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Coronavirus in China - Virus verbreitet sich - und erreicht USA

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Das neuartige Coronavirus in China ist offenbar weiter verbreitet als zunächst angenommen. Die Zahl der Nachweise steigt. Nun gibt es einen ersten Fall in den USA.

Desinfektionsstation am Flughafen in Hong Kong.
Desinfektionsstation am Flughafen in Hong Kong. Experten warnen vor Einschleppungen der neuen Lungenkrankheit durch Reisende.
Quelle: AP

Nach dem Anstieg der Patientenzahl in China halten Experten vereinzelte Einschleppungen der neuen Lungenkrankheit nach Europa für immer wahrscheinlicher. Es sei nicht auszuschließen, dass eine erkrankte Person nach Deutschland reise, sagte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Sorgen müsse man sich in Deutschland aber nicht machen.

"Wir müssen in den kommenden Tagen mit mehr Fällen in anderen Teilen Chinas und möglicherweise auch in anderen Ländern rechnen", erklärte der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tarik Jašarević, in Genf. Ungewöhnlich sei das nicht: "Wenn man die Überwachung ausweitet, ist es auch wahrscheinlich, dass man mehr Fälle entdeckt."

Coronavirus erreicht USA

In den USA hat sich diese Befürchtung bereits bestätigt: Heute ist dort ein erster Fall des Coronavirus festgestellt worden. Das Virus wurde nahe Seattle im US-Bundesstaat Washington bei einem Mann nachgewiesen, der aus China eingereist war, wie die US-Gesundheitsbehörde CDC mitteilte. Der Mann wurde als Vorsichtsmaßnahme in ein Krankenhaus der Stadt Everett eingeliefert. Auch in Taiwan, Thailand, Japan und Südkorea gab es bereits Nachweise - in allen Fällen erkrankten Menschen, die zuvor in Wuhan waren.

Reisende könnten das Virus auch in die Bundesrepublik einschleppen. "Wir müssen uns in Deutschland darauf vorbereiten, dass es zumindest in Einzelfällen auch zu Einschleppungen der Erkrankung kommt", sagte der Berliner Virusforscher Christian Drosten. "Kliniken müssen dann darauf vorbereitet sein, die Patienten zu isolieren."

Risiko in Deutschland ist "sehr gering"

Das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung in Deutschland wird vom zuständigen RKI derzeit als "sehr gering" eingestuft. Zwar könne es einzelne Fälle von Importen geben, fortgesetzte Infektionsketten - also anschließende Übertragungen von Mensch zu Mensch - seien nach derzeitigem Stand aber unwahrscheinlich, so RKI-Vizepräsident Schaade. Auch beim Mers-Coronavirus seien vereinzelt Infizierte nach Deutschland gekommen, ohne dass es daraufhin in Deutschland zu weiteren Übertragungen gekommen sei.

Auch das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Gefahr für Deutschland als gering ein. "Trotzdem beobachten wir die Situation in China natürlich aufmerksam und stehen dazu in ständigem Austausch mit unseren internationalen Partnern", sagte ein Sprecher.

So rüsten sich deutsche Flughäfen

Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Ausbreitung des Virus. In der zweiwöchigen Ferienzeit rund um das Fest sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs, viele Familien unternehmen zudem gemeinsame Reisen ins Ausland. Beliebt sind dabei neben Zielen in Südostasien auch Reisen nach Europa oder in die USA.

Wird der internationale Gesundheitsnotstand ausgerufen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Lungenkrankheit ihren Notfallausschuss einberufen. Die Experten sollen am Mittwoch beraten. Sollte die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen, empfiehlt sie damit schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Dazu können unter anderem Grenzkontrollen und das Einrichten spezialisierter Behandlungszentren gehören. Derzeit empfiehlt die WHO keinerlei Reise- oder Handelsbeschränkungen.

Auch die EU-Kommission plant zur Bewertung der Risiken durch die neue Lungenkrankheit ein Treffen. Nach Angaben eines Sprechers soll der Ausschuss für Gesundheitssicherheit am Donnerstag zusammenkommen. Bereits vergangenen Freitag habe es einen Austausch der EU-Staaten gegeben, bei dem über mögliche Reaktionen auf das Coronavirus beraten worden sei.

Coronavirus veranlasst viele Länder zu Sicherheitsmaßnahmen

Asiatische Nachbarn und Flughäfen in anderen Ländern wie den USA und Australien haben inzwischen Fieberkontrollen bei der Einreise aus Wuhan eingeführt. Die einzelnen Maßnahmen im Überblick:

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