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Was hinter der Genschere Crispr/Cas steckt

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Nobelpreis für Erbgut-Forschung - Was hinter der Genschere Crispr/Cas steckt

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Für die Entwicklung der Genschere Crispr-Cas9 erhalten zwei Forscherinnen den Chemie-Nobelpreis. Mit dem Verfahren können sie das Erbgut von Pflanzen, Tieren, Menschen verändern.

Moderne Methoden können die Erbsubstanz von Pflanzen, Tieren und Menschen präzise verändern. Eine Revolution in der Medizin und der Landwirtschaft bahnt sich an. Auch das Missbrauchspotenzial wächst.

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Durch die mit einer "Hochpräzisions-Schere" verglichene Technik können einzelne Gene oder kleinste DNA-Bausteine mit Hilfe zelleigener Enzyme eingefügt, verändert oder ausgeschaltet werden. Ursprünglich ist die "Crispr/Cas"-Methode Bakterien abgeschaut. Sie haben eine Art Immunsystem entwickelt, mit dem sie Angriffe von Viren erkennen und abwehren können.

2012 hatten Emmanuelle Charpentier vom Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie und die US-Biochemikerin Jennifer A. Doudna die Idee, daraus ein molekularbiologisches Werkzeug zu entwickeln. Die Forscherinnen wurden für ihre Arbeit am Mittwoch mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet.

"Crispr/Cas"-Methode: Ertragsreiche und krankheitsresistente Sorten entwickeln

Wissenschaftler hoffen, mit dem Werkzeug in der Pflanzen- und Tierzucht zum Beispiel ertragreichere oder krankheitsresistente Sorten und Rassen zu entwickeln. Im Sommer 2018 entschied der Europäische Gerichtshof in einem Grundsatzurteil, dass auch die mit einer Genschere manipulierten Pflanzen als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssen.

Im Bereich der Medizin erwarten Forscher, dass möglicherweise menschliche Gendefekte repariert und damit Erkrankungen wie die Malaria und schwere Erbkrankheiten wie Mukoviszidose, Sichelzellanämie oder Muskeldystrophie verhindert werden können. Umstritten sind dabei Eingriffe in die menschliche Keimbahn, weil die Erbgutveränderungen Auswirkungen auf alle künftigen Generationen haben.

Seit kurzem haben Genetiker ein völlig neues Werkzeug in der Hand. CRISPR heißt es und katapultiert die Gentechnik quasi von der Steinzeit ins Computerzeitalter.

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Im April 2015 berichteten chinesische Forscher erstmals, menschliche Embryonen mit "Crispr/Cas" genetisch verändert zu haben. Die Embryonen wurden aber nicht weiterentwickelt oder eingepflanzt. Im November 2018 teilte dann ein chinesischer Wissenschaftler mit, er habe das Erbgut von gerade zur Welt gekommenen Zwillingsmädchen im frühen Embryonen-Stadium mit Hilfe der Genschere verändert.

Eingriffe in menschliche Keimbahn in Deutschland nicht erlaubt

In Deutschland sind Eingriffe in die menschliche Keimbahn bislang nicht erlaubt. Eine 2018 veröffentlichte Studie zeigte allerdings, dass die viel gepriesene Genschere bislang nicht so gut funktioniert, wie bislang behauptet. Sie verursache regelmäßig ungewollte Mutationen, erklärten britische Wissenschaftler. Das geschehe auch in Bereichen des Erbgut.

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