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Brit Awards in London - Billie Eilish emotional, Rapper Dave politisch

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Große Show bei den Brit Awards: Billie Eilish zeigt Emotionen, Rapper Dave nennt Boris Johnson einen "Rassisten". Ausgezeichnet werden auch Lewis Capaldi, Stormzy und Mabel.

Billie Eilish ist zu Tränen gerührt bei der Verleihung der Brit Awards am 18.02.2020 in London.
Billie Eilish bei der Verleihung der Brit Awards.
Quelle: AP

Lewis Capaldi, Stormzy und Mabel gehören zu den großen Gewinnern der 40. Verleihung der Brit Awards. Doch eine Künstlerin stand am Dienstagabend in London besonders im Vordergrund: die US-Sängerin Billie Eilish. Die fünffache Grammy-Gewinnerin ("Bad Guy") gewann den Brit Award als beste internationale Solokünstlerin und erntete für eine starke Darbietung ihres Titelsongs "No Time To Die" für den neuen James-Bond-Film (der im Frühjahr in die Kinos kommen soll) tosenden Applaus des Publikums in der nicht ausverkauften Londoner Halle.

Billie Eilish zu Tränen gerührt

"Ich habe mich in letzter Zeit sehr gehasst gefühlt", erklärte die 18-Jährige Eilish, als sie den Preis annahm. Sie hatte zuvor in einem BBC-Interview von Cyber-Mobbing berichtet. Mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen fügte sie hinzu: "Aber als ich auf der Bühne stand und gesehen habe, wie ihr mich angelächelt habt, da wollte ich weinen. Und jetzt möchte ich auch weinen." Bei ihrem Song wurde Eilish von ihrem Bruder Finneas, dem deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer, dem früheren The-Smiths-Gitarristen Johnny Marr und einem Orchester begleitet.

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Im Januar hatte Billie Eilish bereits die Grammy Awards dominiert und fünf Trophäen abgeräumt. Komiker Jack Whitehall, der als Moderator durch den Abend führte, witzelte deshalb, dass Eilish "der einzige Teenager auf der Welt ist, der Greta Thunberg als faul erscheinen lässt".

Lewis Capaldi größter Gewinner des Abends

Größter Gewinner des Abends war aber der vierfach nominierte schottische Sänger und Songwriter Lewis Capaldi, der zwei Brit Awards erhielt - als bester Nachwuchskünstler und für die Single des Jahres ("Someone You Loved"). Die zweite Dankesrede des 23-Jährigen geriet allerdings etwas bizarr: Erst stellte Capaldi klar, der Song sei nicht seiner Ex-Freundin, sondern seiner verstorbenen Oma gewidmet. Dann sagte er: "Danke an meine Großmutter dafür, dass sie gestorben ist."

Sängerin Mabel ("Don't Call Me Up"), die auch für den Nachwuchspreis nominiert gewesen war, durfte sich über die Auszeichnung als beste britische Solokünstlerin freuen. Die 23-Jährige dankte ihrer Mutter Neneh Cherry, die 30 Jahre zuvor zwei "Brits" gewonnen hatte und ihre Tochter zu der Preisverleihung in der O2-Arena begleitete.

Rapper Dave nennt Boris Johnson einen "echten Rassisten"

Bei den Männern wurde Rapper Stormzy ("Own It") bester britischer Solokünstler. Den Erfolg von 2018 konnte er aber nicht wiederholen, denn der Preis für das beste britische Album ging dieses Mal an einen anderen Londoner Rapper - an Dave für dessen Debüt "Psychodrama". Der 21-Jährige sorgte bei der Preisverleihung mit seinem politischen Song "Black" für Aufsehen. "Die Wahrheit ist, unser Premierminister ist ein echter Rassist", rappte der Brite. Außerdem erinnerte Dave - wie Stormzy vor zwei Jahren - an die Opfer der Grenfell-Katastrophe. Damals starben über 70 Menschen bei einem Hochhausbrand im Londoner Stadtteil Kensington.

Die Brit Awards werden seit 1977 verliehen. Zum Jubiläum reduzierten die Organisatoren die Kategorien, um die Show dynamischer zu machen und mehr Platz für Live-Musik zu schaffen. Mit Erfolg. Neben diversen Preisträgern sorgten der frühere One-Direction-Sänger Harry Styles ("Adore You"), die US-Sängerin und Rapperin Lizzo ("Good As Hell") und Rod Stewart für Stimmung. Stewart trat gemeinsam mit Ronnie Wood und Kenney Jones auf, seinen ehemaligen Kollegen aus der Rockband The Faces ("Stay With Me").

Lizzo, mit einem aussergewöhnlichen Outfit, bei der Bühnenshow während der Verleihung der Brit Awards 2020 am 18.02.2020
Lizzo erhielt bei den Brit Awards keine Preise, sorgte aber für Stimmung.
Quelle: dpa

Tyler The Creator spottet über Theresa May

Insgesamt jedoch dominierte moderne Musik, insbesondere aus dem Rap-Genre. Der US-Rapper Tyler The Creator, der den Brit Award als bester internationaler Solokünstler erhielt, machte sich über Theresa May lustig. Die frühere britische Premierministerin hatte in ihrer Amtszeit als Innenministerin ein fünfjähriges Einreiseverbot für den Musiker ausgesprochen, das im vergangenen Jahr endete. "Ich weiß, dass sie jetzt stinksauer zuhause sitzt", sagte er. "Danke, Theresa May!"

Der Preis für die beste Band ging an Foals ("My Number"), die sich unter anderem gegen Coldplay und Bastille durchsetzten. Leadsänger Yannis Philippakis sagte in seiner Dankesrede: "Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr mehr Frauen in dieser Kategorie sehen." Im Vorfeld war kritisiert worden, dass weder in der Band-Kategorie noch beim Album des Jahres weibliche Künstlerinnen nominiert waren.

Die Brit Awards und das Frauen-Problem

Schon in den vergangenen Jahren hatten sich die Veranstalter der Brit Awards den Vorwurf gefallen lassen müssen, die Vielfalt der Musikszene auf der Insel nicht widerzuspiegeln und neue Stile wie Grime, der Elemente aus Hip-Hop, Elektromusik und Ragga verbindet, nicht zu würdigen. 2017 wurde die für die Preisvergabe zuständige Akademie mit mehr als 1.000 Akteuren der Musikindustrie ausgeweitet, um auch für mehr Präsenz von Künstlerinnen zu sorgen.

Im vergangenen Jahr waren dann zum zweiten Mal in der 40-jährigen Geschichte der Musikpreisverleihung mehr Frauen als Männer für Brit Awards nominiert. Doch diesmal waren nur vier Nominierungen in 25 der dafür möglichen Kategorien an Frauen gegangen. Und keine Künstlerin kam in die engere Auswahl für die Preise für die beste Band oder das Album des Jahres.

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