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Menschen mit Behinderungen - Doppelt benachteiligt im Corona-Arbeitsmarkt

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Die Corona-Krise belastet den Arbeitsmarkt. Für Menschen mit Behinderungen und ihre berufliche Entwicklung sind die Folgen gravierend, so Christina Marx von der "Aktion Mensch".

Junge Menschen informieren sich in Leipzig am 09.10.2020 über ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt.
Arbeitssuche in Corona-Zeiten: "Gut ausgebildete Menschen, die aber große Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden. "
Quelle: dpa

In vielen Bereichen verstärkt die Corona-Pandemie soziale Schieflagen. Menschen mit Behinderungen hatten es schon vor der Krise schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und den Weg in eine berufliche Ausbildung zu finden.

Die Krise hat die Situation zugespitzt. Die Jobsuche und der Weg in Ausbildungsberufe sind für Menschen mit Behinderungen mühsamer. Zudem seien viele Menschen durch Corona arbeitslos geworden, so Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch.

Corona-Krise belastet inklusiven Arbeitsmarkt zusätzlich

Tatsächlich orientiert sich der Arbeitsmarkt von Menschen mit Behinderungen immer am allgemeinen Arbeitsmarkt, beobachtet Marx. Die Schwankungen am Arbeitsmarkt und bei bestimmten Branchen in der Krise wirken sich jedoch auf Menschen mit Behinderungen stärker aus.

Das Armutsrisiko ist bei Menschen mit Behinderung größer als bei Menschen ohne Behinderung.
Christina Marx, Aktion Mensch

Deren Arbeitslosenzahl oder deren Arbeitslosenquote sei immer rund doppelt so hoch wie die vom allgemeinen Arbeitsmarkt, so das Ergebnis der Erhebungen der Aktion Mensch der vergangenen acht Jahre.

Wenn also die Arbeitslosigkeit in Deutschland wegen der Pandemie leicht steigt, wie zuletzt saisonuntypisch im Februar, hat das direkte Auswirkungen auf den inklusiven Arbeitsmarkt.

Pandemie erschwert die Suche nach Ausbildungsplätzen

Corona hat auch die Auszubildenden schwer getroffen. Sie dürften neben anderen Arbeitnehmern zu den Verlierern der Krise zählen. Bislang ist bereits die Rede von einer "Generation Corona".

Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Einzelhandel - zahlreiche Ausbildungsstellen sind weggebrochen und viele junge Menschen haben Probleme, einen passenden Betrieb zu finden. Das trifft umso mehr Menschen mit Behinderungen.

Die ZDF-Sendung "Menschen - das Magazin" hat einen jungen Mann bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle begleitet:

Endlich auf eigenen Füßen stehen. Die Schulzeit ist zu Ende. Aber wie schaut die Zukunft für junge Menschen mit Behinderung aus? Bekommt man ohne fremde Hilfe einen Arbeitsplatz?

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Kaum Chancen auf Arbeit für Langzeitarbeitslose

Unter der Krise leiden auch Minijobber und Langzeitarbeitslose. Für letztere hat sich der Zugang zum Arbeitsmarkt regelrecht verschlossen. Für Langzeitarbeitslose mit Behinderung ist die wirtschaftliche Lage besonders schwer.

Menschen mit Behinderung suchen im Durchschnitt über hundert Tage länger nach einem Job als Menschen ohne Behinderung.
Christina Marx, Aktion Mensch

Einiges sei noch zu tun, Barrieren müssten abgebaut werden, findet Marx. So stellten beispielweise Unternehmer oftmalse keine Menschen mit Behinderung ein aus Sorge vor bürokratische Hürden und auch Leistungsunterschieden.

Marcel Haag ist gehörlos. Er berichtet über seine Jobsuche während der Pandemie:

Marcel Haag ist gehörlos und war während der Corona-Pandemie auf Jobsuche - dabei stand er vor besonderen Herausforderungen.

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1 min
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Wohingegen Unternehmer oder Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderungen einstellten, gar keine Leistungsunterschiede feststellten. Statt auf mögliche Defizite helfe es, auf Potenziale zu schauen. Denn:

Das sind gut ausgebildete Menschen, die aber große Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden.
Christina Marx, Aktion Mensch

Frauen sind die Verliererinnen auf dem Arbeitsmarkt

Besondere Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben Frauen mit Schwerbehinderungen, so Marx. Sie sind offenbar gleich mehrfach diskriminiert und damit die Verliererinnen auf dem Arbeitsmarkt, wie es aus einer aktuellen Studie der "Aktion Mensch" hervorgeht.

Sie verdienten am wenigsten und sind am seltensten vollzeitbeschäftigt. Nur 37 Prozent von ihnen arbeiten in Vollzeit, so das Ergebnis. Gleichzeitig sind sie durch häusliche Familienarbeit noch ziemlich belastet, so Marx.

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Noch vor dem zweiten Shutdown, im Oktober hatte das "Inklusionsbarometer Arbeit" der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institute (HRI) gezeigt, dass in Deutschland fast 174.000 Menschen mit Schwerbehinderung ohne Arbeit waren. Zum Vergleich: Das waren rund 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen werden die Lage der Arbeitssuchenden kaum verbessert haben.

Die ZDF-Sendung "Menschen - das Magazin" hat Menschen mit Behinderung im zweiten Shutdown begleitet:

Der zweite große Lockdown, der im Dezember 2020 begann, stellt viele Menschen mit Behinderung erneut vor große Probleme. Wie gehen sie damit um?

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Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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