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Keine schwereren Verläufe : Drosten gelassen gegenüber indischer Variante

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Virologe Christian Drosten ist angesichts der indischen Corona-Variante B.1.617 relativ gelassen. Bislang gebe es keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe durch die Mutante.

Christian Drosten von der Charité Berlin
Laut Virologe Christian Drosten, verursacht die indische Mutante wohl keine schwereren Krankheitsverläufe.
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Der Virologe Christian Drosten zeigt sich angesichts der bisherigen Erkenntnisse über die indische Corona-Variante B.1.617 weiter relativ gelassen.

Anhand der sehr kleinen verfügbaren Datenbasis lasse sich schließen, dass die Mutante nicht allein die heftige Infektionswelle in dem Land verursache, "sondern das ist mehr eine bunt gemischte Virus-Population", sagte der Wissenschaftler im Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info).

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Gab es in Indien Herdenimmunität?

Auch die ansteckendere Variante B.1.1.7, die mittlerweile in Deutschland dominiert, sei stark vertreten. In Indien kommen derzeit aus Sicht Drostens mehrere Effekte zusammen: Herdenimmunität sei dort einer Studie zufolge bei weitem noch nicht erreicht gewesen.

Es werde eine Bevölkerung durchseucht, die eine gewisse Anfangsimmunität aus den bisherigen Wellen zu verlieren beginne, sagte der Virologe. Gleichzeitig sei die Variante B.1.617 etwas verbreitungsfähiger und robuster gegen die Immunität.

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Drosten: Immunflucht bei Mutante gering

In der Fachsprache ist von Immunescape (Immunflucht) die Rede. Diese Eigenschaft sei bei B.1.617 leicht ausgeprägt. Das sei auch im Vergleich mit anderen Varianten "nichts, was einen wirklich groß beunruhigt".

Im Moment halte er die Variante B.1.617 "in der Medienbewertung überschätzt", sagte Drosten. Auch gebe es keine Belege, dass Menschen durch sie schwerer erkrankten.

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Viele Kranke in kurzem Zeitfenster

"Wenn viele Leute zur gleichen Zeit infiziert werden, dann hat man auch bei den jüngeren Altersgruppen auf einmal, absolut gesehen, ganz viele Kranke in einem kurzen Zeitfenster."

In Indien sei zudem die Grundgesundheit der Bevölkerung weniger gut als in Deutschland, was den Effekt der jüngeren Bevölkerung wieder etwas ausgleiche. Drosten machte aber deutlich, dass sich der Sachstand ändern kann: "Es kann sein, dass in zwei Monaten sich herausstellt, dass doch irgendwas ist mit diesem Virus."

Drosten: Impfung zum Winter auffrischen

Zum Thema Impfen sagte der Virologe, es könne jetzt schon geplant werden, dass in Deutschland "mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen" zum Winter hin eine einmalige Auffrischung bekommen - wie bei der Grippeschutzimpfung. Wahrscheinlich könnten dann bereits Impfstoffe mit einem Update zu neuen Varianten zum Einsatz kommen.

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