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Corona in Deutschland - Drosten warnt vor Impfmüdigkeit

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Die Corona-Inzidenzen sinken. Was heißt das für die Impfbereitschaft? Virologe Christian Drosten warnt vor Rückschlägen bei der Impfkampagne.

Virologe Christian Drosten. Archivbild
Drosten befürchtet nachlassende Impfbereitschaft
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Der Virologe Christian Drosten hat vor Rückschlägen für die
Corona-Impfkampagne über den Sommer in Deutschland gewarnt. Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info).

"Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein." Drosten erwartet demnach in einigen Wochen eine Diskussion über die Förderung der Impfbereitschaft. Ziel seien mindestens 80 Prozent Zweifachimpfungen, zumindest in der "impffähigen erwachsenen Bevölkerung", erinnerte er.

Drosten: Wichtig, weiter Risiko-Gruppen zu impfen

Auch nach der Aufhebung der festgelegten Reihenfolge seit Montag bleibe es zunächst noch wichtig, die Gruppen zu impfen, in denen dies wegen des erhöhten Covid-19-Risikos dringlich sei. Das Augenmerk müsse im Moment noch auf der Versorgung der Menschen ab Mitte 40 liegen, so Drosten.

Aktuell liegt der Anteil der vollständig Geimpften in der Bevölkerung bei knapp 22 Prozent. Dass die Impfkampagne nicht ins Stocken gerät, ist für den Wissenschaftler auch vor dem Hintergrund der als besorgniserregend eingestuften Virusvarianten wichtig:

Die (...) Mutante Delta oder ähnliche Varianten werden sicherlich bis zum Herbst hier auch das Feld dominieren.
Christian Drosten, Virologe

Es gelte, bis dahin für eine möglichst hohe Impfquote bei Erwachsenen zu sorgen. "Dann werden wir keine großen Probleme haben" - ein kleines Fragezeichen sehe er diesbezüglich nur beim Thema Kinder. In England würden Ausbrüche in Schulen durch die Delta-Variante beobachtet.

Delta-Variante in Deutschland bei rund 2 Prozent

Bei der Delta-Variante, die Experten in England Sorgen bereitet, sieht Drosten noch Unklarheiten. Erst wenn das Virus dort immer weiter in die breite Bevölkerung komme, werde man sehen, was es wirklich mit dem Virus auf sich habe, sagte er.

Für Drosten ist der Blick auf die Delta-Entwicklung in anderen Ländern wichtig: Bisher sei aber weder in Dänemark, wo viele Proben analysiert werden, noch in Deutschland in den vergangenen Wochen eine starke Zunahme zu sehen.

In Deutschland lag der Anteil von Delta in untersuchten Proben nach Berichten des Robert-Koch-Instituts aus den vergangenen Wochen bei um 2 Prozent.

Die Verbreitung der Delta-Variante führt in Großbritannien zu einem Anstieg der Neuinfektionen.

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Nach seiner bereits am Wochenende in einem Interview geäußerten Annahme, dass Corona von Fledermäusen über die Pelzindustrie zum Menschen gelangt sein könnte, regte Drosten eine entsprechende wissenschaftliche Untersuchung an.

Kritik an WHO-Kommission in China

Das Vorgehen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die wegen ungeklärter Fragen eine Experten-Kommission nach China geschickt hatte, kritisierte Drosten deutlich. Unter anderem sei das Zustandekommen der Gruppe nicht transparent gewesen. Auch entspreche das Vorgehen nicht dem üblichen wissenschaftlichen Prozess.

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