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Feuer im Mittelmeerraum : Drei neue Waldbrände - jede Stunde

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Seit Tagen kämpfen Einsatzkräfte in weiten Teilen Südeuropas gegen die Flammen. Fachleute warnen, dass die Waldbrände noch nicht ihren Höhepunkt erreicht haben.

In Griechenland entfachten binnen 24 Stunden 92 Waldbrände über das ganze Land verteilt. Demnach brechen in der östlichen Mittelmeerregion pro Stunde gut drei neue Brände aus, oft in abgelegenen Regionen, immer wieder aber auch in der Nähe von Siedlungen und Menschen, die Hals über Kopf vor den Flammen fliehen müssen.

Nur 25 Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Athen ist am Donnerstagnachmittag erneut ein riesiger Waldbrand ausgebrochen. Fernsehbilder zeigten eine kilometerlange Wand aus haushohen Flammen und Rauch. Löschflugzeuge und -hubschrauber waren im Einsatz, mussten jedoch bei einbrechender Dunkelheit die Arbeit einstellen. Die Elektrizitätsgesellschaft schaltete vorsorglich einen großen Verteiler in der Region ab. Das Unternehmen kündigte an, in Athen am Donnerstagabend örtlich den Strom zu unterbrechen, um die Versorgung insgesamt aufrecht erhalten zu können.

Mitsotakis schwört Griechen auf harte Tage wegen der Brände ein

Im Westen Griechenlands kämpften Löschtrupps derweil weiter gegen die Flammen, um die antike Stätte von Olympia zu schützen. Zwei Einwohner des nahe gelegenen Dorfes Alt-Olympia und zwei Feuerwehrleute wurden laut griechischen Medienberichten leicht verletzt. Rund 20 Häuser in der Region fielen den Flammen zum Opfer. Das Dorf und weitere 18 Orte in der Umgebung sowie eine Ferienanlage wurden geräumt.

Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis warnte am Donnerstagabend bei einer Ansprache im Staatsfernsehen vor einem "noch nie da gewesenen Zustand, weil die vergangenen Tage der Hitze und Trockenheit das Land in ein Pulverfass verwandelt haben". Griechenland müsse sich nach angesichts der zahlreichen Feuer und Brandherde auf harte Tage einstellen. Bis mindestens Montag ist es den Menschen in Griechenland untersagt, Wälder zu besuchen. Auch dürfen keine Arbeiten durchgeführt werden, die Funken oder Flammen erzeugen könnten.

Mehr als 170 Feuerwehrleute waren unterstützt durch Löschflugzeuge und -hubschrauber im Einsatz. Vize-Katastrophenschutzminister Nikos Hardalias sprach von einem "Kampf gegen Titanen". Auf der Insel Euböa im Osten Griechenlands war ein am Dienstag ausgebrochenes Feuer derweil weiter außer Kontrolle.

Türkei: Flammen bedrohten Kohlekraftwerk

Nicht nur in Griechenland, auch in der Türkei sind weiterhin große
Brände außer Kontrolle. Verzweifelt kämpfen Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Militär und freiwillige Helfer gegen die Brände. Das türkische Forstamt meldete am Donnerstag 180 Brände, von denen zwölf noch nicht unter Kontrolle seien. 

Die Küstenwache hat Dorfbewohner aus der Nähe eines von den Flammen bedrohten Kohlekraftwerks in Sicherheit gebracht. Hunderte Menschen aus der Umgebung des türkischen Kraftwerks Kemerkoy an der Ägäisküste wurden in der Nacht zum Donnerstag mit Booten der Küstenwache oder über die Straßen in Sicherheit gebracht. In der Eile konnten sie nur wenige Habseligkeiten oder ihre Haustiere mitnehmen.

Es bestand die Gefahr, dass die Flammen auf Tausende Tonnen Kohle im Inneren der Anlage übergreifen könnten, sagte der örtliche Behördenvertreter Osman Gurun. Etliche Anwohner weigerten sich dennoch, ihre Häuser zu verlassen. "Wo sollen wir denn hingehen in unserem Alter?", fragte der 79-jährige Hulusi Kinic im Hafen von Oren. "Wir leben hier. Hier ist unser Zuhause." Bisher starben in der Türkei acht Menschen durch die Brände. In letzter Minute konnte die Feuerwehr den Brand dort unter Kontrolle bringen.

Italien: 70 Prozent der Feuer auf "Fehlverhalten" zurückzuführen

In Italien kämpften die Einsatzkräfte ebenfalls weiter gegen die Flammen. Unter anderem Sizilien und Kalabrien waren betroffen.
Löschflugzeuge seien in den Provinzen Messina und Palermo im Einsatz, teilte die Feuerwehr auf Twitter mit. Rund 70 Prozent der Feuer seien auf Fehlverhalten von Menschen zurückzuführen, sagte Umweltminister Roberto Cingolani. Hinzu kämen die Folgen des Klimawandels.

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In Bulgarien wurde am Donnerstag die zweithöchste Alarmstufe für 24 der 28 Regionen ausgerufen - auch in der Hauptstadt Sofia mit rund 1,5 Millionen Einwohnern. Die beiden Großbrände im Süden des Balkanlandes konnten zunächst unter Kontrolle gebracht werden, wie bulgarische Medien berichteten. Allerdings kamen dabei zwei Forstarbeiter ums Leben, ein weiterer erlitt schwere Verbrennungen.

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