Sie sind hier:

Gewalt bei Protesten : Schüler berichten von Corona-Demos in Sachsen

Datum:

Corona-Demonstrationen sind für Medienschaffende zunehmend gefährlich geworden. Zwei Schüler berichten unter hohem Risiko über die Proteste in Sachsen.

Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Dresden
Teilnehmer einer Demonstration der Dresdner Bürgerinitiative "Querdenken 351" gehen durch die Innenstadt und protestieren gegen die Corona-Maßnahmen.
Quelle: dpa

Beleidigt, geschubst, attackiert: Die Zahl tätlicher Angriffe auf Medienschaffende in Deutschland ist im vergangenen Jahr massiv gestiegen. 119 Übergriffe wurden letztes Jahr gemeldet. Im Vorjahr seien es 72 gewesen. Das teilt das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit aus Leipzig mit (Stand 12.01.2022).

Besonders gefährlich: Corona-Demonstrationen. Das haben auch die beiden jungen Reporter von "vue.critique" ("kritischer Blick") in Sachsen erlebt. Sie zeigen auf ihrem Twitter-Account Videos solcher Übergriffe. Darunter auch ein Video eines Angriffs in Dresden, das inzwischen viral gegangen ist.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Twitter nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Twitter übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von Twitter informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

"vue.critique": Strukturen der Proteste nachvollziehen

Hinter dem Twitter-Account "vue.critique" stecken zwei Gymnasiasten aus Dresden, die nicht namentlich genannt werden wollen. Die Schüler haben sich schon immer für Politik interessiert, wie sie im ZDF-Interview erzählen. Im Herbst vor zwei Jahren waren sie zum ersten Mal mit ihrer Kamera auf einer Demonstration: zum 6. Pegida-Geburtstag.

Seitdem berichten die 18-Jährigen regelmäßig über Proteste in Sachsen. Ihr Ziel sei es, die Strukturen und Entwicklungen nachzuvollziehen und darüber zu informieren.

"Eine Demonstration ist der Ort für Propaganda und Selbstvergewisserung", so Frank Richter, SPD-Landtagsabgeordneter Sachsen, zu den Corona-Demos.

Beitragslänge:
7 min
Datum:

Attacken durch Demonstrierende

Auch regionale und überregionale Medien interessieren sich inzwischen für ihre Aufnahmen, so die Schüler. Immer wieder berichten sie anderen Journalist*innen über die Lage in Sachsen.

Man arbeitet durchschnittlich auf einem sehr hohen Adrenalinspiegel, ist gestresst. Und man ist auch viel leichter gereizt.
Reporter "vue.critique"

Die jungen Reporter wurden in der Vergangenheit schon mehrfach von Demonstrant*innen attackiert, sagen sie - und das sieht man auch immer wieder auf ihren Twitter-Videos. So auch bei einem montäglichen Corona-Protest in Coswig, im sächsischen Landkreis Meißen.

Wenn wir zu zweit alleine unterwegs gewesen wären, wären wir da nicht unbeschadet rausgekommen.
Reporter "vue.critique"

Die beiden Schüler erzählen, dass sie mittlerweile nicht mehr ohne Begleitschutz auf die Demonstrationen gehen. Sie befürchten, dass sie sich zu zweit nicht vor den Angriffen schützen können.

Psychische Belastung durch Anfeindungen groß

Die Anfeindungen sind vor allem eine psychische Belastung: "Wir versuchen das Ganze nicht so an uns ranzulassen und sehen es eher als Angriff auf die freie Berichterstattung." Die Macher von "vue.critique" sind nicht die Einzigen, die angefeindet werden. Immer mehr Journalist*innen berichten von derartigen Übergriffen.

Wir haben seit 2015 die Situation, dass immer mal wieder Medienvertreterinnen mit eigener Security erscheinen. Es ist bitter, dass das überhaupt notwendig ist.
Thomas Geithner, Pressesprecher Polizei Dresden

Die Demo-Reporter sind oft im sächsischen Hinterland unterwegs. Meist sei dort weder Presse noch Polizei vor Ort. Doch die Macher von "vue.critique" wollen an Orte gehen, von denen sonst keiner berichtet.

Bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen kommt es immer häufiger zu gewalttätigen Ausschreitungen, besonders in Sachsen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Schüler fordern Hilfe für Aussteigerprogramme

So werden sie häufig selbst zum Objekt der Berichterstattung, wie sie erzählen. Auf den Aufnahmen von "vue.critique" sieht man, wie die Schüler von Teilnehmer*innen von Protest-Aktionen angegriffen werden. Sie wehren sich mit Anzeigen bei der Polizei.

"Es ist insgesamt eine zunehmende Gewaltbereitschaft im Rahmen des Protestgeschehens feststellbar" - so lautet eine Einschätzung zu den Protest-Aktionen vom Landesamt für Verfassungsschutz in Sachsen. Dass eine erhöhte Polizeipräsenz allein vor Übergriffen schützt, glauben die Reporter von "vue.critique" nicht. Stattdessen sollten vor allem gesellschaftliche Initiativen gestärkt werden, die bei Aussteigerprogrammen helfen.

Protest gegen Corona-Politik am 13.12.2021 in Freiberg
Interview

Lokalreporterin zu Corona-Demos - "Atmosphäre ist eine andere geworden" 

"Lügenpresse"-Rufe vor der Redaktion, eine angespannte Atmosphäre bei den Demos. Wie eine Lokaljournalistin im sächsischen Freiberg ihre Arbeit zu den Corona-Protesten wahrnimmt.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.