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Wenn die Inzidenz weiter steigt : Wie können die Älteren geschützt werden?

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Vor allem Menschen ab 50 infizieren sich derzeit mit Corona - sie machen auch fast 80 Prozent der Covid-Fälle auf den Intensivstationen aus. Booster-Impfungen könnten helfen.

Eine Pflegerin testet eine Seniorin auf Corona in einem Altenheim.
Für ältere Personen werden Booster-Impfungen und regelmäßige Tests wichtig im Winter.
Quelle: dpa

Es wird wieder kälter. In dem Maße, wie sich das Leben in Innenräume verlagert, steigen - genau wie im letzten Herbst und Winter auch - die Infektionszahlen wieder deutlich an. 10.473 neue Positiv-Tests meldete das Robert-Koch-Institut am Dienstag. Gut 3.700 mehr als am Dienstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 113. 

Auch in den Krankenhäusern ist die kalte Jahreszeit schon angekommen: Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in den Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, gab das RKI mit 2,95 an. Die tatsächliche Hospitalisierungsrate liegt vermutlich höher, da Krankenhausaufnahmen oft verzögert gemeldet werden.

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Fast 80 Prozent der Corona-Patienten auf Intensiv über 50

Besonders viele Ansteckungen gibt es aktuell zwar bei Kindern und Jugendlichen - doch die größten Wachstumsraten bei den Neuinfektionen ist derzeit in den Altersgruppen ab 50 Jahren zu verzeichnen: Diese machen laut dem Kölner Science-Media-Center (SMC) fast 80 Prozent der Covid-Fälle auf den Intensivstationen aus. Mehr Fälle in diesen Altersgruppen hat also einen größeren direkten Einfluss auf die Belastung der Kliniken als bei den unter 50-Jährigen.

Geschützt werden sollten also vor allem die Älteren, meint Prof. Dr. Christian Althaus, Leiter der Forschungsgruppe Immuno-Epidemiologie am Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern:

Für Risikogruppen und Personen ab 60 oder 70 Jahren sind Booster wohl langsam angebracht, je nachdem wann die zweite Impfung abgeschlossen wurde.
Prof. Dr. Christian Althaus, Epidemiologe der Universität Bern

Epidemiologe: Besser kein Geburtstagsfest mit Ungeimpften

Zusätzlich sollten Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden: "Also vielleicht nicht gerade das Geburtstagsfest mit ungeimpften Personen. Mit der 3G-Regelung kann aber zum Beispiel im Gastrobereich das Risiko einer Ansteckung deutlich reduziert werden", so Althaus.

Und die Zeit für Booster-Impfungen drängt: Die Zahl der Covid-Fälle auf den Intensivstationen wächst aktuell mit etwa 15 Prozent pro Woche - mit steigender Tendenz. Ein kontinuierlicher Trend in diesem Maße würde nach Angaben des SMC dazu führen, dass gegen Ende des Jahres wieder ähnlich viele Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt wären wie im vergangenen Jahr.

Die meisten Corona-Patienten auf Intensiv ungeimpft

"Die Gruppe der Ungeimpften ist für die Belegung der Intensivstationen entscheidend. Die große Mehrheit der Patienten, die auf den Intensivstationen behandelt werden, ist nicht geimpft. Also sollte man diese Gruppe noch effektiver ansprechen", sagt Till Koch, Facharzt für Innere Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Die Boosterimpfungen seien hilfreich, so Koch - nicht nur, weil sie vor schweren Verläufen schützen. Sie könnten vielmehr auch kurzfristig das Infektionsgeschehen positiv beeinflussen, indem sie weitere Ansteckungen verhindern.

Grundsätzlich kann man sagen, dass es bei Geimpften im Vergleich zu Ungeimpften 70 Prozent weniger wahrscheinlich ist, dass sie das Virus bei einer Infektion weitergeben.
Till Koch, Facharzt für Innere Medizin am UKE

Mindestens genauso wichtig wie Booster-Impfungen sei aber weiterhin die Einhaltung der Kontaktmaßnahmen und das Tragen der Masken, mahnt Koch. Das gelte gerade für Ältere - selbst wenn sie geimpft sind. Das müsse zwar nicht die eigens gewählte Quarantäne daheim sein. "Aber mit Blick auf die Feiertage sollte man sich schon fragen, mit wem man ein Familienfest plant."

Versorgung eines Corona-Intensivpatienten.

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