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Studien zu Auffrisch-Impfungen : Dritte Astrazeneca-Dosis erhöht Schutz

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Eine dritte Impfung mit Astrazeneca soll laut einer Studie den Schutz gegen Corona deutlich erhöhen. Weitere Ergebnisse zu den Impfstoffen und einer Auffrischung zusammengefasst.

Astrazeneca Impfung
Forscher der Uni Oxford haben gemeinsam mit dem Pharmakonzern Astrazeneca weitere Studien durchgeführt.
Quelle: Reuters

In einer Studie, die Forscher von der Uni Oxford zusammen mit dem Pharmakonzern Astrazeneca durchgeführt haben, wurde untersucht, welche Wirkung eine dritte Dosis mit Astrazeneca, die mindestens sechs Monate nach der zweiten verabreicht wird, auf den Impfschutz hat. Hierbei wurde eine deutlich stärkere Immunantwort festgestellt. Der dritte Piks soll auch gegen die derzeitigen Varianten schützen, wie aus einer Pressemeldung hervorgeht. Die Studie, bei der Probanden zwischen 18 und 55 Jahren mitmachten, ist ein "Preprint", also noch nicht von Fachleuten begutachtet.

In Ländern mit hohen Impfquoten wie Großbritannien wird bereits darüber diskutiert, ob im Herbst mit Auffrischungsimpfungen begonnen werden soll. Auch in Deutschland geht es schon jetzt um sogenannte "Booster-Impfungen". Menschen aus Prio-Gruppen, die als erstes geimpft worden waren, könnten dafür bald in Frage kommen.

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Studie: Biontech-Impfung dürfte langanhaltende Immunreaktion auslösen

Die Frage, ob eine dritte Impfung überhaupt nötig ist, stellt sich angesichts von Forschungsergebnissen aus den USA zum mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Demnach löst das Vakzin offenbar eine relativ langanhaltende starke Immunreaktion aus. Noch drei Monate nach der zweiten Dosis konnten sogenannte B-Gedächtniszellen des Immunsystems nachgewiesen werden.

B-Gedächtniszellen sind zentral für die Funktionsweise von Impfungen, weil sie langlebig sind und sich "merken", wie ein Virus oder ein anderer Erreger beschaffen ist. Bei einem Zweitkontakt können sie dann für eine schnelle Immunantwort sorgen.

Das belegt eine wirklich robuste Immunreaktion.
Rachel Presti, Co-Studienleiterin von der Washington University School of Medicine in St. Louis

Erschienen ist die Studie im Fachmagazin Nature. Carsten Watzl vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund stimmt dieser Einschätzung zu. "Das ist sehr erfreulich. Aber ob und wie weit sich daraus eine lang andauernde Immunität ableiten lässt, ist offen", sagt der Immunologe, der nicht an der Arbeit beteiligt war, mit Blick auf die tatsächliche Schutzwirkung der Impfung.

Dass die mRNA-Impfungen mindestens sechs Monate lang zuverlässig vor der Erkrankung Covid-19 schützen, ist bekannt. Unklar ist dagegen, wie lange der Schutz darüber hinaus anhält. Sicher beantwortet kann das auch erst werden, wenn ein entsprechender Zeitraum vergangen ist.

Stiko ändert Impf-Empfehlung bei Astrazeneca

Erst diese Woche hatte die Ständige Impfkommission ihre Impfempfehlung bei Astrazeneca geändert - hin zu einer Kreuzimpfung. Wer beim ersten Piks Astra bekommen hat, soll mit dem zweiten einen mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna erhalten.

Die Stiko begründete ihren Rat damit, dass die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Präparaten - erst Vektor-, dann mRNA-Impfstoff - der Immunantwort nach zwei Dosen Astrazeneca "deutlich überlegen" sei.

Neues Schema verkürzt Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung

Auch verringert das neue Impfschema den Abstand zwischen den Impfungen: Demnach sollen rund vier Wochen Pause zwischen den Injektionen liegen. Das wäre deutlich kürzer als die bis zu 12 Wochen, die zwischen zwei Spritzen Astrazeneca liegen.

Ein solches Impfschema hatte die Stiko bislang nur jüngeren Menschen geraten, die bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen hatten, bevor dieser Impfstoff nur noch für Impfwillige ab 60 Jahren empfohlen wurde.

Weitere Hintergründe zur neuen Stiko-Empfehlung zu Kreuzimpfungen bei Astrazeneca lesen Sie hier:

Ein Impfpass nach zwei erfolgten Impfungen gegen Covid-19. Symbol
FAQ

Erst Vektor- dann mRNA-Impfstoff - Was bedeutet die neue Stiko-Empfehlung? 

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von Jan Schneider

"Beruhigende Nachricht für Länder mit geringeren Impfstofflieferungen"

Die Uni Oxford und Astrazeneca haben außerdem untersucht, wie sich die Wirkung entwickelt, wenn der Abstand zwischen erster und zweiter Impfung mit Astrazeneca weiter auseinanderliegt. Dies könnte vor allem für Länder relevant sein, die über weniger Impfstoff verfügen.

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Bei einem Abstand von bis zu 45 Wochen zwischen beiden Impfdosen konnten die Forscher demnach eine ebenso starke oder teilweise sogar bessere Immunantwort nachweisen wie bei dem standardmäßig kürzeren Intervall.

Der für den Vakzin-Versuch verantwortliche Forscher sagte gegenüber der Uni Oxford:

Dies sollte eine beruhigende Nachricht für Länder mit geringeren Impfstofflieferungen sein, die möglicherweise besorgt sind über Verzögerungen bei der Bereitstellung der zweiten Dosis an ihre Bevölkerung.
Andrew Pollard, Professor für pädiatrische Infektion und Immunität an der Universität Oxford

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