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Impfnachweise fälschungssicher - Deutschland sucht den digitalen Impfpass

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Seit fast 60 Jahren begleitet uns der gelbe Impfpass. Er ist weltweit gültig und weist alle Impfungen nach. Aber er ist eben analog und nicht fälschungssicher.

Eine Frau hält einen Impfpass in der Hand, aufgenommen am 07.06.2017
Kommt bald der digitale Impfpass?
Quelle: dpa

"Deutschland sucht den Impfpass" - an vergessenen Plakatwänden ist der vergilbte Slogan noch heute zu finden. Es ging um die Masernimpfung und nicht wenige haben damals, 2012, nach langer Zeit mal wieder von dem gelben Heft Notiz genommen.

60 Jahre wird das Impfheft alt im kommenden Jahr. Als wäre das Papier selbst immun gegen alle Widrigkeiten der Digitalisierung hat es sich gehalten und erlebt jetzt eine Aufmerksamkeit, die wohl kaum einer in der WHO für möglich hielt, als das Dokument Ende der 1950 Jahre entworfen wurde.

Das LKA fahndet bereits nach den Angeboten gefälschter Impfpässe im Netz. Bis Mitte des Jahres soll es einen sicheren digitalen Nachweis geben.

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Der gelbe Impfpass ist weltweit gültig - aber eben analog

In der Bestsellerliste der Impfstoffe waren bislang Masern, Pocken, Kinderlähmung ganz weit oben – jetzt ist es Covid-19. Und – man mag es kaum glauben – alle Diskussionen in der EU, in Deutschland, in den Bundesländern und den Kommunen um Digitalisierung, um Apps, um QR-Codes sind mit einer Aussage von Walter Plassmann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg, abgehakt:

"Der gelbe Impfpass ist ein Dokument der WHO, er ist weltweit gültig und wird an jeder Grenze anerkannt. In ihm sind alle Impfungen, auch Reiseimpfungen und jetzt auch die Impfung gegen Covid eingetragen. Er ist aber eben analog."

Allein schon das Wort "analog" klingt so alt, so nach Plattenspieler und VW Käfer. Aber: Vinyl erlebt gerade eine Renaissance und der andere läuft und läuft und läuft. Ist das nicht erstmal ein gutes Zeichen? All' die Diskussionen, nächtlichen Sitzungen und Streitereien um den digitalen Impfpass erscheinen unter diesem "analogen" Schutzschirm hektisch und übertrieben.

QR-Code als Impfnachweis nicht fälschungssicher

Der gelbe Impfpass ist da, er funktioniert und nein, er ist natürlich nicht fälschungssicher. Und ja, man kann ihn kopieren. Aber auch der Impfnachweis-QR-Code lässt sich kopieren. Den gibt es auch auf Papier, den kann man per Screenshot abknipsen und verteilen. Eine digitale Sicherung gegen Mehrfachnutzung gibt es nicht.

Dafür müsste man eine Datenbank nutzen, die zentral angelegt ist. Dann wäre eine Plausibilitätsprüfung wie bei Kreditkarten möglich

erläutert Thorsten Urbanski, IT-Experte bei der Anti-Viren-Schmiede Eset.

"Dabei prüft das System, ob der QR-Code in einer unrealistischen Zeit an zwei oder mehr Orten genutzt wird. Sprich: eine Nutzung in Jena und fünf Minuten später auf Mallorca. Dann würde – wie bei Kreditkarten – automatisch eine Sperre aktiviert und der eigentliche Nutzer würde benachrichtigt werden."

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Diese Sicherung würde aber eben eine zentrale Speicherung der QR-Codes nach sich ziehen und das sieht der dezentrale Ansatz des europäischen Impfpasses nicht vor. Jeden QR-Code gibt es nur einmal. In ihm ist Name und Ausweisnummer des Impflings hinterlegt, sowie Datum der Impfungen und welcher Impfstoff jeweils zum Einsatz kam.

Echtheitsprüfung mithilfe von Blockchain

Das vom Start-Up "Ubirch" aus Köln erdachte und in Bayern und Thüringen schon eingesetzte System, erstellt gleichzeitig zum QR-Code einen Hash. Einen digitalen Fingerabdruck des Codes, der durch eine zufällige Folge von Zahlen und Buchstaben erweitert wird. Nur dieser Fingerabdruck wird in einer Blockchain gespeichert – so wie Bitcoins oder andere Kryptowährungen.

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Bei einer Echtheitsprüfung wird nur dieser Schlüssel abgefragt und die "Kontroll"-App springt auf grün. Ob das Gegenüber Inhaber*in des QR-Codes, also wirklich die oder der Geimpfte ist, kann das System nicht prüfen. Dafür müssen dann Ladeninhaber*in, Friseur*in oder Gastronom*in nach dem Ausweis fragen. Nicht wenige halten das im stressigen Alltag für nahezu unmöglich. Schließlich sind diese Alltagsdinge kein Check-In am Flughafen oder eine Grenzkontrolle.

Es ist also letztlich eine Frage des Vertrauens und der Verantwortung jedes einzelnen, dass auch wirklich nur Geimpfte oder negativ Getestete den Eingang passieren. Und dabei spielt es dann am Ende keine Rolle, ob der Impfnachweis ein QR-Code oder das gelbe Impfheft ist. Egal wie hip das eine oder analog das andere erscheinen mag.

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