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Pandemie - Brasilien: Mehr als 600.000 Corona-Tote

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Brasilien hat die Zahl von 600.000 Corona-Toten überschritten. Pro Tag würden weiter Hunderte an dem Virus sterben, so das Gesundheitsministerium. Trotzdem ist man optimistisch.

Passanten in der Innenstadt von Sao Paulo am 28.09.2021.
Mehr Corona-Tote als in Brasilien hat es nur in den USA gegeben.
Quelle: picture alliance / NurPhoto

Brasilien hat die Marke von 600.000 Corona-Toten überschritten. Seit Beginn der Pandemie sind 600.425 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Freitagabend hervorgeht. Nur in den USA wurden bislang mehr Tote als in Brasilien registriert. Am Tag kommen in Brasilien derzeit rund 500 Tote dazu.

Opferzahlen gehen langsam zurück

Seit Juni, als das Land insgesamt eine halbe Million Corona-Tote zählte, ist die tägliche Opferzahl auch wegen des Impf-Fortschritts zurückgegangen. Seit Beginn der landesweiten Impfkampagne im Januar sind nun fast 242 Millionen Impfdosen verabreicht worden.

"Die Situation hat sich verbessert, aber wir dürfen nicht unvorsichtig werden.
Margareth Dalcolmo, Lungenärztin und Forscherin

Margareth Dalcolmo, Lungenärztin und Forscherin am renommierten Forschungsinstitut Fiocruz sagte, die Pandemie könne erst dann als unter Kontrolle betrachtet werden, wenn "wir 80 Prozent der Bevölkerung geimpft haben". Bislang haben 71,4 Prozent der Brasilianer mindestens eine Impfdosis erhalten, aber nur 45,9 Prozent sind vollständig geimpft.

Impfdosis gegen Covid-19

Impfquote in Brasilien - "Impf-Feinschmecker" jagen ihren "Stoff" 

Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie brach in Brasilien das Gesundheitssystem zusammen. Nun jagen Brasilianer ihrem bevorzugten Impfstoff hinterher.

Nach den Vereinigten Staaten und Indien verzeichnet das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas zudem mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Infektionen. In Brasilien leben 210 Millionen Menschen; das Land ist 24 mal so groß wie Deutschland.

Präsident Bolsonaro verharmlost Virus weiterhin

Der rechte Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen abgelehnt. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel und hat mehrmals betont, dass er selbst noch nicht gegen Corona geimpft sei. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Corona-Krisenmanagement seiner Regierung läuft.

Tausende kleine Fähnchen am 06.10.2021 in Sao Paulo
Gedenken der Corona-Toten in Brasilien
Quelle: picture alliance / AA

Mehrmals demonstrierten in den vergangenen Monaten Zehntausende gegen Bolsonaros Politik. Am Freitag wurden am Strand der Copacabana in Rio de Janeiro - organisiert von der Nichtregierungsorganisation "Rio de Paz" - für die Corona-Opfer symbolisch 600 weiße Tücher aufgehängt.

In mehr als 100 Städten Brasiliens haben Menschen gegen Präsident Bolsonaro demonstriert. Der Oberste Gerichtshof hatte Ermittlungen gegen ihn wegen Korruptionsvorwürfen eröffnet.

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Karneval ohne Abstandsregeln?

Brasilien sei weit davon entfernt, "das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, die Situation bleibt besorgniserregend", sagte Domingos Alves, Forscher an der medizinischen Fakultät der Universität Sao Paulo. Trotz dieser Warnungen bemühen sich Großstädte wie Rio de Janeiro um die Rückkehr zur Normalität. Der Bürgermeister von Rio, Eduardo Paes, hofft sogar auf einen Karneval ohne Abstandsregeln im Februar.

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