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Studie - Was den Deutschen in der Pandemie Angst macht

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Fast die Hälfte der Bürger hat mittlerweile Angst, sich mit Corona zu infizieren, so eine Studie. Im Sommer sah das noch anders aus. Was fürchten die Deutschen in der Corona-Krise?

Archiv: Eine Frau geht durch die Fußgängerzone Hohe Straße in Köln
Die Angst vor Corona nimmt zu, so eine Studie.
Quelle: dpa

Stürzen der lange Shutdown und die Pannen beim Impfen Deutschland in eine Corona-Krise? Eine aktuelle Umfrage zu den Ängsten der Deutschen zeigt, dass die Gelassenheit vom Sommer großen Sorgen gewichen ist. Kippt nun die Stimmung?

Obwohl die Impfungen alles andere zügig voranschreiten wird schon über Sonderregelungen für Geimpfte diskutiert. Jetzt äußerte sich der Ethikrat.

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Inzwischen hält rund die Hälfte der Befragten die Politiker für überfordert, noch mehr fürchten um die Wirtschaftslage. Auch die Sorge, schwer an Corona zu erkranken oder Infektionen im Familien- und Freundeskreis zu erleben, spiele eine deutlich größere Rolle als 2020, heißt es in der Untersuchung für die R+V-Versicherung.

Für Manfred Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg, spiegelt sich in diesen Ergebnissen keine diffuse "German Angst", sondern Realismus.

Ich würde noch nicht die akute große Krise sehen, aber es ist doch eine spürbare Zuspitzung.

Umfrage "Die Ängste der Deutschen"

Die Ergebnisse der Untersuchung für die R+V-Versicherung lassen sich mit Interviews vom vergangenen Frühjahr und Sommer vergleichen.

Verschiebungen sind dabei nicht zu übersehen. So sorgten sich die Bundesbürger im vergangenen Sommer vorwiegend um ihren Wohlstand und blieben beim Thema Ansteckung eher cool. Nur ein Drittel fürchtete eine Infektion. Nun sind es mit 48 Prozent fast die Hälfte.

60 Prozent der Befragten haben Angst vor Regelbrechern

Neu ist die Frage, ob es Angst mache, falls immer mehr Menschen die Shutdown-Regeln ignorierten. "Ja", sagen dazu 60 Prozent der Befragten. Es ist der höchste Wert in dieser Umfrage.

Entscheidend ist aber auch, wie politische Maßnahmen bei der Bevölkerung ankommen, gerade jetzt im Shutdown und in der laufenden Impfdebatte. "Da ist etwas gekippt", urteilt Schmidt.

Die Sorge, dass Politiker überfordert sind

Nun sorgt sich mehr als die Hälfte der Interviewten (54 Prozent), dass Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind. Für Schmidt spiegelt der neue erhöhte Wert dennoch nachlassendes Vertrauen in die Politik - ein Warnsignal.

Für hoch gepokert hält Schmidt etwa Angela Merkels (CDU) wiederholte Versprechen, bis zum 21. September bekomme jeder, der wolle, ein Impfangebot. Was ist, wenn das bei all den Unsicherheiten nicht hinhaut?

Dann wird eine Ressource knapp, die zentral ist: Das Vertrauen der Wähler in die Politik.
Manfred Schmidt

Angst vor wirtschaftlichen Folgen der Pandemie

Die neue Umfrage zeigt für Schmidt aber auch, dass die Bundesbürger die Realität sehr zuverlässig registrierten. Zum Beispiel beim Thema Wirtschaft. Die Sorge, dass sich die Lage in Deutschland verschlechtert, ist in beiden Shutdowns mit 58 und 59 Prozent nahezu identisch hoch.

Die großen Stabilisatoren liegen für Schmidt im Krisenmanagement der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik mit Überbrückungshilfen und Kurzarbeit.

"Die Krisenlast ist ganz konzentriert", erläutert Schmidt. Sie treffe zum Beispiel Gastgewerbe und Reisebranche, insgesamt 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung.

Die Miete muss gezahlt werden, doch die staatlichen Novemberhilfen ließen auf sich warten. Wochenlang gab es Verzögerungen - und die Existenzängste bei den Gastronomen wachsen.

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Die Pandemie mit all ihren Zumutungen habe bisher nicht zu einer Krise der Demokratie geführt - manchen Modellen zum Trotz, sagt Schmidt.

Von einer großen Krise sind wir ein Stück weit entfernt. Die Politik hat also noch eine Chance.
Manfred Schmidt

"Die Unterstützungsbereitschaft der Bürger ist geringer geworden, aber man darf es nicht dramatisieren", fasst der Wissenschaftler die Umfrage zusammen. Noch seien die Werte überschaubar.

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