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FAQ

Booster-Impstoff - Moderna oder Biontech: "Nehmen, was da ist"

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Praxen und Impfzentren sollen verstärkt Moderna einsetzen, damit die Dosen nicht verfallen. Was heißt das für die Auffrischimpfung?

Das Bundesgesundheitsministerium steht wegen geplanter Bestellbeschränkungen für den Corona-Impfstoff von Biontech zu Gunsten von Moderna in der Kritik. Hintergrund ist, dass die eingelagerten Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 verfallen.

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"Höchstbestellmengen" für Biontech, der verstärkte Einsatz von Moderna, damit eingelagerte Dosen nicht verfallen - mit seinen Vergabeplänen für Corona-Impfstoffe hat das Bundesgesundheitsministerium viel Kritik auf sich gezogen. Experten betonen, beide Impfstoffe seien gut, Ärzte befürchten aber Verzögerungen und mehr Beratungsbedarf bei den Booster-Impfungen. Und die nehmen gerade Fahrt auf.

Wer schon seine Auffrischungsimpfung gebucht hat, für den stellen sich jetzt womöglich Fragen. Ein Überblick:

Wie gut schützt Moderna?

Sehr gut - darauf weisen Untersuchungen hin. Eine US-Studie etwa verglich die Effektivität der Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer. Ihr Ergebnis: Herrscht die Delta-Variante vor, schützt Modernas Spikevax zu rund 76 Prozent vor einer Infektion. Comirnaty von Biontech kam auf 42 Prozent. Vor schweren Verläufen mit Krankenhauseinweisung schützt Moderna demnach zu 81 Prozent, Biontech zu 75 Prozent. Die Studien-Autoren weisen allerdings darauf hin, dass die Unterschiede noch bestätigt werden müssten.

Eine jüngst veröffentlichte Studie aus Katar tut dies: Der Schutz vor Infektion wie Hospitalisierung ist bei der Delta-Variante bei Spikevax höher als bei Comirnaty, so ihr Ergebnis. Betrachtet man die Dauer des Schutzes, deuten erste Daten darauf hin, dass Moderna auch hier die Nase vorn haben könnte.

Und Moderna als Booster?

Dazu gibt es bislang nur erste Hinweise. Es deutet sich an, dass Moderna hier mindestens genauso effektiv ist wie Biontech. So hat das Gesundheitsministerium Singapurs vor einigen Tagen die Ergebnisse eines Vergleichs veröffentlicht, bei dem alle Personen die Grundimmunisierung mit Biontech hatten. Wurden diese auch beim dritten Mal damit geimpft, ergab sich eine Reduzierung des Infektionsrisikos von 62 Prozent. Bekamen sie Moderna, lag sie bei 72 Prozent.

Mindestens 25 Millionen Menschen sollen bis Jahresende in Deutschland eine Corona-Booster-Impfung bekommen. Wie schaffen wir das und wie muss die Drittimpfung organisiert werden?

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Was sagen Experten zur Kombination von Impfstoffen?

Für die Auffrischungsimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission generell einen mRNA-Impfstoff, auch wenn man vorher einen anderen bekommen hat. Wenn möglich, soll es beim Boostern derselbe mRNA-Wirkstoff sein wie bei der Grundimmunisierung, schreibt das Robert-Koch-Institut. Wenn dieser nicht verfügbar sei, könne auch der jeweils andere eingesetzt werden.

Lediglich für Personen unter 30 Jahren empfiehlt die Stiko ausschließlich den Biontech-Impfstoff, weil in dieser Altersgruppe beim Moderna-Impfstoff das Risiko für bestimmte Herzentzündungen leicht erhöht ist. Die Experten haben also grundsätzlich keine Bedenken hinsichtlich eines möglichen Wechsels.

Die Corona-Infektionszahlen steigen und steigen - bereits Geimpften wird eine Booster-Impfung empfohlen. Für wen eignet sich diese, wann sollte sie erfolgen? Ein Überblick.

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"Ich halte das für völlig unproblematisch", sagt auch der Infektiologe Leif Erik Sander von der Berliner Charité. Es gebe sogar Studien, die zum Ergebnis kämen, dass die Kombination verschiedener Impfstoffe immunologisch günstig sei:

Man sollte einfach das nehmen, was da ist.
Leif Erik Sander, Infektiologe

Beide mRNA-Impfstoffe haben bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung für den Einsatz als Booster-Impfstoff. Bei Moderna wird die halbe Dosis der Grundimmunisierung gespritzt, bei Biontech eine ganze Dosis. Die möglichen Nebenwirkungen einer Auffrischungsimpfung gleichen den Studien zufolge denen, die auch nach den ersten beiden Spritzen auftreten können.

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Warum entscheiden sich so viele in Deutschland für Biontech?

Das dürfte auch daran liegen, dass der Impfstoff hier entwickelt wurde und durch die vielen Berichte über die Erfolgsstory der Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin ein besonders gutes Image hat. Außerdem setzt auch die deutsche Corona-Impfkampagne vor allem auf Biontech.

Der Impfstoff liegt bei den vereinbarten Liefermengen mit Abstand vorne: In diesem Jahr sind es laut einer Übersicht des Gesundheitsministeriums weit über 100 Millionen Dosen. Von Moderna wurde etwa halb so viel geordert.

Wann lässt der Impfschutz ohne Booster nach? 

Das hat Sahin noch einmal genauer in der "Bild am Sonntag" erklärt: Ab dem vierten Monat beginne der Schutz "gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Grades" abzunehmen. Ab dem sechsten Monat sinke er deutlich. Vor schwerer Erkrankung schützt die Impfung seinen Angaben zufolge aber weiterhin: "Kürzlich veröffentlichte Daten aus unserer Studie zeigen, dass der Impfschutz noch bis zum neunten Monat sehr hoch ist, sodass es bei Geimpften nur selten zu schweren Erkrankungen und einer Krankenhausbehandlung kommt."

Wie viel Impfstoff-Reserven hat Deutschland?

Bis zum Jahresende stehen laut Ministerium noch rund 50 Millionen Dosen für Erst-, Zweit- oder Booster-Impfungen zur Verfügung, etwa die Hälfte davon kommt von Biontech, die andere Hälfte von Moderna. Angestrebt werden bis Jahresende 20 bis 25 Millionen Auffrischungsimpfungen - zwischen 5,5 und 6 Millionen sind es bisher.

Maximal 25 Millionen Menschen der Gesamtbevölkerung (ca. 30 Prozent) haben, wenn man die Daten des Impfdashboards des Gesundheitsministeriums zugrunde legt, noch keine Impfung erhalten.

Die Corona-Impfstoffentwickler von Biontech sind mit dem Deutschen Zukunftspreis 2021 ausgezeichnet worden. Der Preis wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen.

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Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Screenshot aus der Gruppe "Dresden Offlinevernetzung"
Exklusiv

Sachsens Ministerpräsident - Mordpläne gegen Kretschmer auf Telegram 

Radikalisierte Impfgegner planen, Michael Kretschmer (CDU) wegen dessen Corona-Politik umzubringen. Eine Gruppe aus Dresden will dafür bereits Waffen besorgt haben.

von Arndt Ginzel, Henrik Merker und Christian Rohde
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