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60 Staaten warten auf Impfstoff - Covax in Liefernot

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Die Covax-Initiative hat sich auf die Fahnen geschrieben, ärmere Länder mit Impfstoff zu versorgen. Klingt gut, ist aber schwierig: In 60 Staaten kommt offenbar kaum etwas an.

Impfstoff Covax wird in Kamera gehalten
Bis zu 60 Länder müssen möglicherweise bis zum Sommer auf Impfstoff warten.
Quelle: reuters

In den vergangenen Tagen ist so gut wie gar kein Corona-Impfstoff mehr über die internationale Initiative Covax an ärmere Länder geliefert worden. Und auch in den Wochen zuvor war es nicht gerade viel. Weniger als zwei Millionen Impfdosen für 92 Länder zählte das Kinderhilfswerk Unicef innerhalb von zwei Wochen, in den USA werden so viele an einem Tag gespritzt.

Warten auf den Impfstoff

Bis zu 60 Länder weltweit müssen nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP möglicherweise noch bis Juni auf neue Lieferungen warten. Für die wenigen Erstgeimpften in diesen Staaten bedeutet das auch, dass sie die zweite Dosis möglicherweise erst später bekommen.

[Weitere Informationen und Statistiken, wie viele Menschen bisher in Deutschland und weltweit gegen Corona geimpft wurden, sehen sie hier.]

Ziel der Covax-Initiative ist es, dass auch ärmere Länder an Corona-Impfstoffe kommen. Doch das Ungleichgewicht ist "schockierend", wie WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag kritisierte. Mehr als 87 Prozent der über 700 Millionen bislang verabreichten Impfdosen entfielen auf wohlhabendere Länder, sagte er.

Die ganze Welt dreht sich ums Impfen. Aber wer bekommt den Impfstoff zuerst? Die Covax-Initiative will, den teuren Impfstoff auch ärmeren Ländern zur Verfügung stellen.

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In reichen Ländern habe durchschnittlich jeder Vierte bereits mindestens eine Dosis eines Corona-Impfstoffs erhalten, in Ländern mit niedrigem Einkommen sei es lediglich einer von 500 Menschen. Dass die Vakzine so knapp sind, hängt damit zusammen, dass andere Länder ihre eigenen Impfkampagnen vorantreiben wollen.

Covax hält an Astrazeneca fest

Für Covax ist vor allem der Exportstopp aus der Fabrik des Serum-Instituts in Indien ein schwerer Dämpfer. Dort wird ein großer Teil des Corona-Vakzins von Astrazeneca hergestellt, mit dem den Covax-Plänen zufolge rund ein Drittel der Weltbevölkerung geimpft werden soll.

Covax wird von der Impfallianz Gavi und der Weltgesundheitsorganisation WHO betrieben, die Vakzine zur Lieferung an ärmere Länder freigeben muss. Und viele dieser Länder sind zunehmend frustriert. In jenen, die die ersten Covax-Lieferungen erhalten haben, sind auch die Zweifel groß, dass die Erstgeimpften wie empfohlen ihre zweite Dosis des Astrazeneca-Vakzins nach zwölf Wochen erhalten.

Das Coronavirus hält die Welt weiter in Atem. Nur ein wirksamer Impfstoff würde in absehbarer Zeit die Krise aufhalten, der Kampf um das rettende Serum ist zum Politikum geworden.

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Impfstofff aus China und Russland nutzen?

Die Impfallianz Gavi teilte mit, 60 Staaten seien von diesen Verzögerungen betroffen. Laut internen WHO-Dokumenten, die der Nachrichtenagentur AP vorlagen, führt diese Unsicherheit dazu, dass "einige Länder den Glauben an Covax verlieren". Deshalb überlegt die Weltgesundheitsorganisation auch, ob sie für Covax rascher die Impfstoffe aus Russland und China zulassen soll, die in den USA und in der EU noch keine Notfallzulassung haben. Für die chinesischen Impfstoffe Sinopharm und Sinovac könnte es eine solche Zulassung bis Ende April geben, hieß es kürzlich.

Vor wenigen Tagen hatte die WHO wohlhabendere Länder dazu aufgerufen, rasch zehn Millionen Impfdosen freizugeben, damit das erklärte UN-Ziel erreicht werden kann, in jedem Land der Welt in den ersten 100 Tagen des Jahres mit den Impfen zu beginnen. Die Industrieländer haben Hunderte Millionen Dollar für Covax zugesagt, aber es gibt einfach keine zusätzlichen Impfdosen zu kaufen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation IRC stieg die Zahl der Corona-Toten und Infektionen etwa in zahlreichen Krisenstaaten wie Jemen und Syrien zuletzt dramatisch an. Und das dürfte bei den wenigen Tests dort nur die Spitze des Eisberges sein.

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