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Corona-Variante bereitet Sorgen : So ist die Delta-Lage in Europa

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Die Fallzahlen sinken in Europa, es wird gelockert. Gleichzeitig wächst die Sorge vor der ansteckenderen Delta-Variante. Wie weit verbreitet ist diese Form des Coronavirus schon?

Archiv: Im Labor werden positive Proben auf die Virus-Varianten untersucht.
Im Labor werden positive Proben auf die Virus-Varianten untersucht.
Quelle: dpa

Die Frage wird nicht sein, ob die Delta-Variante die dominante Form des Coronavirus in Deutschland und Europa wird, sondern wann. So beschrieben RKI-Präsident Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn die Lage der Pandemie am Vormittag in Berlin.

Die Eindämmung hänge sehr stark von der Impfquote ab. Eine vollständige Impfung helfe sehr zuverlässig vor Infektionen und schweren Verläufen, einfach geimpfte sind aber weiterhin in Gefahr, so Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

Wir dürfen dem Virus keine Chance geben, sich wieder zu verbreiten.
Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts

Bis im Herbst werde Delta die Fallzahlen dominieren, so Wieler weiter.

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Wie verbreitet ist die Delta-Variante in Europa?

Eine genaue Aussage zur Verbreitung der Delta-Variante in Europa ist aktuell nicht zu machen. Das liegt hauptsächlich daran, das einige Länder zu wenige oder ganze keine Sequenzierungen bei erkannten Infektionen mit einem Coronavirus durchführen.

Daten zu Sequenzierungen werden aber zum einen von der EU gesammelt (The European Surveillance System - TESSy) und durch GISAID (Global Initiative on Sharing All Influenza Data), eine weltweite Wissenschaftsinitiative, die freien Zugang zu Genomdaten von Influenza- und SARS-CoV-2-Viren fördert. Aus deren Daten lässt sich folgendes Bild zur Verbreitung der Delta-Variante ablesen.

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Aussagekräftig sind am ehesten die Daten aus Spanien, Frankreich, Deutschland, Norwegen und Dänemark. Dort wird vergleichsweise viel sequenziert, die gefunden Delta-Fälle sind eher repräsentativ für das Infektionsgeschehen im Land. In Österreich etwa wurden in der Kalenderwoche 22 nur vier Proben analysiert, durch eine erkannte Delta-Variante kommt der Anteil von 25 Prozent zustande. In der Woche davor wurden noch 39 Sequenzierungen durchgeführt, dabei lag der Delta-Anteil bei 5,2 Prozent.

Besonders viel sequenziert wird aktuell in Dänemark: Dort wurden in Kalenderwoche 22 fast 80 Prozent aller Fälle untersucht und der Anteil der Delta-Varainte lag nur bei 0,7 Prozent. In Schweden war der Delta-Anteil ebenfalls lange unter 0,5 Prozent, mittlerweile gibt es aber auch aus Stockholm Berichte, dass sich die Fallzahlen wieder erhöhen: 121 Delta-Fälle wurden in der vergangene Woche gemeldet, diese sind aber noch nicht in den GISAID-Daten enthalten.

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Wie reagieren die Länder?

  • Großbritannien: Die Inzidenz im vereinigten Königreich war schon sehr niedrig - bei etwa 20. Mittlerweile ist sie wieder auf 70 geklettert, obwohl mehr als 57 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft sind. Mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen machen Fälle mit der Delta-Variante aus. Wegen dieser Entwicklung hat Großbritannien seine geplanten Öffnungsschritte um vier Wochen verschoben.

Trotz hoher Rate an Erstimpfungen steigen die britischen Infektionszahlen stetig.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
  • Portugal: Die Hauptstadt Lissabon wird wegen einer erneuten Zunahme der Corona-Infektionsfälle für rund zweieinhalb Tage abgeriegelt. Von Freitagnachmittag bis Montagmorgen dürfen die 2,8 Millionen Bewohner den Großraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige werden nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen.


Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden verzeichnete Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar. Das waren rund 75 Prozent aller in Portugal registrierten Fälle (1.233).

Als Grund für die erneut hohen Ansteckungszahlen wird die Delta-Variante gesehen, erklärte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva.

Es ist nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen, aber uns erschienen sie unerlässlich, damit die Lage, die in Lissabon derzeit herrscht, nicht auf das ganze Land übergreift
Mariana Vieira da Silva
  • Spanien: Auch in Spanien ist die Delta-Variante angekommen. Angesichts sinkender Infektionszahlen und fortschreitender Impfungen hebt Spanien trotzdem die Pflicht zum Tragen einer Corona-Schutzmaske im Freien Ende kommender Woche auf. Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Delta-Variante wurden allerdings Impfungen für über 60-jährige eine Woche vorgezogen um sie besser zu schützen.
  • Frankreich: In Frankreich wächst ebenfalls die Sorge vor einer Ausbreitung der Delta-Variante. Der Anteil der Delta-Infektionen am Infektionsgeschehen stieg von 2,5 Prozent (KW21) auf 8,4 Prozent (KW22) in nur einer Woche. Diese Entwicklung ist vergleichbar mit der Lage in Großbritannien vor einigen Wochen. Auch hier sollen die Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung verkürzt werden um die Menschen schneller besser zu schützen.

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