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Corona-Impfstoff von Astrazeneca : Diskussion um ungenutzte Impfdosen

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Aktuell bleibt ein Großteil der Dosen des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca ungenutzt. Zur Frage, was damit geschehen soll, gibt es mehrere Vorschläge.

Beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca blieben jeden Tag viele Einheiten ungenutzt, aber in der Praxis sei es oft schwierig, den nächsten in der Impf-Reihenfolge zu identifizieren und zu erreichen. Das sagte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

In allen Impfzentren sollte es daher unbedingt Listen dafür geben, "wer an die Reihe kommt, wenn Dosen übrig bleiben", so Mertens weiter. Damit kein Impfstoff verworfen werde, könnten "geeignete Kandidaten aus nachfolgenden Prioritätsgruppen" vorgezogen werden.

Corona-Impfung von Astrazeneca. Symbolbild

Maximal 19 Prozent verimpft - Länder bleiben auf Astrazeneca sitzen 

Er liegt wie Blei in den Regalen: der Astrazeneca-Impfstoff. 81 bis 97 Prozent der angelieferten Menge bleibt derzeit in den Ländern ungenutzt. Das könnte sich jetzt ändern.

von Kristina Hofmann

Impfreihenfolge keine "harte Grenze"

Der Umgang mit übrig bleibenden Impfdosen müsse "pragmatisch vor Ort geregelt werden", forderte der Virologe. Die Übergänge zwischen den Gruppen in der Impfreihenfolge dürften nicht als "harte Grenze" aufgefasst werden.

Nach Angaben des Stiko-Chefs bleiben jeden Tag viele Dosen des Vakzins von Astrazeneca liegen, das in der Bevölkerung niedrigere Akzeptanz genießt als die ebenfalls zugelassenen Wirkstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Mertens nannte die Gründe für die Ablehnung des Astrazeneca-Impfstoffs "weitgehend irrational".

Berliner Senatorin: Impfdosen für Obdachlose nutzen

Die Berliner Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) kündigte an, dass mit einem Teil der übrig gebliebenen Astrazeneca-Dosen die rund 3.000 Wohnungslosen in den Notunterkünften der Hauptstadt geimpft werden sollten.

"Es ist in der aktuellen Situation nicht hinnehmbar, dass Impfdosen ungenutzt herum liegen", sagte sie den Funke-Zeitungen. Die Senatorin will mit den Impfungen der Wohnungslosen schon nächste Woche starten. Sie hofft, dass andere Bundesländer dem Berliner Beispiel folgen.

Impfangebot "so schnell wie möglich"

Breitenbach unterstrich, dass diejenigen nicht vergessen werden dürften, die keine laute Lobby hätten. Im Winter kämen viele Wohnungslose in einer Notunterkunft unter. Daher sei die Gelegenheit günstig: "Wir könnten und sollten allen Obdachlosen in Notunterkünften jetzt so schnell wie möglich ein Impfangebot machen."

Wohnungslose gehören aufgrund ihrer oftmaligen Unterbringung in Massenunterkünften bislang zur Prioritätsstufe zwei in der Impfreihenfolge. Zur Gruppe eins, also jener mit der höchsten Priorität, zählen unter anderem Menschen im Alter über 80 Jahren, Bewohner und Personal von Pflegeheimen sowie Mitarbeiter in Intensivstationen und Rettungsdiensten.

Ampullen mit dem Astrazeneca-Impfstoff.

Diskussion über Vakzin - Fachleute werben für Astrazeneca-Impfstoff 

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