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Testflug und PR-Coup zugleich - Milliardär Branson: Einmal All hin und zurück

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Testflug und PR-Coup in einem: Mit seinem privaten Raumflieger hat der britische Milliardär Branson erfolgreich das Weltall erreicht - wenige Tage vor seinem Konkurrenten Bezos.

2021 ist es kein Wettlauf der Systeme, sondern von Weltraumtourismus-Unternehmen und ihrer milliardenschweren Besitzer. Hat Richard Branson das Rennen schon gewonnen, vor seinem Rivalen Jeff Bezos? Der Flug der "VSS Unity" verlief zumindest ohne Probleme.

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Der britische Unternehmer und Abenteurer Richard Branson hat sich seinen Traum vom Flug ins Weltall erfüllt - wenn auch nur ganz kurz. An Bord des Raumfliegers "VSS Unity" erreicht er - zusammen mit anderen Passagieren - eine Höhe von mehr als 80 Kilometern und erlebte einige Minuten lang Schwerelosigkeit. Es sei "die Erfahrung seines Lebens" gewesen, sagte Branson beim Rückflug zur Erde.

Branson: "Wunderschöne Erfahrung"

Nach wenigen Minuten setzte das Raumschiff zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an und landete schließlich wieder auf dem kommerziellen Weltraumbahnhof Spaceport America. Dieser liegt nahe der Kleinstadt Truth or Consequences im US-Bundesstaat New Mexico.

Branson gratulierte noch im Landeanflug seiner Firma und nannte die Erfahrung "wunderschön".

Mit fünfköpfiger Crew aufgebrochen

Der 70-Jährige war am Sonntag mit zwei Astronautinnen und drei Astronauten aufgebrochen. Das Raumschiff war zunächst unter einem Mutterflugzeug auf eine Höhe von etwa 14 Kilometer gebracht und dann abgesetzt worden.

Danach zündete das Triebwerk und beschleunigte das Raumfahrzeug während eines steilen Aufstiegs den Angaben zufolge auf mehr als die dreifache Schallgeschwindigkeit, was mehr als 3.700 Stundenkilometern entspricht.

[Die entscheidende Phase des Fluges sehen Sie hier:]

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Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der Himmel sich von blau zu schwarz färbte, als Branson und seine Crew die Atmosphäre verließen. Das wie ein Düsenjet aussehende Raumfahrzeug erreichte dann nach dem Aufstieg in 85 Kilometer Höhe den Weltraum. Dort konnten die Insassen für einen Moment die Schwerelosigkeit erleben und die Krümmung der Erdoberfläche beobachten.

Rund eine Stunde nach dem Start landete die "VSS Unity" wieder.

Ziel der Milliardäre: Weltraumtourismus

Ziel von Branson - und auch von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Tesla-Chef Elon Musk - ist es, ins Geschäft mit dem Weltraumtourismus einzusteigen. Doch Bransons All-Trip ist auch ein gelungener PR-Coup gegen seinen Konkurrenten Bezos: Der reichste Mann der Welt hatte in den vergangen Wochen seinen Flug ins Weltall am 20. Juli mit großem Aufwand beworben - dann kam Branson und kündigte an, dass er neun Tage früher fliegen werde.

Die Live-Berichterstattung von Virgin Galactic von dem Flug machte dementsprechend den Eindruck einer Werbeveranstaltung.

War Branson tatsächlich im Weltraum?

Unter Experten ist es jedoch strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung. So haben auch Soldaten der US Air Force die Bezeichnung Astronaut erhalten, obwohl sie nur in eine Höhe von 50 Meilen (80,5 Kilometer) geflogen waren.

Zum Vergleich: Die internationale Raumstation ISS befindet sich etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche. Das 18 Meter lange "VSS Unity"-Raumflugzeug bietet zwei Piloten und sechs Passagieren Platz, ab 2022 soll es Touristen ins All bringen.

Branson nicht erster Weltraum-Tourist

Wenn das Ganze gelingt, wäre Branson der erste private Weltraum-Tourist, der mit seinem eigenen Raumflugzeug unterwegs ist.

Mehrere andere Unternehmen und Raumfahrtbehörden haben zuvor schon Privatpersonen statt Astronauten in den Weltraum gebracht: Als erster Weltraum-Tourist gilt der US-Unternehmer Dennis Tito, der 2001 für rund 20 Millionen Dollar eine Woche auf der ISS verbrachte. Danach folgten noch rund ein halbes Dutzend weitere ISS-Touristen.

Weltall statt Luxusurlaub am Strand: Der Flug ins All reizt viele Menschen. Der Milliardär Richard Branson will mit seinem Raumflugzeug den Weltraumtourismus fördern.

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Der steinreiche Abenteurer Branson will mit Virgin Galactic kommerzielle Weltraumflüge salonfähig machen - genauso wie Jeff Bezos und Elon Musk. Mit dem Tesla-Chef posierte Branson am Sonntagmorgen noch auf einem Twitterfoto und schrieb: "Ein großer Tag liegt vor uns. Toll, um den Morgen mit einem Freund zu beginnen. Ich fühle mich gut, aufgeregt, bereit."

Musk kam am Sonntag als Gast zu der Abflugzeremonie. Branson, der bereits Rekordfahrten mit Segelbooten und Heißluftballons unternommen hat, begann seine Tour am Sonntag mit Muskelkraft: Am Weltraumhafen traf er mit dem Fahrrad ein.

Bezos startet mit Bruder und Gästen

Blue Origin, die Raumfahrtfirma von Jeff Bezos, hatte bereits im Mai einen bemannten Flug mit der Rakete "New Shepard" angekündigt. Der 57-Jährige will unter anderen seinen Bruder und eine 82-jährige ehemalige US-Pilotin auf den Jungfernflug in den Weltraum am 20. Juli mitnehmen. Ein weiterer Sitzplatz war vor wenigen Wochen für 28 Millionen US-Dollar an eine bislang unbekannte Person versteigert worden.

Richard Branson und seine Virgin Galactic-Crew

Rennen ins Weltall - Ab ins All: Branson hebt ab - vor Bezos  

Space Race der Superlative: Milliardär Branson fliegt am Sonntag ins All - wenige Tage vor Amazon-Gründer Bezos. Es geht um Ehre - und ums lukrative Weltraum-Tourismus-Geschäft.

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