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"Lage ist noch ernster als angenommen"

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Sechs Tote, rund 308 Infizierte - "Lage ist noch ernster als angenommen"

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Das Coronavirus fordert weitere Opfer. In der chinesischen Metropole Wuhan versuchen Behörden die Ausbreitung zu verhindern. Denn das Neujahrsfest mit Millionen Reisenden steht an.

Die Zahl der Infizierten stieg auf 300 an. Sechs Menschen starben an der Lungenkrankheit in China. Die Weltgesundheitsorganisation will prüfen, ob ein internationaler Notstand ausgerufen werden soll.

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Vor dem Krankenhaus sind sehr viele Krankenwagen und Pfleger in Ganzkörper-Schutzanzügen unterwegs. Es sieht aus wie an einem Tatort
ZDF-Korrespondent Ulf Röller

Mit erhöhten Vorsichtsmaßnahmen versucht China, den Ausbruch eines neuartigen Coronavirus zu kontrollieren. Am Dienstag bestätigten die Behörden einen sechsten Todesfall. Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit ist die Zahl der bestätigten Fälle auf 308 gestiegen. Darunter entfallen 270 Infektionen allein auf die Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan, wo das neuartige Virus seinen Ausgang genommen hatte. Rund 900 weitere Personen stünden wegen möglicher Infektion unter Beobachtung. Asiatische Nachbarn und mehrere Flughäfen in anderen Ländern weltweit haben wegen der neuen Lungenkrankheit inzwischen Fieberkontrollen oder andere Schutzmaßnahmen bei der Einreise aus Wuhan eingeführt.

Das Virus war den Erkenntnissen zufolge zuerst auf einem Fischmarkt im zentralchinesischen Wuhan ausgebrochen. ZDF-Korrespondent Ulf Röller berichtet aus Wuhan: "Die Lage ist noch ernster, als in den Vortagen angenommen wurde." Der komplette Marktplatz der Stadt mit 11 Millionen Einwohnern sei abgesperrt, die Lage in der Stadt angespannt: "Die Menschen sind besorgt, aber nicht panisch."

Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar

Allein in Wuhan gibt es inzwischen mindestens 198 Fälle, auch in Peking, Shanghai und in der Provinz Guangdong sind weitere Fälle registriert worden. Auch ins asiatische Ausland ist das Virus mittlerweile gelangt - über chinesische Reisende nach Südkorea, Japan und Thailand. Die Angst in der Bevölkerung stieg, nachdem ein chinesischer Regierungsexperte am Montagabend mitteilte, dass das Virus wahrscheinlich von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Von den Kontrollen Flugreisender waren insbesondere solche aus Wuhan betroffen. Beispielsweise gibt es drei Direktflüge von Wuhan nach Sydney pro Woche. Viele Chinesen reisen nach Australien. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe warnte vor dem Virus: "Wir müssen unsere Vorsichtsmaßnahmen erhöhen, da die Zahl der Patienten in China steigt", sagte er bei einem Treffen mit Ministern.

Millionen Chinesen reisen wegen Neujahrsfest durchs Land

Der jetzige Ausbruch fällt in eine heikle Zeit, weil in China Feierlichkeiten zum bevorstehenden Neujahrsfest anstehen. Millionen Chinesen sind dieser Tage quer durch das Land unterwegs zu ihren Familien, um gemeinsam den Start des neuen Jahres nach dem Mondkalender zu begehen.

Die Aktienkurse fielen in großen Teilen Asiens. Investoren sorgen sich um potenzielle Auswirkungen des Coronavirus auf den Tourismus und die Wirtschaft. Der Informationsdienstleister IHS Markit kommentierte, der Ausbruch des Virus in Wuhan könne eine Wirtschaftskrise in der asiatisch-pazifische Region auslösen, da es nun Belege für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gebe.

Die chinesische Regierung will ein ähnliches Szenario wie bei der Sars-Pandemie von 2002 und 2003 verhindern. Damals hatte sich die ebenfalls durch ein Coronavirus verursachte Atemwegserkrankung von Südchina aus auf mehr als zwei Dutzend Länder ausgebreitet. Mehr als 800 Menschen starben. Das neue Virus stammt aus der Erregerfamilie, zu der auch der tödliche Sars-Erreger gehört. Für Mittwoch hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren Notfallausschuss einberufen, um das weitere Vorgehen gegen die Krankheit international zu koordinieren.

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