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Todesurteil gegen "Boston-Bomber" aufgehoben

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Anschlag auf Marathon 2013 - Todesurteil gegen "Boston-Bomber" aufgehoben

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Ein US-Berufungsgericht hat das Todesurteil gegen den "Boston-Bomber" Dschochar Zarnajew gekippt. Über das Strafmaß müsse neu entschieden werden, so die Richter.

In Boston wurde ein Denkmal für die Opfer des Marathonanschlags 2013 aufgestellt.
In Boston wurde ein Denkmal für die Opfer des Anschlags 2013 aufgestellt.
Quelle: dpa

Ein US-Berufungsgericht hat das im Prozess wegen des Anschlags auf den Boston Marathon verhängte Todesurteil aufgehoben. Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, ordneten die Richter an, dass über das Strafmaß neu entschieden werden müsse. Dabei stellte das Gericht klar, dass Zarnajew trotzdem mindestens lebenslange Haft erwarte: Er werde seine verbleibenden Tage im Gefängnis verbringen. "Die einzige Frage ist, ob er durch Hinrichtung sterben wird."

Die drei Richter veröffentlichten ihre Entscheidung im Fall von Dschochar Zarnajew mehr als sechs Monate nach Anhörungen zu dem Fall. Bei dem Anschlag am 15. April 2013 wurden drei Menschen getötet und mehr als 260 verletzt.

Anwälte: Fairer Prozess unmöglich

Zarnajews Anwälte hatten argumentiert, dass eine intensive Medienberichterstattung es unmöglich gemacht habe, einen fairen Prozess in Boston zu führen. Sie verwiesen zudem auf Äußerungen von zwei Geschworenen in sozialen Medien, die nahegelegt hätten, dass sie bereits vor dem Prozessbeginn 2015 eine klare Meinung zu dem Fall gehabt hätten.

Die Richter des 1. Bundesberufungsgerichts in Boston hatten bei einer Anhörung dazu im vergangenen Dezember viele Fragen zu einer möglichen Voreingenommenheit der beiden Geschworenen gestellt. So fragten sie, warum die beiden nicht entlassen worden seien, oder warum der Vorsitzende Richter des Prozesses nicht zumindest nachgefragt habe, nachdem die Postings bekannt geworden seien. Sie betonten, dass das Gericht in Boston eine seit langem bestehende Regel habe, die zu einer solchen Nachforschung verpflichte.

Geschworene äußerten sich tendenziös auf Twitter

Zarnajews Anwälte trugen vor, dass einer der beiden Geschworenen, der zudem Sprecher der Jury wurde, nach dem Anschlag zwei Dutzend Kommentare auf Twitter veröffentlicht habe. In einem Tweet nach Tsarnaevs Festnahme bezeichnete er den Verdächtigen als ein "Stück Müll".

Zarnajew wurde in 30 Anklagepunkten schuldig befunden und verurteilt. Sein Bruder Tamerlan wurde bei einem Feuergefecht mit Polizisten zwei Tage nach dem Anschlag erschossen, bei dem Sprengsätze beim Zieleinlauf des Marathons gezündet wurden.

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