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Wegen Delta-Variante - Ärzteverbände: Mehr Tempo bei Impfungen

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Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante dringen Ärzteverbände auf schnellere Corona-Impfungen. Krankenhäuser sind mit Blick auf die Auslastung der Kliniken optimistisch.

Eine Spritze und eine Ampulle des Impfstoffs von Johnson & Johnson gegen das Coronavirus liegen auf einer Verpackung des Impfpräparats. Dahinter ist ein Impfausweis zu sehen.
Symbolbild
Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Angesichts der wachsenden Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus haben Ärzteverbände eine Beschleunigung der Impfkampagne in Deutschland und mehr Impfstoff für niedergelassene Ärzte gefordert.

"Gebt uns genügend Impfstoffe! Wir dürfen beim Durchimpfen nicht nachlassen", forderte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Datengrafik: Impfungen in Deutschland
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Weigeldt: Kein Grund alarmiert zu sein

Die Delta-Variante werde "nicht die letzte Mutation sein, die das Virus im Kampf ums Überleben finden" werde, so Weigelt. Und:

Je mehr Menschen geschützt sind, desto geringer sind auch die Chancen für die Delta-Variante.
Ulrich Weigeldt, Hausärzteverband

Angesichts der aktuellen Inzidenzen sehe er derzeit jedoch keinen Grund, alarmiert zu sein.

Besonders 30- bis 60-Jährige impfen

Auch der Verband der Kinder- und Jugendmediziner forderte, das Impftempo deutlich zu erhöhen. Bundessprecher und Kinderarzt Jakob Maske sagte dem RND, besonders gefährdet sei die Altersgruppe zwischen 30 und 60 Jahren.

"Diese Menschen haben oft keine oder nur die erste Impfung erhalten und sind so einem erhöhten Risiko ausgesetzt." Deutschland habe den großen Vorteil, dass sich die Delta-Variante hier erst vergleichsweise spät ausbreite.

In Deutschland wächst der Anteil der Delta-Variante. "Wir haben Stolperfallen, wo sich die Variante ausbreiten kann – so wie Innenräume und Schulen. Es gibt viele Möglichkeiten, wo wir Fehler machen können", so der Virologe Dr. Martin Stürmer.

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3 min
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Reduzierte Infektions-Wahrscheinlichkeit

Das Virus treffe auf eine in weiten Teilen geimpfte Bevölkerung, sagte der Kinder- und Jugendmediziner. Viele Angehörige von Risikogruppen seien bereits vollständig geschützt. Zudem reduziere eine hohe Impfquote auch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung, sagte Maske.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, zeigte sich mit Blick auf die Auslastung der Kliniken optimistisch: "Wir gehen davon aus, dass die Anzahl der Hospitalisierungen im Verhältnis zur Zahl der Infizierten wegen der höheren Impfquote niedriger sein wird als bei den bisherigen Wellen der Pandemie", sagte Gaß dem RND.

Auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte dem RND, er sei zuversichtlich, dass sich schwere Krankheitsverläufe und damit verbundene Intensivbehandlungen durch die Impfungen verhindern lassen:

Bei kompletter Immunisierung ist es auch bei steigenden Inzidenzen wahrscheinlich, dass viele Menschen ohne Symptome erkranken oder nur mit geringen.
Gernot Marx, Divi

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