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Wälder im Amazonas brennen weiter

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Trotz Brandrodungs-Verbot - Wälder im Amazonas brennen weiter

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Verbot, Soldaten und die Corona-Pandemie - dennoch nimmt die Vernichtung des Regenwaldes in Südamerika kein Ende. Immer mehr Bäume werden ein Raub der Flammen.

Brände im Amazonas-Gebiet in Brasilien. Archivbild
Brände im Amazonas-Gebiet in Brasilien: 1.000 Brände trotz Verbot.
Quelle: Andre Penner/AP/dpa

Kein Tag zum Feiern: Trotz eines Verbots von Brandrodungen und eines massiven Militäreinsatzes steht der Regenwald im Amazonasgebiet weiter in Flammen. Allein ist den ersten Septembertagen wurden im brasilianischen Amazonasgebiet rund 1.000 Feuer registriert, wie aus den Daten des Weltrauminstituts Inpe hervorgeht.

30.000 Brände im Amazonas im August

Im August waren es fast 30.000 Brände gewesen. Am Samstag begeht Brasilien den Tag des Amazonas und erinnert damit an die Gründung der Provinz Amazonas durch Prinz Pedro II. im Jahr 1850.

Brandrodungen sind zwar derzeit offiziell verboten, doch es geht ungebremst weiter. Die Umweltbehörden wurden entmachtet, Polizeibehörden kontrollieren kaum und Verstöße haben keine Konsequenzen

, sagt Juliana Miyazaki von der Gesellschaft für bedrohte Völker. "Auslöser der Waldbrände sind meist illegale Rodungen. Es wird entwaldet, das Holz trocknet, dann wird Feuer gelegt. So werde neue Flächen für wirtschaftliche Aktivitäten wie das Agrobusiness frei."

Bolsonaro will Fläche wirtschaftlich nutzen

Mitte Juli hatte die brasilianische Regierung das Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet eigentlich für 120 Tage untersagt. Zur Überwachung des Verbots wurden Soldaten in die Region geschickt. Dass der rechte Präsident Jair Bolsonaro die Abholzung und Brandrodung allerdings tatsächlich eindämmen will, darf bezweifelt werden.

Der Ex-Militär hat immer wieder betont, die Region künftig noch stärker wirtschaftlich nutzen zu wollen.

Archiv: Ein LKW fährt durch gerodete Flächen, aufgenommen am 24.08.2019 in Boca do Acre, Brasilien

Brasiliens Präsident -
Bolsonaro nennt Umweltschützer "Krebs"
 

Brasilians Präsident Bolsonaro hat Umweltschützer als "Krebs" bezeichnet, den er ausrotten würde. Ihm wird eine Anti-Umweltpolitik vorgeworfen. Der Amazonas-Regenwald sei ihm egal.

Deutschland will Abkommen nicht unterzeichnen

An der starren Haltung in Brasilien könnte sogar die größte Freihandelszone der Welt zwischen der EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur scheitern.

Angesichts der anhaltenden Abholzung des Regenwaldes sei die Unterzeichnung des Abkommens derzeit kein gutes Signal, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt.

Entwaldung auch in Kolumbien

In Frankreich, Irland und Österreich wird der Vertrag ohnehin kritisch gesehen. Auch in anderen Ländern im Amazonasbecken herrscht Alarmstimmung: In Kolumbien würden bewaffnete Gruppen die Wildhüter aus den Schutzgebieten vertreiben, berichtete die Umweltschutzorganisation WWF.

"Illegaler Holzhandel, Bergbau und Landraub sind attraktive Möglichkeiten für diese kriminellen Organisationen, sich zu finanzieren", sagte die Kolumbienexpertin beim WWF, Julia Gorricho. "Darunter leiden wird nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen vor Ort, insbesondere Indigene."

Die Entwaldung in Kolumbien stieg in den ersten vier Monaten des Jahres um rund ein Drittel im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2019.

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