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EMA entscheidet über Zulassung - Das Wichtigste zum Astrazeneca-Impfstoff

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Am Freitag entscheidet die Europäische Arzneimittelbehörde EMA über die Zulassung eines weiteren Impfstoffs gegen Sars-CoV-2. Fragen und Antworten zum Astrazeneca-Vakzin.

Archiv: Fläschen des Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca vor der Verpackung am 30.11.2020 in Indien
Am Freitag könnte der Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca in der EU zugelassen werden.
Quelle: Reuters

In den vergangenen Tagen stand der Astrazeneca-Impfstoff aus verschiedenen Gründen in der Kritik. Zum einen hatte der Konzern angekündigt, aufgrund von Produktionsproblemen der Europäischen Union im ersten Quartal 2021 weniger als die Hälfte der vertraglich vereinbarten 80 Millionen Impfstoffdosen liefern zu können. Zum anderen waren Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffs für Menschen ab 65 Jahren aufgekommen.

Was für ein Impfstoff ist AZD1222?

Während die beiden bisher in der EU zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sogenannte mRNA-Impfstoffe sind, handelt es sich bei dem Vakzin von Astrazeneca um einen sogenannten Vektorimpfstoff. Er basiert auf einem Erkältungsvirus, das bei Affen vorkommt.

Das Virus ist genetisch verändert worden, sodass es sich im Menschen nicht vermehren kann und daher auch keine Gefahr für ihn darstellt. Es dient als Transportmittel (Vektor) für einen Teil der Erbgutinformationen von Sars-CoV-2. Dank dieses eingeschleusten Bauplans kann die Zelle Teile des Coronavirus nachbauen, an dem unser Immunsystem dann für den Ernstfall - eine Infektion mit Sars-CoV-2 - trainiert.

Heute hat die EMA den Astrazeneca-Impfstoff für die EU zugelassen. Wie er wirkt und was ihn von den anderen Impfstoffen unterscheidet.

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Wo ist der Impfstoff von Astrazeneca bereits zugelassen?

Die erste Zulassung in Form einer Notzulassung erhielt AZD1222 am 30. Dezember 2020 in Großbritannien. Am gleichen Tag haben Argentinien und El Salvador das Vakzin zugelassen, es folgten Indien und Mexiko. In der EU hat Astrazeneca die Zulassung am 12. Januar beantragt.

Wer kann sich damit impfen lassen?

Es herrscht Stand heute Unklarheit darüber, wie wirksam AZD 1222 bei Menschen über 65 Jahren ist. In einem vorab bekannt gewordenen Entwurf der Ständigen Impfkommission (Stiko) hieß es, das Astrazeneca-Präparat solle "nur den Personen angeboten werden, die zwischen 18 und 64 Jahre alt" sind.

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Wie oft muss ich mich impfen lassen?

Um seine größtmögliche Wirksamkeit zu erreichen, muss das Vakzin zweimal verabreicht werden. In den bisherigen Studien hat Astrazeneca die Probanden einmal erst mit einer halben und dann einer vollen Dosis behandelt, einmal wurde an beiden Terminen jeweils eine volle Dosis verimpft. Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Dosis sollte vier bis zwölf Wochen betragen.

Bislang ist nicht bekannt, für welches Impfschema Astrazeneca die Zulassung beantragt hat. Auch die beiden bisher zugelassenen Impfstoffe müssen zweimal verabreicht werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) betont, dass beide Male das gleiche Präparat verabreicht werden muss.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Als Nebenwirkungen können bei allen drei Impfstoffen Schmerzen oder eine Rötung an der Einstichstelle, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit auftreten. Diese sind meist nur vorübergehend.

Auf einem Foto eines Mediziners mit einer Spritze in der Hand im Hintergrund ist in weißer Schrift Text zu lesen: "Coronavirus: Wer soll wann geimpft werden? Das Bundesgesundheitsministerium hat beschlossen: Erste Gruppe: alle Personen ab 80 Jahren, Bewohner und Bewohnerinnen und Personal von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie ambulanten Pflegediensten, Personal in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko oder Kontakt zu gefährdeten Gruppen; Zweite Gruppe: alle 70- bis 79-Jährigen, Personen mit Demenz, geistiger Behinderung, Trisomie 21 oder nach Organtransplantation, enge Kontaktpersonen von Schwangeren oder Pflegebedürftigen, Personal in medizinischen Einrichtungen mit hohem Ansteckungsrisiko, Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit mit hohem Ansteckungsrisiko (z.B. Polizei- und Ordnungskräfte), Teilbereiche des Öffentlichen Gesundheitsdienstes; Dritte Gruppe: alle 60- bis 69 Jährigen, Personen mit Vorerkrankungen mit moderat erhöhtem Risiko, Personal in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen (z.B. bei Bundeswehr oder Feuerwehr), Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur (z.B. Apotheken und Transportwesen), Beschäftigte im Einzelhandel, Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher, Personal mit niedrigem Ansteckungsrisiko in medizinischen Einrichtungen, Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen (z.B. Bewohnerinnen und Bewohner von Obdachlosen- oder Asylbewerberunterkünften)

Wie praktisch ist der Impfstoff?

Weil er keine Kühlung bei minus 70 Grad Celsius benötigt wie der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer, und bei einer normalen Kühlschranktemperatur von vier bis acht Grad Celsius länger haltbar ist als der von Moderna, gilt AZD1222 als besonders leicht in der Praxis handhabbar.

Wie teuer ist der Impfstoff?

Astrazeneca selbst nennt keinen Preis. Doch eine belgische Staatssekretärin verriet vor einigen Wochen aus Versehen auf Twitter, dass eine Dosis AZD1222 wohl 1,78 Euro kostet. Moderna liege demnach bei 15 Euro, der Impfstoff von Biontech/Pfizer bei 12 Euro.

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