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Sorge wegen Delta-Variante - Weltärztechef warnt vor raschen Lockerungen

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Weltärztechef Montgomery warnt vor einer schnellen Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Die Länder sollten prüfen, ob angekündigte Lockerungen nicht zu weit gingen.

Hamburg: Ein Mitarbeiter der Firma Scharlau bringt ein abgehängtes Hinweisschild zur Maskenpflicht zu seinem Fahrzeug.
Weltärztepräsident Montgomery warnt vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Regeln.
Quelle: dpa

Angesichts der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante des Coronavirus warnt der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, vor zu raschen Lockerungsschritten in Deutschland. Er erwartet eine schnellere Ausbreitung als bei den bisherigen Formen des Virus.

Solange noch nicht genügend Menschen geimpft seien, müssten die Ansteckungsrisiken im Alltag reduziert werden, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen sollten unbedingt weiterhin FFP2-Masken getragen werden, sagte der Präsident des Weltärtzebundes.

Montgomery: Beispiel an Großbritannien nehmen

Die Bundesländer sollten jetzt prüfen, ob die von ihnen angekündigten Lockerungen nicht zu weit gingen. Montgomery fordert:

Die Länder sollten die politische Größe haben, angekündigte Lockerungen wieder zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder steigen.
Frank Ulrich Montgomery, Weltärztechef

Der Mediziner mahnte, nicht den Fehler des vergangenen Sommers zu wiederholen. 2020 habe man den Wiedereintrag des Virus durch Reiserückkehrer unterschätzt, im Herbst folgte eine neue Welle. "Diese Gefahr besteht jetzt wieder (...)".

Montgomery verwies auf das Beispiel der britischen Regierung. Diese hatte am Montag erklärt, wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante im Vereinigten Königreich die geplante Aufhebung der letzten Corona-Beschränkungen um vier Wochen zu verschieben.

Die Delta-Variante tritt in Deutschland immer häufiger auf. Ihr Anteil bleibt zwar noch vergleichsweise gering, hat sich aber innerhalb einer Woche fast verdoppelt.

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Delta-Variante tückischer als andere Corona-Mutanten

Trotz der Impffortschritte in Großbritannien lässt dort die Delta-Variante derzeit die Infektionszahlen wieder hochschießen. Am Donnerstag wurden im Vereinigten Königreich erstmals seit Ende Februar wieder mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag verzeichnet.

Montgomery bezeichnete es als "das Tückische" der zuerst in Indien entdeckten Delta-Mutante, "dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit Andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben".

Amtsärzte: Mehr Personal für Gesundheitsämter

Die deutschen Amtsärzte mahnten angesichts der Delta-Variante mehr Tempo beim Ausbau der Gesundheitsämter an. "Wir müssen den Anteil der Delta-Variante an den Neuinfektionen sehr gut beobachten", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Funke-Zeitungen.

Dazu sei unter anderem mehr Personal in den Gesundheitsämtern notwendig. Teichert verwies darauf, dass im Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst vereinbart worden sei, bis Jahresende in den Gesundheitsämtern 1.500 neue Stellen für medizinisches Fachpersonal zu schaffen. Ein Großteil dieser Stellen sei aber noch nicht besetzt.

Anteil der Delta-Mutante nimmt zu

Nach den jüngsten Daten zur Delta-Variante in Deutschland, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch veröffentlicht hatte, lag der Anteil dieser Mutante an allen genauer untersuchten Corona-Infektionen in der 22. Kalenderwoche (ab 31. Mai) bei 6,2 Prozent. In der vorherigen Woche waren es lediglich 3,7 Prozent gewesen.

Laut RKI wurde die Delta-Variante bereits in allen Bundesländern nachgewiesen. Lediglich in zehn Prozent der Fälle sei die Ansteckung mit dieser Virus-Mutante mutmaßlich im Ausland erfolgt.

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von Jan Schneider
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