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Antidiskriminierungsstelle - Corona verstärkt Diskriminierungen

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Corona hat nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle der Bundesregierung zu einer deutlichen Zunahme von Diskriminierungen geführt - besonders Rassismus habe sich verschlimmert.

Ein Schild fordert am Viktualienmarkt in der Münchner Innenstadt zum Tragen einer Maske auf.
Die Zahl der Beratungsanfragen wegen Diskriminierung habe sich in Bezug aufs Vorjahr verdoppelt.
Quelle: dpa (Symbolbild)

Die Corona-Pandemie hat nach Angaben der zuständigen Bundesbehörde zu einer starken Zunahme von Diskriminierungsfällen geführt. Bei rassistischen Diskriminierungen habe es eine Zunahme von über 70 Prozent gegeben.

Corona habe "für die Diskriminierung einzelner Gruppen von Menschen wie ein Brandbeschleuniger gewirkt", sagte der Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Bernhard Franke, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Rassismus gegen Asiaten

Zunächst seien vor allem Menschen mit asiatischem Aussehen diskriminiert, angepöbelt und teils mit Gewalt angegangen worden, sagte Franke:

Ihnen wurde der Zugang zu Geschäften versagt mit der Bemerkung, man wolle sich nicht Corona ins Haus holen.
Bernhard Franke, Bundes-Anti-Diskriminierungsstelle

Später seien Wohnhäuser von Sinti und Roma publikumswirksam abgeriegelt worden. Die Zahl der Beratungsanfragen sei bis Ende November auf mehr als 6.000 Fälle gestiegen, gegenüber 3.200 im Vergleichszeitraum 2019. Bei rassistischen Diskriminierungen habe es bis Oktober eine Zunahme von über 70 Prozent gegeben.

Flüchtlinge in Unterbringungseinrichtung in Hemer

Experten und Betroffene fordern -
Was tun gegen Rassismus in Deutschland?
 

Rassismus werde in Deutschland häufig zu eng definiert. Experten fordern im Zuge der Floyd-Proteste, dass auch hier gegen institutionelle Diskriminierung vorgegangen wird.

Maskenpflicht keine Diskriminierung

Menschen mit türkischem oder arabischem Hintergrund fühlten sich unter Generalverdacht gestellt, weil einzelne Hochzeitsfeiern zu Infektionssprüngen geführt hatten. Dabei sei auch anderswo gefeiert worden, in bayerischen Dörfern etwa.

Allerdings hätten sich "auch Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker wegen der Maskenpflicht als Diskriminierungsopfer stilisiert". Es handele sich aber nicht um Diskriminierung nach dem Gesetz, wenn man das Maskentragen grundsätzlich ablehne, weil man das Virus für ungefährlich oder für den Teil einer Verschwörung halte.

Der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zufolge werden immer mehr Diskriminierungen gemeldet. Menschen werden vor allem aus rassistischen Motiven immer häufiger benachteiligt.

Beitragslänge:
2 min
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Pseudo-Atteste und Maskengegner

Franke betonte: "Wenn Maskengegner sich mit Pseudo-Attesten ausstatten, die sie zum Beispiel aus dem Internet ausdrucken, geht das auf Kosten der Menschen mit Behinderungen, die tatsächlich Probleme haben." Die würden damit diskreditiert, weil die Wahrhaftigkeit von Attesten grundsätzlich in Frage stünde.

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