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Statistik über Neuinfektionen - Warum Dänemark so hohe Corona-Werte hat

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Dänemark zählt zu den Spitzenreitern bei den Neuinfektionen - auch wegen der Omikron-Variante. Experten glauben, für die Höchstwerte gebe es aber noch einen ganz anderen Grund.

Eine lange Schlange vor einer Corona-Teststation am 23.12.2021 in Aalborg
Dänemark ist derzeit wie ein Labor im Umgang mit der Corona-Pandemie.
Quelle: picture alliance / Ritzau Scanpix

Mit der hochansteckenden Omikron-Variante hat das Coronavirus den Forschern wieder einmal gezeigt, dass es ihnen um mindestens eine Nasenlänge voraus ist. In Aarhus versuchen Forscher deshalb anhand von Blutproben herauszufinden, warum Omikron auch Geimpfte anstecken kann.

Dazu sitzt Vagn Kristensen wieder einmal in der Uniklinik Aarhus und lässt sich für das Forschungsprojekt Blut abnehmen – zum siebten Mal seit Februar vergangenen Jahres. "Einige der geimpften Menschen sind nicht immun, obwohl sie geimpft sind. Zu verstehen, wer das ist, wo sie sind und was wir tun können, um ihre Immunität zu stärken, sind Dinge, die wir hier untersuchen", erklärt Jens Lundgren, Professor für Infektionskrankheiten am Rigshospitalet.

Den Forschern in Dänemark geht es derzeit vor allem um die Frage, wen man wo im Land gezielt mit einer Boosterimpfung schützen muss, denn Omikron hat sich in Dänemark explosionsartig ausgebreitet.

Dänemark sucht gezielt nach Virusvarianten

Einen Höchstwert bei den Corona-Neuinfektionen nehme Dänemark vielleicht nur deshalb ein, weil man im Land deutlich mehr teste und nach Virusvarianten - wie eben Omikron - gezielter suche als viele andere Staaten - so erklärt es sich Lundgren.

In Dänemark gibt es dank der Digitalisierung aktuelle und verlässliche Corona-Zahlen.

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In der Tat haben die dänischen Behörden auch rund um die Feiertage den Überblick über die Omikron-Entwicklung nicht verloren - die Ergebnisse sämtlicher Tests, Daten zur Impfung und Auslastung der Krankenhäuser werden digital erhoben zentral gesammelt und stehen den Behörden auf Knopfdruck in Echtzeit zur Verfügung.

Täglich um 14 Uhr werden sie im Internet veröffentlicht, damit kann jeder im Land wissen, wie es um die Gesundheit, die Verbreitung des Virus und in den Krankenhäuser aussieht. Aktuell liegt die Inzidenz bei 2.114,3. Am Vortag lag sie noch bei 2.075,8. (Stand 6. Januar, 14 Uhr)

Omikron ist auch in Dänemark dominant

Der Anteil der Omikron-Variante liegt bei über 80 Prozent - Dänemark verfügt über genaue Zahlen, während andere Länder noch auf belastbare Daten warten.

Die Inzidenz liegt auf Höchstniveau, gleichzeitig gibt sich die nationale Gesundheitsbehörde verhalten optimistisch: Im ZDF-Interview sagte Prof. Tyra Grove Krause vom Statens Serum Institut in Kopenhagen:

Wir sehen eine Zunahme der Infektionen und gleichzeitig müssen mehr Menschen ins Krankenhaus und auf die Intensivstation - aber der Anstieg ist nicht so stark, wie die Zunahme der Infektionen.
Tyra Grove Krause, Statens Serum Institut, Kopenhagen

Deutschland, so Prof. Tyra Krause, sei ihrer Einschätzung nach schon fast gleichauf mit Dänemark, ganz Europa erlebe gerade einen markanten Anstieg der Infektionskurve, weil Omikron im größten Teil Europas bereits dominiere.

Zwar hat das Corona-Virus Dänemark fest im Griff, doch die Daten laufen voll digitalisiert, rund um die Uhr bei der Gesundheitsbehörde ein. So weiß man, dass Omikron in Dänemark schon jetzt rund 80 Prozent der Infektionen ausmacht.

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In Deutschland werden Maßnahmen langwierig diskutiert

Vermutungen sind das, belegt ist diese These noch nicht - trotzdem wird Dänemark zum Labor, wie man trotz hoher Infektionszahlen die kritische Infrastruktur des Landes am Laufen hält:

Im föderal strukturierten Deutschland wird darüber noch diskutiert.

Wie viele Infektionen hält Dänemark aus?

"Die Regierung versucht herauszufinden, wie viele Infektionen die Gesellschaft ertragen kann, ohne das Gesundheitssystem zu überlasten - das führt natürlich zu Diskussionen in der Bevölkerung, ob wir mehr Maßnahmen brauchen oder gar keine, weil es in der Natur der Sache liegt, dass wir uns alle irgendwann anstecken", sagt der Politologe und Politikberater Prof. Michael Bang Petersen von der Uni Aarhus.

Dänemark gehörte schon im Dezember 2021 zu Europas Corona-Hotspots. Auch wegen der Omikron-Variante.

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Dänemark sieht sich gerüstet für dieses Experiment: Etwa 80 Prozent der über 12-jährigen sind doppelt geimpft - und das Impftempo bleibt hoch, sogar in den Apotheken kann man sich die Spritze gegen Corona verabreichen lassen.

Die königliche Garde war in Isolation

Ob die Impfung aber tatsächlich bei allen Personen den gewünschten Schutz herstellt, ermitteln sie gerade in dem Forschungsprojekt, für das sich etwa 1.000 Geimpfte regelmäßig untersuchen lassen.

Bis diese Fragen geklärt sind, geht die Regierung in Kopenhagen in einem Bereich auf Nummer sicher: Damit die königliche Garde weiterhin den Schutz von Königshaus und Regierungsbezirk gewährleisten kann, wurden die Rekruten über den Jahreswechsel in den Kasernen in Isolation gehalten, um das Virus nicht von etwaigen Parties in diesen Bereich der sensiblen Infrastruktur einzuschleppen.

Henner Hebestreit ist Korrespondent im ZDF-Landesstudio Kiel und berichtet regelmäßig aus Skandinavien.

Auf der Illustration ist eine Frau zu sehen, die beide Arme zur Schulter zieht. Über der linken Hand schwebt ein Symbol mit Daumen runter, über der rechten Hand schwebt ein Symbol mit Daumen hoch.

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