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Fans wollen Britney Spears "befreien"

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Kampagne #FreeBritney - Fans wollen Britney Spears "befreien"

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Sie soll versteckte Hilferufe via Instagram absetzen, ihre Fans sind überzeugt, Britney Spears muss befreit werden. Im Fall ihrer Vormundschaft findet nun eine neue Anhörung statt.

Britney Spears, aufgenommen am 22.07.2019 in Los Angeles
Britney Spears. Archivfoto
Quelle: epa

"Trag in deinem nächsten Post etwas Gelbes, wenn du in Gefahr bist“, steht unter ihren Posts, oder: "Klatsch drei Mal in die Hände, wenn alles ok ist". Es sind Tausende Kommentare, bei Twitter, Instagram und TikTok fordern Fans unter dem #FreeBritney, dass Popstar Britney Spears von ihrer Vormundschaft befreit wird.

In Online-Petitionen sammeln sie Unterschriften und protestieren bei den gerichtlichen Anhörungen, Britney solle wieder die alleinige Kontrolle über ihr Leben bekommen. Eine der Petitionen will Spears das Recht auf einen selbst gewählten Anwalt verschaffen.

Anhörung über Britney Spears Zustand

2008 wurde die Sängerin nach Psychiatrie- und Suchtklinik-Aufenthalten entmündigt. Die Vormundschaft wurde zunächst ihrem Vater übertragen, 2019 ging sie an Britneys Betreuerin Jodi Montgomery über. Die 38-jährige Sängerin kann beispielsweise nicht allein über ihre Finanzen entscheiden - oder wen sie trifft.

In einer gerichtlichen Anhörung soll jetzt wieder der Zustand von Britney überprüft werden. Auf ihrem Instagram-Kanal werden währenddessen Tanzvideos oder Schminktipps der Sängerin gepostet, unbedarft wirkt sie dort, oft kindlich.

Von Spott zu Solidarität

Nach ihren psychischen Zusammenbrüchen vor zwölf Jahren wurde Spears in den Medien und im Netz meist mit Hass und Häme überschüttet, das ist heute anders. Nun geht es vermeintlich um Solidarität. Manche Expertinnen glauben, dass das nicht weniger schädlich sein könnte.

Menschen wollen an das 'Free Britney' Narrativ glauben, weil sie entweder selbst in ihren Problemen bestätigt werden wollen oder sie sich dadurch bestärkt fühlen,

meint Social-Media-Expertin Samira Rajabi von der Universität von Colorado. Was auch immer Britney sagt oder tut: Es wird bewertet und so interpretiert, wie es am besten in das eigens kreierte Bild passt.

Vermeintliche Nähe durch Social Media

Durch Social Media würden sich viele Menschen Stars besonders nah fühlen. Dadurch, dass diese dort Momente ihres Alltags teilen - ob inszeniert oder nicht - glaubten viele Menschen, ihren Star wirklich zu kennen. "Das führt dazu, dass manche überzeugt sind, Britney ist ein Teil ihres Lebens, ihres Freundeskreises."

Einige Fans meinten zudem, eine besondere Beziehung zu Spears zu haben, weil sie quasi mit ihr und ihrer Musik aufgewachsen sind.

Am Ende spielt es keine Rolle, ob Britney wirklich befreit werden muss, es geht darum, etwas Sinnstiftendes für sich selbst zu machen,

so Rajabi. Nach der Anhörung soll am 22. August Britney Spears Vormundschaft neu verhandelt werden.


Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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