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Videoaktion #allesdichtmachen : Liefers: Transparenz bei Corona-Politik fehlt

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Jan Josef Liefers äußert sich kritisch zu seiner Teilnahme an der Videoaktion #allesdichtmachen. Gleichzeitig wiederholt er den Vorwurf, die Corona-Politik sei nicht transparent.

Portraitfoto von Jan Josef Liefers.
Für Liefers sei in der Corona-Krise nicht ersichtlich, wie Entscheidungen zustande kämen.
Quelle: dpa

Nach der Videoclip-Aktion #allesdichtmachen hat sich Schauspieler Jan Josef Liefers nachdenklich über das gewählte Mittel geäußert. "Ich finde auch den Punkt interessant, dass vielleicht Ironie wirklich ein ungeeignetes Mittel ist", sagte er am Freitagabend in der Radio Bremen-Talkshow "3nach9".

Er sehe aber derzeit eine Lücke: "Es gibt nicht nur auf der Seite der Erkrankten Trauer und Leid, sondern auch auf der Seite derer, die unter diesen Maßnahmen inzwischen nun wirklich anfangen zu leiden, die sehe ich nicht so richtig vertreten."

Liefers: Mehr Transparenz in Corona-Krise

Es gebe Menschen, die man gerade verliere, weil es für sie keine Stimme gebe. Für ihn sei in der Corona-Krise nicht ersichtlich, wie Entscheidungen zustande kämen: "Mir fehlt im Moment die Transparenz. Wie kommt eine Bundesregierung nach so vielen im Grunde halben, Viertel, ganzen, Dreiviertel-Lockdowns auf die Idee, es immer wieder zu machen?"

"Wenn man dann was sagt, passiert das eben durch so framingartige Situationen, dass man sofort ziemlich radikal in so Ecken gepusht wird, in die man gar nicht reingehört", sagte der "Tatort"-Rechtsmediziner, der per Video ins Studio zugeschaltet war.

Liefers kritisiert Berichterstattung

In der "Aktuellen Stunde" des WDR hatte er zuvor erklärt, aus seiner Sicht kämen in den Medien zu wenig Regierungskritiker zu Wort. "Es gibt weltweit umfassende Studien von Leuten, die ihre Hausaufgaben auch gemacht haben und auch studiert haben, die zum Beispiel über einen Lockdown zu ganz anderen Erkenntnissen kommen als wir."

Liefers hatte in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Video unter anderem gesagt: "Schließlich wissen nur ganz wenige Spezialisten, was wirklich gut für uns ist." Der Clip endete mit den Worten: "Bleiben Sie gesund. Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht."

Folkerts: #allesdichtmachen war ein Fehler

Mit seinem waren Videos von rund 50 andere Schauspielern und Schauspielerinnen veröffentlicht worden. Mehrere distanzierten sich im Laufe des Freitags von ihren Beiträgen.

Schauspielerin Ulrike Folkerts hat ihre Beteiligung an der Internetaktion als Fehler bezeichnet. "Die Videos, die entstanden sind, wurden falsch verstanden, sind vielleicht falsch zu verstehen", schrieb die "Tatort"-Kommissarin am Freitagabend auf Instagram.

Ging die Aktion schief?

"Ich habe einen Fehler gemacht, ich war naiv genug zu glauben, mit meinen Kollegen*innen ein gewinnbringendes Gespräch in Gang zu bringen. Das Gegenteil ist passiert." Es tue ihr leid, "Menschen verletzt und vor den Kopf gestoßen zu haben".

Die Corona-Maßnahmen bezeichnete Folkerts als "absolut richtig". Sie sei weit davon entfernt, "Querdenkern und Rechten Argumente in die Hände zu spielen", betonte sie. "Es ist furchtbar, dass man mir das unterstellt." Die Aktion sei "schief gegangen und unverzeihlich".

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