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Neuer Glanz in alter Hauptstadt - Boomtown Bonn

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Zwei Weltkonzerne, eine blendende Wirtschaft, lebendige Kultur, Einwohner aus aller Welt. Bonn hat sich nach dem Wegzug der Politik neu erfunden und international aufgestellt.

Randa Ahmed spricht Deutsch, Englisch und Arabisch fließend. Als Kind haben ihre Eltern für die Botschaft des Sudan in Bonn gearbeitet. Jetzt ist sie zurück als Mitarbeiterin einer der zahlreichen UN-Organisationen, deren junge Belegschaft dem kleinen Bonn ein internationales Flair gibt. Eine "Weltenbürgerin", so sagt sie selbst, von denen nun viele in Bonn leben und dort die Lage am Rhein, das Grün und die überschaubare Größe der Stadt schätzen. Das alte Parlamentsviertel ist längst ein internationaler Campus geworden.

Vor drei Jahrzehnten wurde der Parlaments- und Regierungssitz vom Rhein an die Spree verlegt. Viele hatten die Befürchtung, dass Bonn damit als "Bundesdorf" in politischer und wirtschaftlicher Bedeutungslosigkeit versinken würde. Doch das Gegenteil ist der Fall: Bonn ist eines der wenigen Beispiele für einen gelungenen Strukturwandel.

Milliarden als Ausgleichszahlung gut investiert

Die Zahl: 1.437.000.000 Euro - zehnstellig. Das ist der Betrag, den der Bund nach dem Hauptstadtbeschluss für Berlin am 20. Juni 1991 der Region Bonn als Ausgleichszahlung zugebilligt hat. Mit dem Geld wurde unter anderem der Wissenschaftsstandort gestärkt und viele internationale Behörden und Institutionen in die Stadt gelockt. Die Universität Bonn zum Beispiel ist inzwischen Exzellenzuniversität - mit gleich sechs Exzellenzclustern.

Zudem sind aus dem ehemaligen Postministerium gleich zwei Dax-Unternehmen, die Telekom und Deutsche Post DHL Group, entstanden und in Bonn geblieben. Das schafft viele Arbeitsplätze in der 300.000 Einwohner-Stadt. Auch die Bundesregierung ist noch immer ein großer Arbeitgeber, einige Ministerien haben offiziell noch ihren ersten Dienstsitz in Bonn und damit insgesamt 6.739 Beamte in Lohn und Brot.

Bonn pflegt auch seine Hauptstadtgeschichte

Eine Augenweide ist Bonn vor allem in der Südstadt. Das ist eines der prächtigsten Gründerzeitviertel Deutschlands. Reiche Rentner zog es Ende des 19. Jahrhunderts an den Rhein, weil es dort so schön romantisch war. Sie bauten die zahllosen Villen, die heute noch - bestens erhalten - die Südstadt-Straßen schmücken.

Ein weiteres Bonn-Geheimnis ist die Kultur entlang der Museumsmeile. So genießt die Bundeskunsthalle internationalen Ruf und das Haus der Geschichte - eine Idee des Bundeskanzlers Helmut Kohl - ist und bleibt ein Publikumsmagnet. Bonn pflegt natürlich auch seine Hauptstadtgeschichte. Es gibt eine Adenauer-Allee und einen Helmut-Schmidt-Platz. Und der Park um das alte Kanzleramt und den Kanzlerbungalow, wo die Regierungschefs wohnten, ist ein Kleinod und kann auf Anfrage besichtigt werden.

Beethoven lockt viele Menschen in die Stadt

Beethoven, der große Sohn der Stadt, ist natürlich das Bonner Schwergewicht. In diesem Jahr sollte sein 250. Geburtstag weltweit gefeiert werden, mit Hunderten von Konzerten, Ausstellungen und Kunstaktionen. Doch Corona hat das Beethoven-Jahr gründlich durcheinander gewirbelt.

Es ist nicht viel übrig geblieben von all den Planungen. "Richtig beschissen", findet das Dirk Kaftan, der Generalmusikdirektor der Stadt, der nun schon froh ist, vor 30 Gästen in einer Bonner Kirche zu spielen. Trotzdem locken natürlich Beethoven und sein Geburtshaus viele Touristen in die Stadt.

Familienmagnet und gehyptes Reiseziel

Zudem ist die grüne Umgebung mit dem Rhein und dem nahen Siebengebirge ein riesiger Pluspunkt für viele junge Familien. Die Millionenstadt Köln ist nur eine halbe Stunde entfernt, aber so richtig zieht es die Bonner dort nicht hin. Sie haben alles, was sie brauchen in der Nähe.

Die Touristen kommen und gehen unaufhörlich. Und der Hype ist gerade erst losgegangen: Denn vor kurzem hat der australische Reiseführer „Lonely Planet“ Bonn auf den fünften Platz aller beliebten Reiseziele weltweit gesetzt. Direkt hinter Washington und Kairo.

Die Heerstraße, beiderseitig gesäumt von blühenden Kirschbäumen, Bonn, 15.04.2018 (Archiv)

Foto-Hype - Reiseziel für Instagramer: Bonns Kirschblüte  

Bonns Heerstraße bietet im Frühling ein bemerkenswertes Naturschauspiel: Die Kirschblüte. Fußgänger wähnen sich unter einem rosa Himmel - und fotohungrige Instagramer im Paradies.

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