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Interview

Mission von Russland und China - "Der Mond ist von großem Interesse"

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Russland plant zusammen mit China eine gemeinsame Station zur Erkundung des Mondes. Ex-Astronaut Thomas Reiter zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern im All.

„Zweifellos gibt es eine ganz entscheidende politische Komponente“, sagt Thomas Reiter, Ex-Astronaut, zur Kollaboration zwischen China und Russland. "Beide Nationen haben ein enormes Wissen in der Raumfahrt".

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Russland und China haben nach Angaben der Moskauer Raumfahrtbehörde Roskosmos ein Memorandum über den Aufbau einer internationalen wissenschaftlichen Mondstation unterzeichnet.

Ex-Astronaut Reiter zu Plänen von Russland und China

Ex-Astronaut Thomas Reiter war schon diverse Male im All und ist für die Europäische Raumfahrtagentur Esa tätig und äußerte sich im ZDF-Morgenmagazin zu den Plänen.

Die Absichtserklärung der beiden Länder sei nicht ungewöhnlich so Reiter:

Der Mond ist von großem Interesse.
Thomas Reiter, ehemaliger Astronaut

Die Esa arbeitet sowohl mit Russland als auch mit China zusammen, sei es auf der ISS oder bei der "Chang'e 5" Mission.

Pläne für ein "Moon Village"

Interessant sei, dass der letzte Esa-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner bereits ein "Moon Village" proklamiert habe, das international auf großes Interesse gestoßen sei. Ziel sei es gewesen, von verschiedenen Seiten Aktivitäten in Richtung Mond zu unternehmen und sich dann zusammenzufinden.

Und das (die Pläne Russlands und Chinas) scheint genauso in diese Richtung zu gehen.
Thomas Reiter, ehemaliger Astronaut

Zweifellos hätten die Anstrengungen auch eine politische Komponente. Die Esa sei zusammen mit der Nasa dabei, auch Vorbereitungen für eine Mondstation zu treffen. Hierzu gebe es jetzt gewissermaßen ein Gegengewicht. Und man müsse abwarten, was sich genau dahinter verbirgt.

Man könne außerdem beobachten, dass China in der Raumfahrt das gesamte Spektrum beherrsche: Satellitennavigation, Erdbeobachtung oder Telekommunikation. Außerdem habe es China geschafft, mit der "Chang’e-5"-Mission auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu landen und dort Gesteinsproben zu entnehmen. Das sei schon ein Novum gewesen, denn dort sei bisher noch keine Mission gelandet.

Fahrplan zur Errichtung einer Mondstation

Roskosmos und die chinesische Raumfahrtadministration sollen eine Zusammenarbeit bei der Errichtung der Mondstation sowie einen offenen Zugang zu dem Projekt für andere Länder und internationale Partner vereinbart haben. Das teilte Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin am Dienstag nach einer Videokonferenz mit seinem chinesischen Kollegen Zhang Kejian in Moskau mit.

Die auf der Oberfläche oder im Orbit des Mondes geplante Station solle der Erkundung des Erdtrabanten dienen. Dabei könnten auch Drohnen eingesetzt werden, um etwa Perspektiven einer Anwesenheit von Menschen auf dem Mond zu erforschen.

Russland will nun gemeinsam mit China einen "Fahrplan" für die Errichtung der Mondstation erstellen. Zum Zeitpunkt für die Eröffnung der Station und deren Kosten wurden keine Angaben gemacht.

Astronautinnen-Duo im Außeneinsatz.

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