - 15-Jährige: Wenig Glaube an globalen Einfluss

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15-Jährige in Deutschland fühlen sich global gut vernetzt und über Probleme auf der Welt gut informiert - ihren Einfluss halten sie aber für gering, zeigt eine Pisa-Sonderstudie.

Archiv: Unterricht in einer Gesamtschule in Köln
Kaum Interesse für andere Kulturen: Pisa-Sonderstudie zu 15-Jährigen
Quelle: dpa

15-Jährige in Deutschland haben eher wenig Interesse daran, etwas über andere Kulturen zu lernen. Zudem halten sie ihre Chancen darauf, etwas an globalen Problemen verändern zu können, für gering. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderauswertung der Pisa-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die neue PISA-Studie stellt den deutschen Schülern lediglich ein durchwachsenes Zeugnis aus; guter Durchschnitt, aber weit von der Spitze entfernt. Die Industrie und Gewerkschaften schlagen bereits Alarm.

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Multikultureller Freundeskreis

Anders als in anderen Mitgliedsstaaten der Organisation gaben Schülerinnen und Schüler hierzulande auffallend weniger häufig an, Interesse an anderen Kulturen zu haben. Im Gegensatz dazu sagten aber mehr als drei Viertel (77 Prozent), sie hätten in ihrem Freundeskreis Kontakt zu Menschen aus anderen Herkunftsländern.

Außerdem sind die 15-Jährigen im internationalen Vergleich überdurchschnittlich mehrsprachig und vergleichsweise gut vernetzt in der Welt. Die Mehrheit fühlt sich den Angaben zufolge auch gut informiert über globale Themen wie Armut oder den Klimawandel.

86 Prozent der Schülerinnen und Schüler gaben an, mindestens zwei Sprachen zu sprechen. Im Durchschnitt sind es 68 Prozent. 61 Prozent sagten, dass sie in der Schule mindestens zwei Fremdsprachen lernen.

Glaube an globalen Einfluss gering

Trotz all der globalen Vernetzung ist der Glaube daran, viel an globalen Problemen ändern zu können, gering.

Eine mögliche Interpretation ist, dass ein hohes Verständnis für die Komplexität der globalen Probleme eher zu der Einschätzung führt, dass man als Individuum wenig zur Lösung beitragen kann.
Kristina Reiss, deutsche Pisa-Koordinatorin

Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen beim Diskutieren

Dabei ergaben sich den Angaben zufolge Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in den OECD-Staaten: Jungen gaben häufiger an, sich an Aktivitäten zu beteiligen, "bei denen von ihnen erwartet wird, dass sie ihre Meinung äußern und diskutieren".

Lehrende forderten die männlichen Schüler auch häufiger dazu auf, sich zu internationalen Themen zu äußern. Mädchen lernten hingegen eher, wie sie Konflikte lösen und welche Unterschiede es zwischen Kulturen gibt.

Wichtige Rolle von Lehrenden bei interkulturellen Fragen

Die Pisa-Studie zeigt außerdem einen Zusammenhang zwischen Lernaktivitäten in der Schule und positiveren Einstellung gegenüber anderen Kulturen. Eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Vorurteilen komme daher den Lehrern zu.

"Die Lehramtsausbildung sollte interkulturelle Kompetenzen deutlich stärker berücksichtigen", sagte Koordinatorin Kristina Reiss von der Technischen Universität München, die den deutschen Teil der Pisa-Studie leitet.

An dieser Schule ist der Umweltschutz ein ganz wichtiges Thema.

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Bei der Pisa-Erhebung 2018 war erstmals die "globale Kompetenz" von Schülerinnen und Schülern mit einem gesonderten Fragebogen untersucht worden.

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