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Soziale und emotionale Armut - Armutsforscher warnt vor Folgen der Pandemie

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Die 7-Tages-Inzidenz im Berlin-Neukölln liegt bei 156, in Pankow ist sie nur halb so hoch. Ein Armustforscher erkärt, was die Pandemie mit den Schwächsten der Gesellschaft macht.

Berlin-Neukölln zählt zu einem der Corona-Hotspots. Armutsforscher Vachroi sieht darin besonders kulturelle Hintergründe und soziale Armut als Ursache.

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Die Corona-Inzidenzen sind vor allem in sozial schwächeren Stadtteilen besonders hoch, wo oft viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Der Berliner Armutsbeauftragte Thomas de Vachroi erklärt, dass es auch nach über einem Jahr sehr wichtig sei, die Menschen in diesen Vierteln über Covid-19 aufzuklären, und welche Rolle der Migrationshintergrund dabei spielt.

Hohe Inzidenzen haben kulturelle Gründe

"Neukölln ist dafür bekannt, dass es dort einen relativ großen Anteil an Migration gibt. Das ist aber nicht negativ zu sehen“, stellt de Vachroi klar. Es brauche jedoch Menschen, die die Corona-Sachlage dort in den Heimatsprachen kommunizierten. Dafür schicke er zum Beispiel Mitarbeiter auf die Straßen.

Die hohen Inzidenzen hätten auch kulturelle Hintergründe. Der familiäre Zusammenhalt, der besonders zugewanderte Menschen in "normalen" Zeiten stark mache, habe sich in der Pandemie zu einem großen Problem entwickelt, zur Angriffsfläche für das Virus.

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"Eingewanderte Familien leben in vielen Fällen in großen Familienverbänden", erklärt der Armutsbeauftragte. Soziale Wesen könne man nicht auseinanderreißen. Die Unterstützung innerhalb der Familie sei besonders wichtig für die Menschen, die sich zum Beispiel sprachlich nicht leicht zurechtfänden.

De Vachroi: Soziale Verwerfungen nehmen zu

Von Migrationsgegnern und rechten Gruppen, würde häufig behauptet, Migranten seien Pandemietreiber. "Das stimmt nicht", sagt Thomas de Vachroi, solche Aussagen seien falsch, man richte damit einen sozialen Schaden an. 

Er stellt die Zunahme "sozialer Verwerfungen" fest. Nach der Pandemie müssten diese aufgearbeitet werden, dies sei wichtig für die Demokratie. Er ist sich sicher, dass "die soziale und emotionale Armut uns nicht nur während der Pandemie, sondern auch nach der Pandemie beschäftigen wird".

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von Nils Metzger

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