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Brände in Mittelmeer-Ländern : Sizilien ruft Notstand aus, Regen in Antalya

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Während starke Regenfälle um Antalya die Lage entspannen, bereiten die Brände auf Sardinien und Sizilien immer mehr Sorgen. Deutschland hilft derweil Griechenland.

In vielen Regionen Griechenlands wüten schwere Waldbrände – besonders im Großraum Athen, auf der Halbinsel Peloponnes und der Insel Euböa. Auch in der Türkei brennt es – in der Region Marmaris. Die schlimmsten Waldbrände seit 13 Jahren.

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Angesichts der verheerenden Waldbrände in Südeuropa schickt Deutschland Feuerwehrkräfte nach Griechenland. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa, Deutschland habe in der vergangenen Nacht aktiv Hilfe angeboten, die Griechenland inzwischen angenommen habe.

Derzeit bereiten sich Feuerwehrkräfte aus NRW, Hessen sowie das Technische Hilfswerk darauf vor, sich zügig mit Einsatzfahrzeugen nach Griechenland zu begeben, um dort die Waldbrandbekämpfung zu unterstützen.
Sprecher Bundesinnenministerium

Details zu Einsatzort, Abmarschzeitpunkt und Fahrtroute würden derzeit mit Griechenland abgestimmt, hieß es.

Auch Macron sichert Griechenland Unterstützung zu

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich am Samstag solidarisch mit Griechenland erklärt, das landesweit mit unzähligen Waldbränden kämpft. In einem Tweet, den Macron aus dem Urlaub auf griechisch sendete, hieß es: "Frankreich steht zu Griechenland, das stark unter den Feuerkatastrophen leidet."

Nachdem er sich mit dem griechischen Premier Kyriakos Mitsotakis telefonisch verständigt hätte, seien aus Frankreich drei Löschflugzeuge und 80 Rettungskräfte nach Griechenland geschickt worden. "Solidarität als Europäer - immer", schloss Macron.

Griechenland: Hoffnung in Athen

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gab es am Samstagmorgen im Norden Athens: Dort ließ der Wind nach - es handele sich aber nur um ein "Zeitfenster", das genutzt werden müsse, hieß es von der Feuerwehr.

"Erstmals können wir sagen, dass die Situation etwas besser ist - es gibt aktuell nur noch zwei Feuerfronten", sagte Nikos Peppas, Vize-Gouverneur der Region Attika, am Mittag dem Fernsehsender Skai. Es bestehe Hoffnung, die Brände unter Kontrolle zu bringen.

Die vielen Tausend evakuierten Menschen könnten bald zurückkehren - sofern ihre Häuser nicht abgebrannt seien.

Aber das muss langsam und mit großer Vorsicht geschehen.
Nikos Peppas, Vize-Gouverneur der Region Attika

Rauch und Asche in Athen, ein Brandhelfer stirbt

Jene, die in den vergangenen Tagen vor den Feuern flohen, wohnen momentan auf Staatskosten in Hotels oder bei Bekannten und Verwandten. In den vom Feuer betroffenen Gegenden gibt es vielfach noch keinen Strom und kein Wasser.

Wegen der starken Rauchbildung stinkt die ganze Stadt und Asche geht am dritten Tag in Folge nieder. "Schließen Sie alle Fenster und gehen Sie nicht aus dem Haus!", riefen die Behörden die Einwohner auf. Die ganze Nacht durch loderten für viele Menschen gut sichtbar im Norden der Millionenmetropole die Flammen.

In der Nähe der Hauptstadt kam zudem ein Brandhelfer ums Leben. Katastrophenschutzchef Nikos Hardalias sagte, die Feuerwehr habe es mit einer außerordentlich gefährlichen Lage zu tun, die es so noch nicht gegeben habe. In dieser Woche seien 154 Brände ausgebrochen, von denen 64 immer noch loderten.

Ruf nach Löschflugzeugen aus Mittelgriechenland

Weil sich die Rettungskräfte auf Athen konzentrieren, brennt es andernorts umso stärker. Fanis Spanos, der für Euböa zuständige Gouverneur von Mittelgriechenland, setzte am Samstag über Facebook einen verzweifelten Hilferuf ab.

"Das Feuer geht unvermindert weiter, es verbrennt Wälder und zerstört Häuser, es bedroht Menschenleben! Wir wollen endlich eine ernsthafte Anzahl von Löschflugzeugen, die wir seit dem ersten Tag fordern! Und mehr Löschzüge!", schrieb er.

In der Nacht zu Samstag mussten 1.153 Menschen mit Schiffen aus Küstenorten und von Ständen der Insel Euböa gerettet werden, weil keine andere Fluchtmöglichkeit mehr blieb, wie die Behörden mitteilten.

Italien: Notstand auf Sizilien, kritische Lage auf Sardinien

Auf Sizilien mussten Ortschaften bereits evakuiert werden - dort erklärte die Regionalregierung für sechs Monate den Not- und Krisenfall. Begründung: Es brennt seit Ende Juli, die nächste Hitzewelle steht bevor und die Situation bleibt angespannt.

Auf der italienischen Insel Sardinien eskaliert die Lage ebenfalls immer wieder. Am Samstag meldete die Feuerwehr in der Provinz Oristano einen Brand in einer Unterkunft für Touristen. Die Einsatzkräfte verhinderten nach eigenen Angaben, dass die Flammen auf die umliegende Vegetation übergriffen. Verletzte gab es nicht.

Türkei: Entwarnung in Antalya, mehr Feuer in Mugla

In der Türkei fiel am Samstag in der südwestlichen Provinz Antalya starker Regen, auch in der am stärksten von den dortigen Bränden betroffenen Stadt Manavgat. Die Feuer in der Provinz konnten nach Behördenangaben inzwischen unter Kontrolle gebracht werden.

In der Touristenhochburg Mugla war die Lage jedoch nach wie vor ernst, für mindestens drei Stadtteile wurde eine Evakuierung angeordnet. In 47 der 81 türkischen Provinzen brachen bislang mehr als 200 Brände aus, wie der Minister für Landwirtschaft und Forsten, Bekir Pakdemirli, am Samstag auf Twitter mitteilte. Demnach lodern weiterhin noch 13 Brände in fünf Provinzen. Mindestens acht Menschen kamen bislang in den Flammen ums Leben.

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