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Corona-Schutz auffrischen - Was man über Impf-Booster weiß

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Die Gesundheitsminister haben Corona-Auffrisch-Impfungen für bestimmte Personengruppen beschlossen, sogenannte Booster-Impfungen. Für wen ist das wann sinnvoll?

Vorbereitung einer Corona-Impfung.
Vorbereitung einer Corona-Impfung.
Quelle: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild/Archiv

Wie lange hält der Impfschutz nach einer vollständigen Impfung an?

"Das kann noch niemand beantworten," erklärt Leif Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Berliner Charité bei einem Pressegespräch des Kölner Science Media Centers.

Wir analysieren dieser Tage die längerfristigen Verläufe.
Leif Erik Sander, Medziner Charité

Bei Menschen mit Immunschwäche, Organtransplantierten und Senioren, die im Schnitt 81 Jahre alt waren, habe man jedoch vier Wochen nach der zweiten Impfung kaum noch Antikörper messen können. Auch die T-Zellen-Antwort sei reduziert gewesen, so Sander. T-Zellen sind Teil der körpereigenen Immunabwehr und können körperfremde Substanzen angreifen und unschädlich machen.

Die Gesundheitsministerkonferenz hat nun beschlossen, Pflegebedürftigen eine Drittimpfung anzubieten. Voraussetzung: Die zweite Impfung ist länger als ein halbes Jahr her.

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Auch andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Immunantwort von

  • immungeschwächten
  • sehr alten
  • pflegebedürftigen

Menschen schwächer ausfällt und auch schneller nachlässt. Und einen allgemeinen langsam abnehmenden Impfschutz im Zeitverlauf machen auch die Nachbeobachtungen der klinischen Studie von Biontech/Pfizer sichtbar:

Zwischen dem vierten und sechsten Monat nach der zweiten Impfdosis sinkt demnach die Impfstoffwirksamkeit (Verhinderung von Infektion und von Symptomen) auf rund 84 Prozent. Vor schweren Verläufen schützt die Impfung aber dennoch zu etwa 97 Prozent, so die Studie, die bisher nur als Preprint erschienen ist und noch nicht von anderen Fachleuten begutachtet wurde. Ein abschließendes Studienergebnis steht derzeit noch aus.

Für wen sind Auffrisch-Impfungen/Booster-Impfungen sinnvoll?

Booster-Impfungen können bei vulnerablen Gruppen sehr sinnvoll sein, so die Einschätzung von Mediziner Sander. Flächendeckende Auffrischungen für alle sieht er aktuell nicht. Allerdings:

Im Lichte neuer Varianten könnten auch für andere Booster-Impfungen notwendig sein.
Leif Erik Sander, Medziner Charité

In Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen wird ab September eine Auffrisch-Impfung in der Regel mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie angeboten. Das hat die Gesundheitsministerkonferenz Anfang der Woche beschlossen.

Patienten mit Immunschwäche oder Immunsuppression sowie Pflegebedürftige und Höchstbetagte, die zu Hause leben, können sich von ihren behandelnden Ärzten impfen lassen. Auch mobile Impfteams sollen zum Einsatz kommen.

Ab September sollen Höchstbetagte, Pflegebedürftige und Menschen mit geschwächtem Immunsystem eine Drittimpfung bekommen können. Nicht alle Immunologen halten das für sinnvoll.

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Außerdem können alle Bürgerinnen und Bürger, die ihren vollständigen ersten Impfschutz mit Astrazeneca oder Johnson&Johnson bekommen haben, auf Wunsch eine weitere Impfung mit einem der mRNA-Impfstoffe (Biontech bzw. Moderna) erhalten.

Christine Dahlke, Expertin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in der Abteilung Klinische Infektionsimmunologie, erläutert im Pressegespräch des Science Media Centers, dass bei einer zweimaligen Impfung mit Astrazeneca die Zahl der gebildeten neutralisierenden Antikörper geringer ausfalle, als im Mix von Astrazeneca und einem mRNA-Impfstoff.

Wie gut verträglich und wie wirksam ist eine dritte Impfdosis?

Erste Ergebnisse einer noch laufenden Studie von Biontech/Pfizer zu einer dritten Impfdosis zeigen eine hohe Antikörperantwort gegen den Wildtyp des Virus sowie gegen die Beta-Variante, die zuerst in Südafrika entdeckt wurde. Die dritte Impfdosis weist laut Biontech ein "konsistentes Verträglichkeitsprofil" auf. Ein speziell auf die Delta-Variante angepasster Impfstoff soll noch in diesem Monat in einer ersten Studie getestet werden.

Die Verträglichkeit der dritten Impfdosis müsse engmaschig überwacht werden, mahnt Leif Erik Sander von der Berliner Charité. Gerade bei älteren Menschen sei die Verträglichkeit bei der Zweitimpfung aber sehr gut gewesen, sodass bei einer dritten Spritze keine schweren Komplikationen zu erwarten seien.

Ich persönlich sehe da kein Risiko.
Leif Erik Sander, Medziner Charité

Die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern berät heute u.a. über Dritt-Impfungen für Risikogruppen. In Israel wird das bereits jetzt bei Über-60-Jährigen eingesetzt.

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Welchen Effekt hat die Delta-Variante auf den Impfschutz?

"Delta infiziert effizienter", stellt Mediziner Sander fest.

Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass ein vollständig geimpfter Mensch kein Virus übertragen kann.
Leif Erik Sander, Medziner Charité

Trotz Impfschutz können Menschen mit der Delta-Variante eine hohe Viruslast haben, die auch infektiös sein kann. Das bedeute aber nicht unbedingt, dass diese Menschen dann auch krank werden, erklärt Sander, doch es könne sein, dass sie das Virus weitergeben.

Bei Geimpften seien deutlich seltener symptomatische Erkrankungen zu beobachten, so Sander. Es gehe letztlich vor allem darum, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.

Gegen schwere Verläufe wirken die bestehenden Impfstoffe bisher - zu diesem Ergebnis kommen verschiedene Studien. Daten des israelischen Gesundheitsministeriums zeigen beispielsweise, dass der Biontech/Pfizer-Impfstoff schwere Krankheitsverläufe zu 93 Prozent verhindert, trotz steigender Zahl der Neuinfektionen mit der Delta-Variante.

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