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Kampf gegen Corona : 2G oder 3G: Drosten dämpft Erwartungen

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3G bald am Arbeitsplatz und Bus und Bahn? Das streben die Ampel-Parteien an. Experten dämpfen allerdings die Erwartungen an eine durchschlagende Wirkung von 2G- oder 3G-Regeln.

Der Virologe Christian Drosten. Archivbild
Warnt vor hohen Erwartungen an 3G: Virologe Drosten
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Der Virologe Christian Drosten dämpft Erwartungen an die 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln. "Wir werden mit 3G keine Infektionen von Ungeimpften verhindern", sagte er bei einer Anhörung im Bundestag zu den von SPD, Grünen und FDP geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes.

Risiko unerkannt Infizierter

Man sei jetzt in einer "Hochinzidenz-Zeit" und müsse damit rechnen, dass anwesende Geimpfte ein "substanzielles Risiko" hätten, unerkannt infiziert zu sein. Vorrangiges Ziel bleibe der Schutz der Ungeimpften - eine Corona-Infektion könne in dieser Gruppe aber auch durch Testungen nicht verhindert werden, sagte Drosten.

3G könne allenfalls dann noch etwas ausrichten, wenn es ganz konsequent auf "stabile Sozialgruppen" angewendet und dort etwa alle zwei Tage getestet werde. Dem stünden aber logistische Anforderungen entgegen, weshalb 3G selbst am Arbeitsplatz schwer vermittelbar sei.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz erreicht mit über 300 den nächsten Rekord. Die Ampelparteien ziehen deshalb nun die Notbremse und schärfen ihre Pläne für Corona-Gesetze nach.

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3G-Regel erreicht viele nicht

Die 3G-Regel erlaubt neben Geimpften und Genesenen auch Getesteten den Zutritt etwa zu Veranstaltungen in Innenräumen. Allerdings könnten auch Geimpfte unwissentlich infiziert sein und das Virus übertragen.

Viele ungeimpfte Gruppen seien zudem durch 3G schwer zu erreichen, weil sie zum Beispiel keiner formalen Arbeit nachgingen oder im Ruhestand seien, nicht viel reisten und kaum Veranstaltungen besuchten und sich "eigentlich im Privatleben bewegen", sagte Drosten.

Auch durch 2G - also den Zutritt nur noch für Geimpfte und Genesene - sind diese Menschen Drosten zufolge kaum geschützt, weil sie das Virus im Privatbereich "nach Hause getragen bekommen", unter anderem von Kindern aus der Schule.

SPD, Grüne und FDP, die eigentlich Kontaktbeschränkungen komplett abschaffen wollten, verschärfen stattdessen nun ihre Pläne für Corona-Maßnahmen. Dazu ZDF-Korrespondent Theo Koll.

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Die meisten Kontakte im Privaten

Auch Max-Planck-Forscherin Viola Priesemann sieht die 2G- und 3G-Regelungen nicht als Allheilmittel. Nur 2G und 3G im öffentlichen Bereich zu etablieren, werde "nicht reichen, um die Fallzahlen runterzubringen". Die meisten Kontakte gebe es schließlich im Privatbereich.

Priesemann sprach sich erneut nachdrücklich für ein schnelleres Tempo bei Grundimpfungen und Auffrischungsimpfungen aus. Wenn bei Impfungen wieder ein Niveau wie im Sommer erreicht würde, "dann würden wir in einem Monat erste Wirkungen sehen", sagte Priesemann bei der Anhörung.

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Neue Pläne der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP für das Infektionsschutzgesetz sehen schärfere Kontaktbeschränkungen sowie die 3G-Regel am Arbeitsplatz vor. Auch eine Öffnungsklausel für erweiterte Befugnisse der Bundesländer soll es weiterhin geben. Der Hauptausschuss des Bundestages beriet dazu am Montag bei einer Anhörung mit Fachleuten über die neuen Vorhaben. Bundestag und Bundesrat wollen die Nachfolgeregelung für die epidemische Notlage bis Freitag unter Dach und Fach bringen.

FAQ

Ampel verschärft Corona-Pläne - "Faktisch ein Lockdown für Ungeimpfte" 

Die möglichen Ampel-Koalitionspartner ziehen die Zügel an: Ihren neuen Plänen zufolge soll es Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte geben. Auch 3G in Zug und Bus soll kommen.

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