Sie sind hier:

Millionen Impfdosen gelagert - Astrazeneca-Dosen: Rom bestätigt Kontrolle

Datum:

EU-Inspektoren haben - nach ZDF-Informationen - in einer Fabrik in Italien 29 Millionen Astrazeneca-Impfdosen vorgefunden. Rom hat die Kontrolle in einer Firma nun bestätigt.

Berlin, Deutschland, 16.03.2021
Der Hersteller Astrazeneca lagert in Italien 29 Millionen Dosen Corona-Impfstoff.
Quelle: reuters

Nach Berichten über große Mengen von eingelagertem Astrazeneca-Impfstoff in Italien hat die Regierung in Rom eine Inspektion in einer Firma bestätigt. Allerdings seien die kontrollierten Impfstoff-Dosen den Angaben zufolge für Belgien bestimmt gewesen, wie die Inspektion ergeben habe. Eine entsprechende Erklärung verbreitete die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi am Mittwoch in Rom.

Rom: Impfdosen für Belgien bestimmt

Darin hieß es, dass die Europäische Kommission Rom am Samstag (20. März) gebeten habe, eine Reihe von Impfstoffpartien in einer Produktionsanlage in Anagni in der Region Latium zu untersuchen. Gesundheitsminister Roberto Speranza habe die Inspektion angeordnet. Bis Sonntag hätten die für Gesundheitsschutz zuständigen Carabinieri (NAS) geprüft. "Die Inspektion ergab, dass die Partien für Belgien bestimmt waren", hieß es. Alle ausgehenden Partien würden nun von den Behörden kontrolliert.

Zuvor war bekannt geworden, dass in der Firma Anagni eine riesige Menge an Impfdosen gelagert werde. Inspektoren im Auftrag der EU-Kommission haben nach ZDF-Informationen dort 29 Millionen Impfdosen gefunden. Zuvor hatte die italienische Zeitung "La Stampa" darüber berichtet. Es hieß, die Dosen seien für den Export nach Großbritannien bestimmt.

Von Astrazeneca gab es zunächst keine Erklärung, was hinter der großen Lagerung steckt und an wen der Impfstoff genau geliefert werden soll.

Astrazeneca mit EU-Lieferungen im Rückstand

Die Entdeckung ist brisant, weil Astrazeneca bei den Lieferungen an die Europäische Union sehr stark im Rückstand ist. Statt bis zu 220 Millionen Dosen will das Unternehmen den EU-Staaten bis zur Jahresmitte nur 100 Millionen liefern. Der britisch-schwedische Hersteller hat zudem umfassende Lieferpflichten an Großbritannien, was seit Wochen für Spannungen zwischen Brüssel und London sorgt. 

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Impfstoff wurde nach ZDF-Informationen in der niederländischen Fabrik Halix in Leiden hergestellt und dann in Italien abgefüllt und verpackt. Die Fabrik produziert nach Angaben der EU-Kommission seit geraumer Zeit, hat aber bisher noch keine EU-Zulassung. Die für die Zulassung der Anlage zuständige EU-Arzneimittelbehörde EMA wollte sich diese Woche auf dpa-Anfrage über Details des Verfahrens nicht äußern.

Exportstopp und Problem-Fabriken - Warum Astrazeneca weniger Impfstoff liefert 

Erneut kürzt Astrazeneca seine Impfstoff-Lieferzusage an die EU. Dem Hersteller fehlen Rohstoffe aus den USA und reibungslos funktionierende Werke in der EU.

Videolänge
1 min
von Nils Metzger

Der Fund in Italien sorgt indes für Kritik: "Das ist nicht hinnehmbar", schrieb der CSU-Europapolitiker Manfred Weber auf Twitter und fordert ein "kategorisches Exportverbot" des Impfstoffes. "Ich kann mir keinen Grund denken, warum man in dieser Pandemielage Impfstoffe auf Halde legen würde", sagte ein EU-Vertreter.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.