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Reste von chinesischer Rakete - Raketentrümmer stürzen in indischen Ozean

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Teile einer chinesischen Rakete sind in den indischen Ozean gestürzt. Kritik kam aus Europa und den USA, weil China die Risiken auf der Erde nicht ausreichend berücksichtigten.

Start einer chinesischen Long March-5B Y2 Rakete
Eine Rakete vom Typ Langer Marsch-5B hatte Ende April Teile für die neue chinesische Raumstation ins All gebracht.
Quelle: reuters

Die Reste einer chinesischen Rakete vom Typ Langer Marsch-5B sind in der Nacht zum Sonntag in die Erdatmosphäre eingedrungen und dann über dem Indischen Ozean abgestürzt.

Der chinesische Staatssender CCTV berichtete, das 18 Tonnen schwere Objekt sei um 4.24 MESZ in die Erdatmosphäre eingetaucht und zerfallen. Für die Absturzstelle im Meer wurden der genaue Längen- und Breitengrad angegeben.

Rakete hatte unkontrolliert an Höhe verloren

Die Rakete vom Typ Langer Marsch-5B hatte Ende April das erste Modul einer neuen chinesischen Raumstation ins All gebracht. Anschließend begann der Hauptteil der Rakete, die Erde in einer unregelmäßigen Flugbahn zu umkreisen und unkontrolliert an Höhe zu verlieren.

Die chinesischen Behörden sahen nur ein "extrem geringes" Risiko von Schäden auf der Erde, da die meisten Bestandteile der Rakete beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verbrannt oder zerstört würden.

Der Harvard-Astrophysiker Jonathan McDowell teilte bei Twitter mit:

Ein Wiedereintritt über dem Meer war immer statistisch betrachtet am Wahrscheinlichsten. Es scheint so, als hätte China erfolgreich gezockt (...). Aber es war trotzdem fahrlässig.
Jonathan McDowell, Astrophysiker

Die chinesische Raumfahrtbehörde hat das erste Modul für eine eigene Weltraumstation ins All geschickt. Die Station soll nächstes Jahr in Betrieb gehen.

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Kritik aus Europa und den USA

Bedenken aus den USA und Europa, die herabstürzenden Raketenteile könnten Schaden auf der Erde anrichten, wurden von der chinesischen Zeitung "Global Times" als "westlicher Hype" zurückgewiesen.

Die Überwachungsstelle der Europäischen Weltraumorganisation ESA hatte noch am Samstag erklärt, die Gefahr eines Einschlags auf besiedeltem Gebiet sei zwar gering, aber nicht ausgeschlossen.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte gesagt: "Ich denke, das spricht für die Tatsache, dass es für diejenigen von uns, die im Weltraum agieren, eine Anforderung gibt oder geben sollte, in einem sicheren und durchdachten Modus zu arbeiten".

Das US-Verteidigungsministerium verfolgt mit Sorge die Rückkehr einer chinesischen Weltraum-Rakete. Der ausgebrannte Flugkörper sinke fast intakt Richtung Erde zurück.

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Astrophysiker McDowell sagte, China müsse das Design der Rakete überarbeiten, um weitere Vorfälle dieser Art zu vermeiden:

Eine Tonne Metallsplitter, die mit hunderten Stundenkilometern auf die Erde zufliegen, ist keine gute Praxis.
Jonathan McDowell, Astrophysiker

2020 Raketenteile auf Elfenbeinküste gestürzt

Es war der zweite Einsatz dieses Raketentyps. Im vergangenen Jahr waren bei einem ersten Einsatz Überreste auf die Elfenbeinküste gestürzt, mehrere Gebäude in dem westafrikanischen Land wurden dabei beschädigt, verletzt wurde niemand.

China hatte die unbemannte Rakete namens "Langer Marsch 5B" am 29. April gestartet. Sie brachte ein Modul für den Aufbau einer Raumstation ins All, die bis 2022 fertiggestellt werden soll. Dazu sind zehn weitere Raketenstarts geplant. Die Raketen vom Typ "Langer Marsch" sind ein Hauptbestandteil von Chinas Weltraumplänen, die neben einer dauerhaften Raumstation auch Erkundungssonden zum Mond und zum Mars vorsehen.

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