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Mit Blick auf den Herbst - Drosten: Brauchen viel höhere Impfquote

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Virologe Christian Drosten rechnet mit Corona-Beschränkungen im Herbst, wenn die Impfquote nicht deutlich steige. Ein Impfstoff für jüngere Kinder gebe es vermutlich Anfang 2022.

Christian Drosten geht davon aus, dass im Herbst wieder Kontaktbeschränkungen nötig sein werden. Die Impfquote sei zu niedrig, sagt er im DLF.

Beitragslänge:
6 min
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Der Berliner Virologe Christian Drosten hält angesichts des sinkenden Impftempos in Deutschland neue Corona-Beschränkungen für möglich.

Wir werden gesamtgesellschaftlich die Zahl der Kontakte wieder einschränken müssen. Das ist ganz klar.
Christian Drosten

Ein Papier des Robert-Koch-Instituts, das für Anfang Oktober eine zehnprozentige Kontaktreduktion und für den November eine Reduktion um weitere 30 Prozent empfiehlt, sei teilweise bereits überholt, sagte der Forscher der Berliner Charité im Deutschlandfunk. So sei die Übertragungsrate der Delta-Variante höher als angenommen. Zudem habe das RKI zu optimistische Impfquoten eingerechnet.

Drosten: Aktuelle Impfquote reicht nicht

Die Infektionslast werde im Herbst steigen, so Drosten. Es müsse unbedingt an der Impfquote gearbeitet werden. Die aktuelle Quote von 61 Prozent vollständig Geimpfter "reicht überhaupt nicht".

Mit dieser Quote können wir nicht in den Herbst gehen.
Christian Drosten

Impfungen seien die "bei weitem beste Antwort", um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Es gebe kaum andere Werkzeuge.

Virologe: Testung war nur Behelfsmittel

"Die Testung war von Anfang an ein Behelfsmittel", betonte Drosten. Bevor es zugelassene Impfstoffe gab, seien Tests das einzige gewesen, "was wir seitens der Wissenschaft der Bevölkerung anbieten konnten, abgesehen vielleicht von dem anderen wichtigen Instrument der Aufklärung". Aber ganz klar sei gewesen: "Wir machen das, solange wir auf den Impfstoff warten."

Jetzt nehme die Bevölkerung jedoch die Impfung nicht in erhofftem Umfang an. Das sei ein großes Problem, sagt Drosten. "Da jetzt weiter mit diesen Nebenwerkzeugen zu arbeiten, wird nicht zum Ziel führen."

Drosten: Impfstoff für die Jüngsten wohl Anfang 2022

Für Kinder unter zwölf Jahren empfahl er, die regelmäßigen Corona-Tests in den Schulen beizubehalten. "Man muss in irgendeiner Art und Weise jetzt einen Schulbetrieb hinkriegen, der nicht dazu führt, dass es zu einem exponentiellen Anstieg der Infektionstätigkeit in dieser nicht geschützten Altersgruppe führt." Das sei eine Kombination von Maßnahmen, die jetzt rasch umgesetzt werden müssten.

Drosten rechnet mit einem Impfstoff auch für jüngere Kinder Anfang des kommenden Jahres.

Christian Drosten im Gespräch mit Sandra Schulz

Das Interview auch zum Nachlesen beim Deutschlandfunk.

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