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Bob Marley wäre 75 - Was wäre die Welt ohne "One Love"?!

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Er sang an gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit und brachte den Reggae von Jamaika in die letzten Winkel der Erde. Heute wäre Bob Marley 75 Jahre alt geworden.

Bob Marley gibt 1977 ein Konzert in München.
Bob Marley gibt 1977 ein Konzert in München.
Quelle: Imago

Als die Unesco 2018 die Reggae-Musik zum immateriellen Weltkulturerbe erklärte, stimmten einige Delegierte spontan den Bob-Marley-Song "One Love" an. Dass die Musik der Karibikinsel Jamaika weltweit gefeiert wird, ist zu einem großen Teil Marley zu verdanken: Seine Botschaften vom Kampf für Menschenrechte und Nächstenliebe werden noch heute rund um den Erdball gehört und gesungen.

Am 6. Februar 1945 kam Robert Nesta Marley in Jamaika zur Welt. 1981 starb er an Krebs. Bis heute ist Bob Marley ebenso wie Che Guevara eine Stilikone der Revolution: Die markanten Gesichtszüge unter den Rastalocken sind auf T-Shirts, Postern, Tassen und Bettwäsche zu finden.

Marley: "Ich bin nur Musiker und mache meine Musik."

Dabei hatte Marley eine Heroisierung immer abgelehnt: "Ich bin kein Prophet und auch kein Revolutionär, sondern eine ganz gewöhnliche Person", sagte er einmal in einem Interview. Reggae und die Musiker seien lediglich Vehikel für die Botschaft Rastafaris.

Bob Marley in Jamaika am 01.02.1977
Bob Marley in Jamaika am 1. Februar 1977
Quelle: ZDF

Wie die meisten Reggae-Musiker war auch Marley Anhänger der Rastafari-Bewegung. Sie ist stark vom christlichen Glauben geprägt, als Göttlichkeit wird der frühere äthiopische Kaiser Haile Selassie verehrt. Die Rastas legen Wert auf möglichst frische und ursprüngliche Lebensmittel, die aus der Natur kommen. Alkohol und Tabak lehnen sie ab, Cannabis wird hingegen als Mittel zum Meditieren geschätzt.

Fast 40 Jahre nach seinem Tod sei Marley immer noch ein Symbol der Hoffnung und Freiheit, sagt Produzent Chris Blackwell, Gründer von "Islands Records" und Förderer Marleys.

"Get up, Stand up"

Marley war ein kreativer Songschreiber, der Unterdrückung anprangerte ("Get Up, Stand Up") und der Sehnsucht der Sklaven-Nachkommen nach Afrika eine Stimme gab ("Exodus"). Er schrieb aber ebenso hittaugliche Liebeslieder wie "No Woman, no Cry" oder "Stir it up".

Bob Marley posiert 1979 für das Live Album "Live Forever" in Hollywood.
Bob Marley posiert 1979 für das Live-Album "Live Forever" in Hollywood.
Quelle: Imago

Auf der Bühne war er sehr charismatisch. Zugleich zeigte er sich als cleverer Geschäftsmann, der sich mit seinem eigenen Studio und Label "Tuff Gong" seine Unabhängigkeit sicherte. Als Kind einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters erlebte Marley schon früh Ausgrenzung und Diskriminierung.

Der Vater Norval Sinclair Marley, ein Hauptmann der britischen Armee, heiratete zwar anstandshalber die schwangere 18-jährige Cedella. Nach der Geburt soll er die junge Frau mit ihrem Kind aber sich selbst überlassen haben. Mit zwölf Jahren zog Bob Marley mit seiner Mutter in die Hauptstadt Kingston, wo sie im Armenviertel Trenchtown lebten.

Bob Marley & the Wailers

Mit dem jungen Peter Tosh und Bunny Wailer spielte Bob in der Band "The Wailers", die nach Jahren harter Arbeit zu den angesagtesten Bands Jamaikas gehörte. Die internationale Karriere begann aber erst, als die Wailers bei dem jamaikanisch-britischen Musikproduzenten Chris Blackwell mit seinem Label "Island" landeten.

Bob Marley im Juli 1980 bei einem Konzert in Paris
Bob Marley mit den Wailers am 3. Juli 1980 bei einem Konzert auf dem Flughafen Le Bourget in Paris
Quelle: Imago

Blackwell ließ auf ihrer ersten Island-Platte "Catch a Fire" (1973) Rockgitarren und Keyboards ergänzen. Damit machte er die karibische Reggaemusik für das junge Rockpublikum in Großbritannien und den USA attraktiv.

Den ersten weltweiten Hit landeten die Wailers, als der britische Star Eric Clapton ihren Song "I Shot the Sheriff" auf seiner eigenen Platte einspielte. Während Marleys früherer Weggefährte Peter Tosh zunehmend radikaler und militanter wurde, beschwor Marley eine allumfassende Liebe zur Überwindung der Gegensätze.

"One Love Peace Konzert"

Ab Mitte der 1970er Jahre kam es auf Jamaika zu bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen zwischen den politischen Lagern von Ministerpräsident Michael Norman Manley und Oppositionsführer Edward Seaga. 1978 sollte ein "One Love Peace Concert" in Kingston zum Frieden aufrufen.

Bob Marley, 1978 bei einer Pressekonferenz im Waldorf Astoria in New York
Bob Marley, 1978 bei einer Pressekonferenz im Waldorf Astoria in New York
Quelle: Imago


Bob Marley und seine Frau, die Sängerin Rita Marley, hatten sich zu dem Zeitpunkt nach London zurückgezogen, nachdem Unbekannte in ihr Haus eingedrungen waren und die Marleys sowie den Manager Don Taylor mit Schüssen verletzt hatten.

Für das Friedenskonzert kehrten sie nach Jamaika zurück: Bob Marley holte die beiden Kontrahenten Manley und Seaga auf die Bühne und legte ihre Hände ineinander.

Bibel, Gibson-Gitarre und Cannabiszweig.

Als Marley bei einer Tournee durch die USA im September 1980 beim Joggen im New Yorker Central Park zusammenbrach, stellten die Ärzte bei ihm eine Krebserkrankung fest. Leber, Lunge und Gehirn waren bereits von Tumoren befallen. Auch eine Therapie in einer bayerischen Klinik am Tegernsee konnte ihn nicht mehr retten.

Bob Marley 1981
Bob Marley 1981
Quelle: picture alliance / empics

Marley wollte seine letzten Tage oder Wochen in seiner Heimat Jamaika verbringen, doch bei der Zwischenlandung in Florida war er zu schwach für den Weiterflug. Er verstarb am Morgen des 11. Mai 1981 in Miami. Sein Sarg wurde in sein Heimatdorf Nine Miles überführt.

In Jamaika wurde Marley mit einer nationalen Trauerfeier im Stadion von Kingston geehrt. Beigesetzt wurde er in einem Mausoleum, mit Bibel, seiner roten Gibson-Gitarre und einem Cannabiszweig.

Archiv: Links das Mausoleum, in dem Bob Marley begraben ist, aufgenommen am 10.10.2010.
Geburtshaus (r.) von Bob Marley in Nine Miles im Innern der Insel, und links seine letzte Ruhestätte.
Quelle: picture alliance/dpa

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