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Drosten zu Omikron - Hinweise auf milderen Verlauf verdichten sich

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Omikron verursache offenbar mildere Verläufe, sagt Drosten. Doch es gebe kein Grund zur Entwarnung. Im Kampf gegen die Variante sei vor allem die Booster-Impfung entscheidend.

Virologe Christian Drosten.
Omikron verbreitet sich auch in Deutschland rasant. Virologe Drosten nennt Risiken - und macht Hoffnung.
Quelle: Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa/Archivbild

Der Virologe Christian Drosten sieht die Booster-Impfung als effektivste Waffe im Kampf gegen die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus. "Was richtig schützt gegen Omikron ist die Dreifach-Impfung", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info.

Folglich sei die starke Konzentration auf die Booster-Impfungen in Deutschland richtig und wichtig. Mit Blick auf bisherige Beobachtungen, nach denen Omikron mutmaßlich mildere Krankheitsverläufe verursache, sagte Drosten:

Ich denke, man kann das inzwischen sagen, dass das so ist.
Christian Drosten

Erhobene Daten wiesen darauf hin, dass bei Omikron-Infektionen ein kleinerer Anteil der Infizierten ins Krankenhaus müsse.

Der Virologe, der auch Teil des Corona-Expertenrats der Bundesregierung ist, betonte außerdem, dass sich die Krankheitslast zunehmend von der Inzidenz entkoppele. Die Belastung der Intensivstationen sei schon in der Delta-Welle im Dezember geringer gewesen - was an der Booster-Impfung liege.

Zwar gibt es Hinweise, dass Omikron weniger schwere Erkrankungen verursacht, doch Bundesgesundheitsminister Lauterbach warnt: dies gelte nicht für Ungeimpfte. Schon die erste Impfung reduziere das Risiko, schwer zu erkranken oder gar zu versterben.

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Keine Entwarnung für Ungeimpfte

Drosten verwies auf eine Studie des Imperial College London mit Stand kurz vor Weihnachten, nach der bei einer Omikron-Infektion das Hospitalisierungs-Risiko insgesamt um bis zu 30 Prozent geringer sei als bei der Delta-Variante. Bei doppelt Geimpften sinke das Risiko um 34 Prozent, bei Menschen mit Booster-Impfung sogar um 63 Prozent. Bei den Ungeimpften, die sich mit der Omikron-Variante infizieren, sinkt demnach dieses Risiko immerhin um 24 Prozent.

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Das sei angesichts der "vielen Ungeimpften, die wir leider in Deutschland haben", zwar eine gute Neuigkeit, so Drosten. Jedoch sei zwangsläufig mit ganz unterschiedlich schweren Verläufen zu rechnen und keine Entwarnung angebracht.

Virologe: Booster-Impfung macht den Unterschied

Zudem zeige sich hier ganz deutlich der positive Effekt der Booster-Impfung:

Der Gewinn nicht geimpft zu zweifach geimpft ist nur zehn Prozent mehr, aber der Gewinn von zweifach geimpft zu dreifach geimpft ist dann fast eine Verdopplung.
Christian Drosten, Virologe

Drosten warnte eindringlich davor, angesichts vergleichsweise milder Verläufe zu dem Schluss zu kommen, es sei besser, eine Infektion durchzumachen als sich impfen zu lassen. Auch junge, vollkommen fitte Menschen riskierten schwere Verläufe und beispielsweise Lungenschäden.

Angesichts der raschen Ausbreitung von Omikron prognostizierte der Virologe, die Variante werde nun zügig "das Geschäft übernehmen" und Ende Januar auch in Deutschland dominieren. Man gehe hierzulande derzeit von einer Verdopplungszeit der Omikron-Infektionszahlen von etwa vier Tagen aus, so Drosten.

Wir werden ganz sicher auch eine steile Welle sehen, aber ich glaube, wir sind insgesamt auf einem Weg, so sagen wir mal Richtung Ostern, wo wir viele Möglichkeiten noch haben.
Christian Drosten

Am Freitag wollen Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder erstmals im neuen Jahr über den weiteren Corona-Kurs beraten. Dabei soll es auch um eine mögliche Änderung von Quarantäne-Regelungen gehen.

Im Gespräch sind kürzere Zeiten insbesondere für Beschäftigte wichtiger Versorgungsbereiche, um zu viele Personalausfälle zu vermeiden. Drosten sagte, diese Verkürzung sei eine wichtige Überlegung. Bei einer großen Dynamik der Omikron-Welle werde man schließlich viele Arbeitskräfte verlieren, was "ein großer gesellschaftlicher Schaden" wäre.

Interview

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