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Virus-Variante auf Vormarsch - Delta in Südafrika: Impfstoff Mangelware

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In Südafrika breitet sich die Delta-Variante rasant aus - schneller als alle übrigen. Das lässt die Infektionszahlen steigen - drängt aber auch die gefürchtete Beta-Mutante zurück.

Südafrika, Soweto: Polizeikräfte werden gege Corona geimpft.
In Südafrika haben immer noch noch weniger als ein Prozent der Menschen vollen Impfschutz. Die Infektionszahlen steigen.
Quelle: ap

Im Mai wurde die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus zum ersten Mal in Südafrika entdeckt, jetzt treibt die hochansteckende Mutante dort die dritte Welle in die Höhe.

Am Abend des 2. Juli meldet das NICD, das Nationale Institut für übertragbare Krankheiten, 24.270 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – es ist der bislang höchste Wert in Südafrika, ein trauriger Rekord. Nur einen Tag später wird er gebrochen, mit 26.485 bei 96.896 Tests. Am schlimmsten betroffen ist die Provinz Gauteng, mit ihrer Metropole Johannesburg.

Gesundheitssystem durch Delta-Ausbreitung überlastet

Nach Angaben von Experten breitet sich die Delta-Variante 97 Prozent schneller aus als die ursprüngliche Covid-Variante und etwa 30 bis 60 Prozent schneller als übrigen Mutanten. Die Auswirkungen auf das Gesundheitswesen sind fatal: Krankenhäuser sind überfüllt, es fehlt an Intensivbetten und Beatmungsgeräten. Nicht jeder bekommt schnell genug die Hilfe, die er braucht.

Insgesamt starben in Südafrika seit Mai vergangenen Jahres etwa 62.000 Menschen am Virus, die Dunkelziffer ist erheblich höher. Wie hoch die Zahl wirklich ist, lässt die Übersterblichkeit ahnen, sie liegt nach Angaben des South African Medical Research Council bei 176.000.

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Anteil der Beta-Variante nimmt ab

Mittlerweile hat die Delta-Variante die Beta-Variante teilweise verdrängt. Beispiel Gauteng: Im Mai machte die Beta-Variante noch 64 Prozent der sequenzierten Proben aus, im Juni waren es nur noch 37. Im gleichen Monat stieg der Anteil der Delta-Variante in der Provinz auf 53 Prozent.

Es mag merkwürdig klingen, aber dass die Delta-Variante die Beta-Variante verdrängt, hat auch etwas Gutes: Die zuerst in Südafrika entdeckte Beta-Variante ist vor allem aufgrund ihrer sogenannten "escape mutations" gefürchtet, es handelt sich um Mutationen, die es dem Virus erleichtern, der Immunabwehr zu entkommen. Sie sorgen auch dafür, dass die meisten vorhandenen Impfstoffe gegen die Beta-Variante deutlich weniger effektiv sind.

Impfstoffe bei Delta effektiver

Das ist bei der Delta-Variante anders, sagt Dr. Richard Lessells, Forscher am K.R.I.S.P., dem Kwazulu-Natal Zentrum für Forschung, Innovation und Sequenzierung in Durban:

Wir haben gute Daten, die zeigen, dass die Impfstoffe einen sehr hohen Level an Schutz vor der Krankheit bei der Delta-Variante zeigen.

Gute Daten heißt: britische Studien. So soll zum Beispiel der Impfstoff von Biontech/Pfizer (bei vollständig Geimpften) einen schweren Verlauf, der einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus erfordert, bei der Delta-Variante zu 96 Prozent verhindern, das Auftreten von Covid-Symptomen zu 88 Prozent. Andere Impfstoffe sind bisherigen Erkenntnissen zufolge ebenfalls deutlich effektiver gegen die Delta-Variante, als gegen die Beta-Variante.

Corona-Impfstoff von Biontech.

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Theoretisch sind das gute Nachrichten, zumindest für reiche Länder. In Afrika sieht es anders aus. Es fehlt an Impfstoff. Auf dem ganzen Kontinent hat gerade mal etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung vollen Impfschutz, in Südafrika sind es sogar weniger als ein Prozent.

Risiko durch weitere Mutationen

"Wir müssen das Tempo beim Impfen beschleunigen", sagt Dr. Richard Lessells, denn jede Lücke biete dem Virus Möglichkeiten, zu mutieren. Der Forscher warnt: "Wir wissen nicht, wie die nächste Variante aussehen wird und welche Eigenschaften sie haben wird. Es scheint, als seien wir immer noch bereit, es darauf ankommen zu lassen und noch etwas Ernsteres zu riskieren als diese Variante."

Es ist jetzt ein extrem gefährliches Virus und es ist hochübertragbar.
Dr. Richard Lessells

In Südafrika gilt seit vergangener Woche ein halbherziger Lockdown: Restaurants mussten schließen, der Verkauf von Alkohol ist verboten, doch ob Industrie oder Einzelhandel - fast alles ist geöffnet, denn das Land kann sich einen harten Lockdown wirtschaftlich nicht leisten. Das Problem ist, dass die jetzigen Maßnahmen kaum ausreichen dürften, um diese Welle in den Griff zu kriegen.

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