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Corona-Badesommer 2020 - Mehr Nichtschwimmer - weniger Badetote

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Wegen Corona durften letzten Sommer weniger Besucher ins Schwimmbad. Viele suchten alternative Abkühlung und wichen auf unbewachte Gewässer aus. Mit Folgen.

Schwimmbad gesperrt
Schwimmbad gesperrt
Quelle: ZDF

Im Corona-Sommer 2020 war das Baden vielerorts entspannter. Strenge Abstandsregeln sorgten für viel Platz in Bädern und an Stränden.

Unbewachte Badestellen beliebt

Wer dort keinen Platz fand, wich an andere Badestellen aus, mitunter auch unbewachte - mit Folgen: Im vergangenen Jahr sind deutschlandweit mindestens 378 Menschen ertrunken, die meisten (286) in Flüssen und Seen. In Nord- und Ostsee ertranken 21 Menschen, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Berlin bekannt gab.

Mit Verspätung starten zahlreiche Schwimmbäder in Deutschland in die Badesaison – dabei gelten jedoch strenge Auflagen. ZDF-Reporterin Anna Duda hat sich im Freibad Ingelheim (Rheinland-Pfalz) umgesehen.

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Weil viele Schwimmbäder wegen der Pandemie auch komplett geschlossen blieben und Kurse und Unterricht ausfielen, stieg laut DLRG der Anteil der Nichtschwimmer deutlich. Insgesamt waren es neun Prozent weniger Tote als im Vorjahr, sagte Sprecher Achim Wiese. 

Bayern trauriger Spitzenreiter

Insgesamt hätten sich die meisten Menschen an die Empfehlungen gehalten, nur an bewachten Stellen zu baden. Doch im besonders heißen August hätten viele auch andere, unbewachte Badestellen aufgesucht. Allein in dem Monat ertranken 117 Menschen - laut Wiese so viele wie seit etwa zehn Jahren nicht mehr.   

Die meisten Menschen - 79 - ertranken in Bayern. "Auf der zwei befindet sich Niedersachsen mit 50 Ertrunkenen und Platz drei in dieser schrecklichen Statistik belegt das bevölkerungsreiche Nordrhein-Westfalen", so Wiese. Dort seien es 47 Menschen gewesen, die ertrunken seien. Demnach folgen Baden-Württemberg mit 39 und Schleswig-Holstein mit 25 Menschen, die im Wasser ihr Leben verloren. 

In Bayern gibt es sehr schöne Seen, viele Seen und aufgrund der schönen Landschaft auch viele Touristen. Die Seen in Bayern sind oft nicht bewacht und dort gibt es viele Ertrinkungstote", erklärt Wiese. In Nordrhein-Westfalen seien vor allem der Rhein und die Baggerseen Gefahrenquellen.  

DLRG schlägt Nichtschwimmer-Alarm

Besonders stark angestiegen ist die Zahl an ertrunkenen Personen im vergangenen Jahr in Berlin.
Achim Wiese

In der Hauptstadt ertranken elf Menschen, im Jahr zuvor waren es zwei. "Gerade in Berlin wurden sich Flussabschnitte oder Seeabschnitte gesucht, von denen kein Mensch dachte, dass dort jemals irgendjemand baden gehen würde", erläuterte Wiese.  

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Betroffen auch immer wieder: Kinder und junge Menschen. Bundesweit starben 18 Kinder im Vorschul- und fünf Kinder im Grundschulalter  im Wasser. "Kinder haben heute nicht mehr überall und flächendeckend die Möglichkeit, schwimmen zu lernen", sagte DLRG-Präsident Achim Haag. "Viele Grundschulen haben Wege bis zum nächsten Schwimmbad, die mit keiner Unterrichtsplanung zu vereinbaren sind". Außerdem würden Bäder auch aus Kostengründen geschlossen.

Vielen Kindern fehlt die Ausbildung

Die Bäderschließungen im Corona-Jahr 2020 und damit auch der Ausfall von Schwimmunterricht hätten die Situation noch verschlimmert. "Der Nichtschwimmeranteil in Deutschland wird dadurch erheblich vergrößert", sagte Sprecher Wiese. 

Die DLRG hat eine Zwischenbilanz präsentiert. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres starben 192 Menschen durch Ertrinken. Das sind 63 weniger Badetote als im Vorjahreszeitraum. Die DLRG befürchtet aber steigende Zahlen für das Gesamtjahr.

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Nach Schätzungen der Lebensretter konnten im vergangenen Jahr bundesweit eine Million Kinder nicht zu sicheren Schwimmern ausgebildet werden. Als sicherer Schwimmer gilt, wer das Schwimmabzeichen in Bronze abgelegt hat. 

Die DLRG wolle sich nun für eine Stärkung der Schwimm-Ausbildung einsetzen, etwa mit kompakten Kursen, so Wiese. Außerdem sei es wichtig, dass auch die Schulen wieder Schwimmunterricht anbieten könnten. 

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