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Einschränkungen für Ungeimpfe : Hamburg: Was bedeutet 2G? Was sind Ausnahmen?

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Einlass nur für Geimpfte und Genesene: In Hamburg startet das 2G-Modell. Was das konkret heißt, wer davon ausgenommen ist und was der Unterschied zu 3G ist. Fragen und Antworten.

Hamburg geht bei den Corona-Maßnahmen von Samstag an einen Sonderweg. Mit einem bislang bundesweit einmaligen 2G-Optionsmodell ermöglicht der rot-grüne Senat Veranstaltungen fast ohne Corona-Auflagen - sofern nur Geimpfte und Genesene sie besuchen.

Was ist das 2G-Modell?

Das 2G-Optionsmodell für Geimpfte und Genesene ist eine Ergänzung des bestehenden 3G-Modells für Geimpfte, Genesene und Getestete. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Modellen besteht darin, dass beim 2G-Modell für Veranstalter und Gäste kaum noch Corona-Einschränkungen gelten. Denn wenn sich ausschließlich Geimpfte und Genesene auf einer Veranstaltung, in einem Club oder in einem Hotel treffen, besteht nach Ansicht des Senats ein so geringes Infektionsrisiko, dass Lockerungen möglich sind.

Anders ist das beim von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossenen und seit dem 23. August gültigen 3G-Modell: Da dieses auch Getestete - also in der Regel Ungeimpfte - umfasst, gelten teils strenge Corona-Einschränkungen. Veranstalter konnten zwar bislang auch schon ein 2G-Modell nutzen, allerdings ohne die Lockerung der Corona-Einschränkungen.

Was ist das Ziel der Neuregelung?

Juristisch betrachtet will Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nach mehr als einem Jahr voller Einschränkungen nun dem Grundgesetz wieder zu seinem Recht verhelfen, etwa bei der Berufs- und Gewerbefreiheit.

Beschränkungen müssen verhältnismäßig sein und dürfen nur so lange erfolgen, wie sie zur Pandemiebekämpfung nötig sind.
Peter Tschentscher, Bürgermeister Hamburg

Politisch will er aber auch den Druck auf die Ungeimpften erhöhen. Nach dem Motto: Je weniger sie am sozialen Leben teilhaben können, desto mehr entscheiden sich dann vielleicht doch noch für eine Impfung. Auch beim 3G-Modell wird es für Ungeimpfte spätestens am 11. Oktober ungemütlicher, denn dann müssen Corona-Tests selbst bezahlt werden.

Wer kann das 2G-Modell in Anspruch nehmen?

Der Senat hat dazu eine lange Liste erstellt, die beinahe das gesamte gesellschaftliche Leben betrifft:

  • Gaststätten, Clubs und Hotels
  • Theater, Kinos, Museen und Konzertsäle
  • religiöse Veranstaltungen, Messen, touristische Rundfahrten und Volksfeste
  • Fitnessstudios, Schwimmbäder und Saunen sowie bei Sportveranstaltungen vor Publikum

Welche Lockerungen bietet das 2G-Modell?

Unter anderem Restaurants, Kneipen, Kinos, Theater, Museen und Zoos können ihre Einrichtungen wieder voll nutzen. Wenn sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, gibt es keine Kapazitätseinschränkungen mehr. Auch das Abstandsgebot und die Testpflicht in geschlossenen Räumen sind dann aufgehoben.

Für die Gastronomie vor allem in den Partyvierteln wie auf dem Kiez in St. Pauli und im Schanzenviertel besonders wichtig dürfte zudem die Aufhebung der Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr sein. Hinzu kommt: Statt 50 dürfen drinnen dann 150 Menschen tanzen, draußen sind es 750. Bei Sportveranstaltungen mit Publikum verdoppelt sich die Personengrenze in Innenräumen auf 1.300 und im Freien auf 2.000. Die Maskenpflicht bleibt jedoch bestehen.

"Kinder und Familien haben unglaublich gelitten in den letzten Monaten und dazu darf es jetzt nicht wieder kommen", appelliert Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht, SPD.

Beitragslänge:
5 min
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Gibt es Ausnahmen?

Nein. Wegen des Infektionsrisikos sind grundsätzlich alle Ungeimpften - auch jene, die sich wegen einer Schwangerschaft oder sonstigen medizinischen Gründen gar nicht impfen lassen können - von 2G-Veranstaltungen ausgeschlossen.

Einzige Ausnahme sind Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren. Weil sie sich noch nicht lange impfen lassen können, dürfen sie vorerst auch ungeimpft in 2G-Locations. Bürgermeister Tschentscher hat aber bereits angekündigt, dass diese Möglichkeit für die 12- bis 17-Jährigen in voraussichtlich sechs Wochen ausläuft.

Werden viele beim 2G-Modell mitmachen?

Das ist unklar, denn es gibt auch viel Kritik. Einige werfen dem Senat vor, nicht nur eine Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen, sondern die Verantwortung dafür auch noch auf die Veranstalter abzuschieben, die das Ganze ja kontrollieren sollen.

Auch arbeitsrechtlich mache 2G Probleme, da das Modell nur dann angewandt werden darf, wenn auch alle dort eingesetzten Beschäftigten geimpft oder genesen sind - was oft nicht der Fall sei und vom Arbeitgeber aus datenschutzrechtlichen Gründen auch gar nicht abgefragt werden dürfe. Aus der Hotellerie wiederum kommen Bedenken, weil viele Gäste Monate im Voraus gebucht hätten und ja nicht einfach vor die Tür gesetzt werden könnten, wenn sie nicht geimpft seien.

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