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Kritik an Vergabeplänen - Spahn-Ministerium: Genug Impfstoff da

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Das Gesundheitsministerium stellt klar: Es ist genug Impfstoff da. Zuvor gab es Kritik daran, dass die Biontech-Auslieferung vorerst gedeckelt und mehr Moderna geimpft werden soll.

Das Bundesgesundheitsministerium steht wegen geplanter Bestellbeschränkungen für den Corona-Impfstoff von Biontech zu Gunsten von Moderna in der Kritik. Hintergrund ist, dass die eingelagerten Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 verfallen.

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Das Schreiben aus dem Gesundheitsministerium an die Bundesländer hatte reichlich Wirbel ausgelöst: Bei den Auffrischimpfungen soll neben dem Präparat von Biontech/Pfizer vermehrt das von Moderna eingesetzt werden - für das Biontech-Vakzin solle es "Höchstbestellmengen" geben. Jetzt stellt die Behörde noch einmal klar: "Es ist genug Impfstoff für alle da."

Die Präparate von Biontech und Moderna seien beide "sicher, wirksam und gleich gut für Auffrischimpfungen geeignet", so das Gesundheitsministerium am Samstag. Bis Ende des Jahres stünden insgesamt 50 Millionen Dosen beider Corona-Impfstoffe für Erst-, Zweit- und insbesondere Auffrischimpfungen zur Verfügung - 26 Millionen von Moderna, 24 Millionen von Biontech/Pfizer.

Die Nachfrage nach einer dritten Corona-Impfung ist hoch. Hausärztin Dr. Ulrike Koock schildert, wie sie mit der großen Nachfrage an Booster-Impfungen in ihrer Praxis umgeht.

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Brysch: Angebot wird ausgebremst

Mehrere Politiker, Ärzte und die Stiftung Patientenschutz hatten das Vorgehen kritisiert. Stiftungsvorstand Eugen Brysch warf Gesundheitsminister Jens Spahn vor, das Hochfahren der Auffrischungsimpfungen zu behindern. "Denn offensichtlich gibt es nicht genügend frei wählbare Vakzine für die impfwilligen Menschen", sagte er. "Praktisch wird das Angebot ausgebremst."

Der Beschluss sei nicht richtig, sagte im Deutschlandfunk auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen dürfe man den Biontech-Impfstoff nicht begrenzen, zumal viele dem Biontech-Impfstoff besonders vertrauen würden. Dass bei den Moderna-Impfdosen das Verfallsdatum nahe, wisse man schon länger, man hätte sie auch anderen Ländern zur Verfügung stellen können.

"Das Gesetz ist verschlimmbessert worden", sagt Rechtswissenschaftler Franz Mayer über die Änderung des Infektionsschutzgesetzes, die die Ampelparteien durchgesetzt hat. Das Argument der Rechtssicherheit sei nur "vorgeschoben".

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Ärzte rechnen mit höherem Beratungsbedarf

Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen twitterte: Gerade für junge Menschen sei der Biontech-Impfstoff besonders gut verträglich. Zudem spiele auch die Wahl zwischen verschiedenen Vakzinen bei der Entscheidung für die wichtige Erstimpfung eine Rolle.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung befürchtet zudem deutlich erhöhten Beratungsbedarf bei den Ärzten: Beide Impfstoffe seien nach vorliegenden Studiendaten und laut der Ständigen Impfkommission gleichwertig. KBV-Vize Stephan Hofmeister sagte:

Trotzdem wird es hohen Erklärungsbedarf geben, der wertvolle Zeit bindet, die für das Impfen dann fehlt.
Stephan Hofmeister, Kassenärztliche Bundesvereinigung

Gesundheitsminister Spahn verteidigte das Vorgehen: "Ich weiß, dass diese kurzfristige Umstellung für viele engagierte Helferinnen und Helfer vor Ort in den Arztpraxen und Impfzentren viel zusätzlichen Stress bedeutet. Und das bedauere ich ausdrücklich", sagte der CDU-Politiker der dpa. Doch die Nachfrage nach Biontech sei in den letzten zwei Wochen so stark gestiegen, dass sich das Lager sehr schnell leere.

Der Corona-Impfschutz nimmt mit der Zeit ab, deshalb ist eine dritte Booster-Dosis wichtig.

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Biontech-Bestellungen sollen vorerst gedeckelt werden

In einem Schreiben seines Ministeriums an die Länder vom Freitag hatte es geheißen, dass derzeit 90 Prozent der Impfstoff-Bestellungen auf Biontech entfielen. Angesichts des stark steigenden Bedarfs in den kommenden Wochen solle daher vermehrt Moderna eingesetzt werden. Andernfalls drohten, eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen.

Für Biontech sollten daher "Höchstbestellmengen" definiert werden, wie es weiter hieß. Praxen sollen demnach vorerst maximal 30 Dosen pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1.020 Dosen. Betont wird: "Bestellungen für Moderna-Impfstoff werden keiner Höchstgrenze unterliegen und vollumfänglich beliefert."

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, will das Thema nun auf die Tagesordnung der für Montag geplanten Beratungen setzen.

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