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Drosten über Corona-Lage - "Haben keine Pandemie der Ungeimpften"

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Hätte die Wirtschaft in der Pandemie eher in die Pflicht genommen werden sollen als Schulen? Diese Frage wirft Virologe Drosten auf. Und sagt, was nun getan werden sollte.

Christian Drosten am 04.11.2021 in Köln
Virologe Christian Drosten
Quelle: dpa

Christian Drosten hat sich gegen Vorwürfe verteidigt, maßgeblich für die bundesweiten Schulschließungen in der Corona-Pandemie verantwortlich gewesen zu sein. "Wir, also die eingebundenen Wissenschaftler, haben gar nicht gesagt, die Schulen müssen geschlossen werden", sagte der Berliner Virologe in einem Interview mit der "Zeit". Die Entscheidung, Schulen zu schließen, sei ein "rein politischer Beschluss" gewesen.

Das ärgert mich, weil mir das ja bis heute angehängt wird: Herr Drosten ist verantwortlich für das Schließen der Schulen. Drosten, der Kinderquäler. Keiner der beteiligten Politiker hat das je richtiggestellt.
Christian Drosten, Virologe

Drosten: Hätte auch Wirtschaft in die Pflicht nehmen können

In der ersten Welle seien in "Gangelt die Schulen geschlossen worden, und wir haben genau das als beispielhaft beschrieben: Eine lokale Reaktion, das ist das, was man machen muss", erklärte Drosten. Gleichzeitig verteidigte er die Wirksamkeit der Schulschließungen, weil sie die zweite Corona-Welle gestoppt hätten.

Die Schulen waren das Zünglein an der Waage.
Christian Drosten, Virologe

Gleichzeitig gab Drosten zu bedenken, dass man, statt der Schulen, auch die Wirtschaft in die Pflicht hätte nehmen können. "Man hätte auch sagen können, die Schulen bleiben offen, aber wir setzen richtig harte Homeoffice-Kriterien im Dienstleistungsbereich durch", so Drosten. Am Ende hätte die Politik über den Präsenzbetrieb an Arbeitsstätten aber weniger diskutiert.

Bei Kindern und Jugendlichen ist die 7-Tage-Inzidenz derzeit am höchsten. Die Bundesländer setzen auf unterschiedliche Maßnahmen: manche verschärfen, manche lockern.

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Impflücke schließen, Booster-Impfungen forcieren

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage appelliert der Virologe, dass die Impflücke geschlossen werden müsse - und gleichzeitig Booster-Impfungen notwendig seien. Er sei "überzeugt davon, dass wir nur einen geringen Nutzen von vollständig geimpften Erwachsenen haben, die sich nicht boostern lassen."

Denn die isolierbare infektiöse Viruslast sei in den ersten paar Tagen der Infektion bei Geimpften und Ungeimpften durchaus vergleichbar. Dann sinkt sie bei Geimpften schneller. "Das Dumme ist, diese Infektion wird gleich am Anfang übertragen", erklärte Drosten der "Zeit".

Wir haben keine Pandemie der Ungeimpften, wir haben eine Pandemie.
Christian Drosten, Virologe

Angesichts der aktuellen Corona-Situation plädiert Drosten auch für kontakteinschränkende Maßnahmen. "In jedem Fall hoffe ich, dass man nicht wieder Schulen schließt", so der Virologe.

"Keinen relevanten Hinweis für einen Labor-Ursprung"

Die These, dass das Coronavirus aus einem Labor stamme, sieht Drosten dabei nach wie vor kritisch.

Ich schaue mir immer die neuesten Materialien und Dokumente dazu an und sehe weiterhin keinen relevanten Hinweis für einen Labor-Ursprung.
Christian Drosten, Virologe

Der Labor-Verdacht würde von Fachexperten "aus nah verwandten, aber hier nicht ausschlaggebenden Gebieten" geäußert, gab Drosten in dem Interview zu bedenken. Zudem warnte der Virologe angesichts der Tierhaltung weltweit vor weiteren Pandemien. Diese biete "ideale Bedingungen für ein Virus, um sich an den Menschen anzupassen".

Darum dürfen wir nicht nur auf Asien und die Schleichkatzen zeigen oder auf die Kamele im Orient. Was wir hier mit den Schweinen machen, ist auch nicht gut.
Christian Drosten, Virologe

Eine wachsende Menschheit mit wachsendem Fleischhunger berge das Risiko für künftige Pandemien, so Drosten.

Der erste Corona-Ausbruch geschah im chinesischen Wuhan. Weiterhin ist aber der genaue Ursprung des Virus unbekannt. Allerdings kursieren in der Öffentlichkeit unterschiedliche Thesen über die Entstehung der Pandemie.

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