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Trotz hoher Corona-Impfrate : Wie Israel gegen Delta kämpft

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Israel gilt wegen seiner erfolgreichen Impfkampagne weltweit als Vorzeigeland im Umgang mit der Pandemie. Doch nun steigen die Zahlen wieder an. Was bedeutet das für Deutschland?

Corona-Impfung in Israel. Symbolbild
Israel impft seine Bevölkerung im Rekordtempo gegen Corona.
Quelle: Tomer Neuberg/JINI/XinHua/dpa

Deutschland hat bisher mit einer Mischung aus Neid und Faszination auf Israels Corona-Impfkampagne geblickt. Doch seit rund einer Woche steigt die Zahl der Neuinfektionen in Israel. Viele haben sich mit der Delta-Variante angesteckt.

Warum steigen die Infektionszahlen - trotz hoher Impfquote?

Der Anstieg der Neuinfektionen geht wohl vor allem auf Personen zurück, die infiziert aus dem Ausland gekommen sind - und sich nicht an die Quarantäne-Regeln gehalten haben.

Quarantäne-Brecher sind das Problem von uns allen.
Nachman Asch, Corona-Beauftragter in Israel

Zudem hatten wegen der Überlastung von Teststationen Tausende Menschen bei der Einreise ungetestet den Flughafen verlassen.

Der Corona-Beauftragte des Landes, Nachman Asch, forderte die Bevölkerung dazu auf, möglichst nicht ins Ausland zu fliegen, besonders nicht mit ungeimpften Kindern.

Wer ist in Israel betroffen?

Die meisten der Infizierten sind Kinder. Mehrere Ausbrüche in den vergangenen Tagen waren an Schulen geknüpft, Hunderte mussten in Quarantäne.

Warum infizieren sich auch Geimpfte?

Nach Untersuchungen des israelischen Gesundheitsministeriums weisen rund 90 Prozent der Neuinfizierten die aggressivere Delta-Variante auf - rund die Hälfte ist geimpft.

Studien zufolge hat Delta eine deutlich erhöhte Ansteckungsfähigkeit und eine leichte Immunflucht, also die Eigenschaft, den Schutz nach Impfung oder durchgemachter Infektion zu umgehen. Die Botschaft aus der Fachwelt ist aber: Wer den kompletten Impfschutz hat, ist auch bei Delta vor schwerer Erkrankung geschützt.

Wie reagiert Israel auf den Anstieg der Neuinfektionen?

Am Freitag führte die Regierung erneut die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen ein. Ministerpräsident Naftali Bennett warnte vor einem "neuen Ausbruch" im Land.

Er fordert außerdem die Eltern dazu auf, Kinder ab zwölf Jahren zügig impfen zu lassen. Man versuche, mit einer großen Impfkampagne gegenzusteuern, erklärt auch ZDF-Korrespondent Bewerunge.

Arzt in medizinischen Handschuhen macht Injektion für kleines Mädchen in der Klinik.
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Kampf gegen das Coronavirus - Kinder-Impfung: Was sind Nutzen und Risiken? 

Die Kinder gegen Corona impfen oder nicht? Ab Montag ist es jedenfalls möglich. Trotz Zulassung äußern Experten noch immer Vorbehalte. Ist es wirklich nötig? Fragen und Antworten.

Wie viele Menschen sind in Israel bereits geimpft?

Mehr als 5,5 Millionen der neun Millionen Einwohner (63,9 Prozent) haben eine erste Impfung erhalten, rund 5,2 Millionen (59,6 Prozent) auch die zweite Dosis. In den vergangenen Wochen stagnierten die Impfzahlen aber. Eltern zögerten zunächst, ihre 12- bis 15-jährigen Kinder impfen zu lassen, nachdem es Fälle von Herzmuskelentzündungen gegeben hatte.

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Derzeit sind zwar mehr als 90 Prozent der über 90-Jährigen geimpft, aber nur rund 20 Prozent der 10- bis 19-Jährigen. Mit den Zahlen der Neuinfektionen nimmt die Impfbereitschaft aber offenbar zu: Die Zahlen der Impfungen steigen.

Kann das in Deutschland auch passieren?

Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen beobachtet die Entwicklung in Israel. Ihn sorgt, dass trotz der hohen Impfquote "mit einem sehr gut wirksamen Impfstoff wieder Ausbrüche stattfinden".

Er betont deshalb die Notwendigkeit, trotz des Impffortschritts in Schulen weiter Schutzmaßnahmen wie Aerosolfilter und Masken beizubehalten und intensiv zu testen.

Was kann Deutschland von Israel lernen?

RKI-Präsident Lothar Wieler sagte, zu den Lehren aus der Entwicklung in Ländern wie Israel zähle, dass man nicht zu früh ungezielt lockern sollte. Impfungen alleine würden nicht ausreichen, um in Deutschland einen Anstieg der Fallzahlen im Herbst zu verhindern. Notwendig sei etwa weiterhin das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Der Impfexperte der Berliner Charité, Leif Erik Sander, hält die Entwicklung in Israel nicht für beunruhigend, sondern eher für lehrreich. Bereits bei einer Impfquote von um 50 Prozent seien deutliche Effekte beobachtet worden.

Wir haben ja in Israel erstaunlich früh erfreulicherweise diese Effekte der Impfung gesehen.
Leif Erik Sander, Infektionsimmunologe Berliner Charité

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, Israel sei ein relativ junges Land im Vergleich zu Deutschland. Es zeige sich die Problematik einer nicht ausreichenden Impfbereitschaft bei Jüngeren. Auch hierzulande steige die Impfbereitschaft mit dem Alter. Er könne auch bei Jüngeren nur dafür werben, das Impfangebot wahrzunehmen.

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